Studie: Arbeitszeitkluft zwischen Männern und Frauen

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Noch immer arbeiten Männer im Schnitt länger als Frauen. Das gilt vor allem für Westdeutschland.

Sie bleibt zu Hause, er schafft das Geld heran. Das alte Ernährermodell hat noch immer nicht ausgedient, wie eine Studie der Universität Duisburg-Essen zeigt. Vor allem im Westen arbeiten Frauen weniger als Männer.

Duisburg - Die Arbeitszeitkluft zwischen Männern und Frauen hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren einer Studie zufolge nicht verringert. Westdeutsche Frauen arbeiten im Schnitt 10,6 Stunden weniger als ihre männlichen Kollegen, im Osten beträgt der Unterschied 5,9 Stunden, wie das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen berichtete.

Zwar sei die Erwerbsquote von Frauen nach der Jahrtausendwende deutlich angestiegen, betonten die Forscher. Doch die Unterschiede bei der Arbeitszeit zwischen den Geschlechtern bestünden ebenso fort wie die Unterschiede im Erwerbsverhalten von westdeutschen und ostdeutschen Frauen.

In Westdeutschland wird die Arbeitszeit von Frauen der Untersuchung zufolge hauptsächlich von der Lebensphase und dem Familienstand bestimmt. Dabei herrsche weiterhin das klassische Ernährer- beziehungsweise Zuverdienermodell vor: Der Mann arbeite Vollzeit, seine Frau Teilzeit. Die Folge: Eine Frau in Westdeutschland arbeitet umso kürzer, je mehr Kinder sie in jungen Jahren hat. Auch der Familienstand spielt eine Rolle. Verheiratete Frauen ohne Kinder arbeiten kürzer als ihre ledigen Kolleginnen.

Im Osten wird dagegen viel häufiger das Zweiverdienermodell praktiziert: Beide Partner sind Vollzeit erwerbstätig. Das werde dadurch erleichtert, dass die Kinderbetreuung im Osten immer noch besser sei, heißt es in der Untersuchung. Die Analyse des IAQ stützt sich wesentlich auf einer Auswertung der Daten des Mikrozensus.

dpa

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