Besserverdiener doppelt im "Vorteil"

Studie macht fassungslos: Wer weniger verdient, ist früher tot

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Berlin - Seit vielen Jahrzehnten steigt die Lebenserwartung in den meisten Ländern der Welt kontinuierlich an. Nun aber soll feststehen, dass auch das Gehalt Einfluss auf unsere Lebenserwartung nimmt. 

Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) will belegen, dass Geringverdiener eine deutlich niedrigere Lebenserwarteung haben als Besserverdiener. Demnach haben Personen aus den unteren Lohngruppen gleich zweifach das Nachsehen. Sie sind einem größeren Risiko ausgesetzt, bei Renteneintritt in Armut abzurutschen. Dazu kommt die verminderte Lebenserwartung - und somit bekommen sie von den Beiträgen, die sie eingezahlt haben, auch noch weniger ausgezahlt, beschreibt stern.de die Situation. 

Laut DIW steigt der Unterschied über die untersuchten Geburtsjahrgänge von vier auf sieben Jahre. Analysiert wurden dabei ausschließlich die Daten westdeutscher männlicher Arbeitnehmer, die zwischen 1926 bis 1949 geboren wurden, also die heutigen Rentenbezieher. Ausgeklammert wurden Beamte und Selbstständige. 

relativer Unterschied von etwa 50 Prozent

"Die Lebenserwartung [ist] umso höher, je mehr Lohneinkommen im Laufe eines Lebens erzielt wurde. Für die Jahrgänge 1926 bis 1928 beträgt die Lebenserwartung ab einem Alter von 65 ungefähr 18 Jahre im obersten Dezil und 14 Jahre im untersten Dezil. Die Differenz von vier Jahren entspricht einem relativen Unterschied von gut 30 Prozent", heißt es in der Studie.

"Diese Differenz steigt nun kontinuierlich über die Jahrgänge an: fünf Jahre für die Jahrgänge 1932 bis 1934, sechs Jahre für die Jahrgänge 1938 bis 1940 und schließlich sieben Jahre für die Jahrgänge 1947 bis 1949, was einem relativen Unterschied von etwa 50 Prozent entspricht."

Dieser Zusammenhang zwischen Lebenslohneinkommen und Lebenserwartung könne man künftig auch bei Frauen feststellen, da diese zunehmend längere Erwerbsbiografien und damit höhere Lebenslohneinkommen erzielen werden, erklärt die Studie. 

Geringverdiener doppelt abgestraft

Unter dem Strich bedeutet dies, dass die Lebenserwartung in Deutschland weiterhin ansteigt, aber eigentlich nur Besserverdiener davon profitieren. Geringverdiener zahlen länger in die Rentenversicherung ein, um später weniger (da kürzere Lebenserwartung) ausgezahlt zu bekommen. 

Die Studie stellt somit den Grundsatz der Gleichwertigkeit von Leistung und Gegenleistung kritisch in Frage und fordert diesen Sachverhalt bei Rentenreformen und dem Hintergrund der wachsenden Altersarmut zu berücksichtigen. 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Armin Weigel/

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