Ritter kehren als Geishas zurück

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Flintsbach - Die Flintsbach-Fischbacher Faschingsgesellschaft hatte am Samstagabend zu ihrem "Ritterball" zum Schwaigerwirt eingeladen.

Im Codex Falkensteinensis, der ältesten weltlichen Aufzeichnung Deutschlands ist es schriftlich belegt: Die Falkensteiner Ritter auf ihrer Burg bei Flintsbach waren mächtig und einflussreich. Sie haben vor 1000 Jahren die deutsche Geschichte mitgeprägt. Nun sind sie durch das Motto der Faschingsgesellschaft Flintsbach/Fischbach „zurückgekehrt“...

Der Schwaigersaal in Flintsbach vom Bühnenmaler, Hofjuwelier und Uhrmacher Bernhard Obermair zur mittelalterlichen Burg hergerichtet, ist jetzt im Fasching das Zentrum für Fantasie, Originalität und ausgelassene Stimmung. 250, häufig mottogetreu maskierte Besucher waren begeistert. Höhepunkt des Ritterballes war der Auftritt des Prinzenpaares Florian I. (Florian Stadler) und Simone I. (Simone Fuchs) mit Garde und Elferrat. Für die richtige Faschings-Ritter-Stimmungsmusik sorgte die Band „ Huraxdax“.

Ritterball beim Schwaigerwirt

Burgfräulein, Minnesänger, Knappen und feudale Ritter beherrschten die Szene. Wie schon beim faschingseröffnenden Krönungsball war auch diesmal der Saal vollbesetzt. Mit einem "dreifachen Fasching bleib do", dem traditionellen Flintsbacher Faschingsruf, begrüßte Präsident Josef Obermair die Gäste aus nah und fern. Hofmarschall Klaus Ilgenfritz führte anschließend durch das Programm.

Um 21 Uhr dann der erste Höhepunkt des Abends: Schemenhaft maschierte im wabernden Nebel der Elferrat mit schweren Schritten auf, in dominanter Rittermanier, mit Schwert und Schild. Umso leichtfüßiger kam die Garde unter Leitung von Kommandeuse Antonia Drexler, in zum Motto abgestimmten Kostümen auf die Bühne, die als Burg Falkenstein recht realistisch dekoriert ist. Leichtfüßig, elegant und mit einem Schuss Erotik bezauberten die 13 Gardemädchen in gewohnter Manier das Publikum. Mit ihrem begeisterten Applaus erreichten die Zuschauer einige Zugaben.

Das Prinzenpaar, Prinz Florian I., "Druckerkönig vom Falkenberg", und Prinzessin Simone I., "Königin aus dem Reich der Füchse", beeindruckte mit seinem sportlich eleganten Prinzentanz, gespickt mit artistischen Hebefiguren.

Hofmarschall Klaus Ilgenfritz, der die Ortspolitiker und die Rathausbelegschaft kabarettreif "derbleckte", witzelte auch über kommunale Kabinettstückchen. Er forderte alle auf, beim großen Flintsbacher Faschingzug (dem größten des Inntals) am Faschingssonntag, 6. März, dabei zu sein, "damit diese Veranstaltung zu einem unvergesslichen Erlebnis wird". Auch auf den Großen Ritterball beim Großen Wirt am Samstag, 19. Februar, und den Kehraus am 8. März wies er hin.Letzter Höhepunkt des Abends war die Mitternachtsshow des Elferrates. Verkleidet als japanische Geishas tippelten die Elferräte, die vorher ihre Ritterbärte abrasiert hatten, kalkweiß geschminkt, in unüberbietbarer Komik auf die Bühne. Das Publikum tobte vor Begeisterung, forderte weitere Zugaben und brachte so die Elferräte ganz schön ins Schwitzen.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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