Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Stellenausschreibung

Jobs in Krisenzeiten: Kompetenzen, die Chefs jetzt von Ihnen erwarten

Kompetenzen, die in Stellenausschreibungen stehen, variieren immer wieder. Auch von äußeren Faktoren, wie beispielsweise Krisen, hängen die Anforderungen ab.

In Krisenzeiten sind andere Herangehensweisen gefragt – im Alltag kennen Sie das. Sie reagieren auf die hohen Gas-, Strom- und Lebensmittelpreise, indem Sie Ihr Konsumverhalten ändern. In einer Studie haben zwei Drittel der Befragten angegeben, dass das Gehalt nicht mehr reicht, um die Lebenshaltungskosten zu begleichen. Aber auch der Arbeitsmarkt ist nicht von Krisen befreit – sei es die Corona-Pandemie oder der Fachkräftemangel. Darauf müssen Unternehmen sowie Personalerinnen und Personaler reagieren. Und zwar, indem sie den Aufbau der Stellenanzeigen ändern. Welche das sind, hat die Bertelsmann Stiftung untersucht.

Die Anforderungen an Arbeitnehmer haben sich durch die Corona-Pandemie und dem Fachkräftemangel verändert. (Symbolbild)

Jobs in Krisenzeiten: Diese Kompetenzen sind jetzt gefragt

Mit dem Jobmonitor der Bertelsmann Stiftung wird untersucht, wie sich die Nachfrage nach Berufen entwickelt. Dafür werden Daten von mehr als 48 Millionen Online-Jobanzeigen berücksichtigt. Dabei ist herausgekommen, dass die Top-Kompetenzen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern derzeit auch in der Sozialkompetenz liegen.

  1. Einsatzbereitschaft: 47,5 Prozent
  2. Teamfähigkeit: 34,4 Prozent
  3. Selbstständigkeit: 26,3 Prozent
  4. Deutschkenntnisse: 23,6 Prozent
  5. Verlässlichkeit: 21,7 Prozent
  6. Planungsfähigkeit: 19,3 Prozent
  7. Kommunikationsfähigkeit: 19 Prozent
  8. Kritisches Denken: 18,9 Prozent
  9. Organisationsfähigkeit: 17,5 Prozent
  10. Englischkenntnisse: 17,2 Prozent

Laut der Untersuchung fordern die Krisenzeiten allerdings auch eine positivere Grundeinstellung, mehr Einfühlungsvermögen und eine höhere Frustrationstoleranz von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Beispielsweise die Frustrationstoleranz ist im Zeitraum von 2018 bis 2021 um rund 71 Prozent angestiegen. Das Einfühlungsvermögen ist im selben Zeitraum um 39 Prozent angestiegen. Die Verantwortlichen der Studie ziehen aus diesen Erkenntnissen folgendes Zwischenfazit:

Krise ist nicht mehr die Ausnahme, sondern die neue Normalität. Das erfordert von Mitarbeiter:innen einen resilienten Umgang sowohl mit den eigenen Gefühlen als auch mit den Gefühlen anderer. 

Studie Kompetenzwandel in Krisenzeiten, Bertelsmann Stiftung, September 2022

Gerade das dezentrale Arbeiten, was für viele Unternehmen mit Beginn der Corona-Pandemie zunehmend an Relevanz gewonnen hat, hat Anforderungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gestellt, die vorher nicht in dieser Ausprägung vorhanden waren. Beispielsweise ist ein sicherer Umgang mit Daten in den letzten Jahren viel wichtiger geworden, es gab ein Plus von 62 Prozent. Das passe in die Zeiten der Videokonferenzen und Onlinetagungen. Auf jede/n Einzelne/n zielt der Punkt der digitalen Identität ab, die mit Onlinekommunikationsmechanismen eine größere Bedeutung gewonnen hat.

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Karriere finden Sie im regelmäßigen Karriere-Newsletter unseres Partners Merkur.de.

Anforderungen im Job: Digitalisierung immer noch keine Selbstverständlichkeit

Die digitalen Anforderungen sind in Teilen durch die Corona-Pandemie verstärkt worden. Allerdings schreiben die Verantwortlichen auf der Webseite der Bertelsmann-Stiftung, dass dies für die meisten Jobs nur eine „vermeintliche Selbstverständlichkeit“ sei: „Digitale Grundkompetenzen sind zwar besonders wichtig bei Finanzen, Recht und Management, in mehr als der Hälfte aller Berufsgruppen spielt der kompetente Umgang mit klassischen Office-Programmen dagegen nicht einmal in jeder zehnten Jobanzeige eine Rolle.“

Gehalt: Bei welchen Jobs Sie gut verdienen können

Das Durchschnittsgehalt in Deutschland beträgt 51.009 Euro brutto im Jahr.
Das Durchschnittsgehalt in Deutschland beträgt 51.009 Euro brutto im Jahr. Das Jahresmediangehalt (Mittelwert) liegt bei 44.074 Euro brutto. Das zeigt der gemeinsame Gehaltsreport 2022 der Portale Gehalt.de und Stepstone.de, für die mehr als 600.000 Gehaltsdaten analysiert wurden.  © IMAGO
Frauen verdienen jährlich 40.533 Euro brutto im Median, Männer 47.320 Euro brutto.
Frauen verdienen jährlich 40.533 Euro brutto im Median, Männer 47.320 Euro brutto. © Andrey Popov/Imago/Panthermedia
a businessman make with his hand a home behind a piggy bank, concept for business and save money against white backgroun
Personalverantwortung wird belohnt: Das Gehalt von Führungskräften liegt bei 86.349 Euro brutto im Jahr, während Fachkräfte ohne Personalverantwortung im Median 43.628 Euro brutto verdienen. © IMAGO/donfiore
Das Ranking der Großstädte dominiert Frankfurt am Main mit 54.100 Euro. Es folgen München (53.900 Euro) und Stuttgart (53.600 Euro).
Das Ranking der Großstädte dominiert Frankfurt am Main mit 54.100 Euro. Es folgen München (53.900 Euro) und Stuttgart (53.600 Euro).  © Monika Skolimowska/dpa
Geldscheine. Der Gehaltsreport 2022 zeigt, wo Sie aktuell die besten Chancen auf ein gutes Gehalt haben.
Der Gehaltsreport 2022 zeigt, wo Sie aktuell die besten Chancen auf ein gutes Gehalt haben.  © Robert Michael/dpa
In Hessen liegt das Durchschnittsmediangehalt mit 47.840 Euro deutschlandweit am höchsten.
In Hessen liegt das Durchschnittsmediangehalt mit 47.840 Euro deutschlandweit am höchsten. Auf Platz 2 folgt Baden-Württemberg mit 47.806 Euro, Bayern landet auf dem dritten Platz (46.800 Euro).  © Lutz Wallroth/Imago
Der bestbezahlte Beruf in Deutschland kommt wie schon in den letzten Jahren aus der Berufsgruppe der Akademiker. Ärztinnen und Ärzte gehören mit einem Gehalt von 78.317 Euro im Median (Mittelwert) zu den Spitzenverdienern.
Der bestbezahlte Beruf in Deutschland kommt wie schon in den letzten Jahren aus der Berufsgruppe der Akademiker. Ärztinnen und Ärzte gehören mit einem Gehalt von 78.317 Euro im Median (Mittelwert) zu den Spitzenverdienern.  © IMAGO / YAY Images
Auf Platz zwei folgen Mitarbeitende im Vertrieb (zum Beispiel Key Account Management), die vor allem durch flexible Gehaltsbestandteile wie Boni im oberen Bereich des Rankings landen.
Auf Platz zwei folgen Mitarbeitende im Vertrieb (zum Beispiel Key Account Management), die vor allem durch flexible Gehaltsbestandteile wie Boni im oberen Bereich des Rankings landen. Ein Gehalt von 62.379 Euro Euro im Median (Mittelwert) kann sich hier durchaus sehen lassen.  © Katarina Premfors/Imago
Auch Unternehmensberater werden top entlohnt
Auch Unternehmensberater werden top entlohnt und landen dem Ranking zufolge auf Platz 3 – mit einem Gehalt von 62.119 Euro im Median (Mittelwert). © Thomas Trutschel/photothek/Imago
Bei den Berufen ohne akademische Ausbildung verdienen Finanzexpert/innen am besten: Ihnen winkt ein Jahresgehalt von 43.175 Euro brutto im Median, gefolgt von IT-Expert/innen (42.758 Euro) und Personaler/innen (42.011 Euro).
Bei den Berufen ohne akademische Ausbildung verdienen Finanzexpert/innen am besten: Ihnen winkt ein Jahresgehalt von 43.175 Euro brutto im Median, gefolgt von IT-Expert/innen (42.758 Euro) und Personaler/innen (42.011 Euro).  © Arno Burgi/dpa
Zu den bestbezahlten Branchen in Deutschland gehört laut des Gehaltsreports die Halbleiterbranche
Zu den bestbezahlten Branchen in Deutschland gehören laut des Gehaltsreports die Halbleiterbranche mit 62.963 Euro Jahresgehalt brutto (Median), der Bereich Biotechnologie mit 61.542 Euro brutto (Median) sowie Banken mit 58.341 Euro brutto im Median. © Kay Nietfeld/dpa
Der Einzelhandel schneidet dagegen mit 32.000 bis 35.000 Euro jährlich verhältnismäßig schlecht ab.
Der Einzelhandel schneidet dagegen mit 32.000 bis 35.000 Euro jährlich verhältnismäßig schlecht ab. Auch in Hotels und Gaststätten (31.2000 Euro) sowie in Callcentern (28.916 Euro) erwartet Mitarbeiter die niedrigsten Gehälter über alle Branchen hinweg. © Malte Christians/dpa

Jobs in Krisenzeiten: Zugewanderte mit Deutschkenntnissen könnten jetzt gute Chancen haben

Den Fachkräftemangel gibt es in vielen Unternehmen, infolgedessen wurden auch die Anforderungen an die Jobs immer wieder angepasst. Beispielsweise hat vor vier Jahren jede fünfte Stellenanzeige Deutschkenntnisse gefordert, jetzt steht die Forderung in jeder vierten Anzeige.

In Zeiten des Fachkräftemangels ist das gleichzeitig eine große Chance für Zugewanderte. Besitzen sie die benötigten Fachkompetenzen und sprechen zusätzlich die deutsche Sprache, steht ihnen ein Drittel mehr Arbeitsplätze offen.

Martin Noack, Bildungs- und Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung

Die Autorinnen und Autoren der Studie teilen weiter mit, dass ein Fachkräftemangel sich ohne qualifizierte Zuwanderung kaum noch decken lasse. Weiter seien alle Anforderungen, die gestellt werden, auch davon abhängig, welche Berufsgruppe man sich anschaue. Beispielsweise seien Kenntnisse in Office-Programmen vor allem bei Finanz-, Management- und Rechtsberufen gefragt. Wohingegen Verlässlichkeit besonders wichtig in Reinigungs-, Fahrzeugführungs- und Ausbauberufen ist.

Rubriklistenbild: © Simona Pilolla/Imago

Kommentare