Hilfsbereitschaft bringt 49-Jährigen ins Gefängnis

Rosenheim - Was es nicht alles gibt: Eigentlich wollte ein Mann seinen Freund nur bei der Polizei abholen. Doch seine Hilfsbereitschaft führte den Mann direkt ins Gefängnis:

Ein 49-jähriger Deutscher wollte eigentlich nur seinen betrunkenen Freund bei der Bundespolizei in Rosenheim abholen. Doch daraus ist nichts geworden. Die Beamten haben den hilfsbereiten Bekannten verhaftet und am Sonntag, 5. Januar, ins Gefängnis gebracht.

In den frühen Abendstunden war am Rosenheimer Bahnhof ein Mann zusammengebrochen. Bundespolizei und Rettungsdienst waren vor Ort. Offenbar hatte der Rosenheimer zu tief ins Glas geschaut. Ein erster Alkoholtest ergab einen Wert von rund drei Promille. Da keine weitere medizinische Versorgung notwendig war, entschieden die Bundespolizisten, den deutlich Alkoholisierten zu seinem eigenen Schutz in Gewahrsam zu nehmen. Daran hatte der 42-Jährige allerdings kein Interesse. Ein zweiter Test ergab nach mehreren Stunden noch einen Wert von 2,5 Promille.

Allein wollten die Beamten den Betrunkenen jedenfalls nicht den Heimweg antreten lassen. In dieser Situation fiel ihm ein guter Freund ein, der ihm helfen könnte. Tatsächlich erklärte sich der telefonisch erreichte 49-Jährige bereit, den Bekannten abzuholen. Am Ende mussten beide über Nacht bei der Bundespolizei bleiben: der eine zum Ausnüchtern und der andere weil er gesucht wurde. Die Bundespolizisten überprüften die Personalien des hilfsbereiten Freundes, um zu sehen, mit wem sie es zu tun hätten.

Dabei fanden sie heraus, dass die Staatsanwaltschaft gegen ihn einen Untersuchungshaftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung erlassen hatte. Der Mann wurde am nächsten Morgen auf richterliche Anordnung hin in ein Münchner Gefängnis eingeliefert. Sein Freund, dem er den vermeintlich kurzen Besuch bei der Bundespolizei zu verdanken hat, durfte mit deutlich weniger Alkohol im Blut die Dienststelle schließlich wieder verlassen.

Pressemeldung Bundespolizei

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Kurios

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser