Kurioser Gerichtsprozess in Köln 

Mit EINER Einwegflasche 44.362,75 Euro Pfand ergaunert

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Köln - Es ist wohl der kurioseste Fall, der in diesem Jahr in der Domstadt verhandelt wird: Ein 37-jähriger Getränkehändler soll über 44.000 Euro Pfand ergaunert haben.

Es klingt unglaublich, doch der Fall wurde tatsächlich so vor dem Amtsgericht verhandelt. 

Ein Franzose mit türkischen Wurzeln besserte sein Einkommen auf, indem er einen Leergutautomaten manipulierte. Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet, kaufte der Getränkehändler die kriminelle Technik für 5000 Euro im Kollegenkreis und baute sie dann in den Automaten ein. 

Diesen umgebauten Leergutautomaten stellte er in den Keller, um dort verdeckt - jetzt festhalten - die Einwegflasche insgesamt 177.451-mal in die Öffnung zu stecken. Jeweils 25 Cent Pfand - das brachte insgesamt satte 44362,75 Euro.

Um sich die Zeit zu vertreiben, lief nebenbei das Radio, "weil es mir sonst zu langweilig war", so der Angeklagte.

Betrügereien in Millionenhöhe in der Pfandbranche?

Dass dies so lange Zeit niemanden auffiel , warf vor Gericht Fragen auf. Die Deutsche Pfandgesellschaft merkte nichts vom systematischen Betrug. Erst ein anonymer Hinweis führte die Polizei auf die Spur des Getränkehändlers aus Köln. 

In Rosenheim flog 2015 ein weiterer Pfandbetrüger auf. Der Supermarkt-Mitarbeiter benutzte eine andere Masche: Er entfernte die Pfandcodes von den Flaschen und klebte sie auf "wertlose" Plastikflaschen. So kam er immerhin auf mehrere Hundert Euro. 

Zurück nach Köln: Der geständige Täter wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er nicht vorbestraft war. 

mg

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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