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Internetkriminalität sprunghaft angestiegen

Experten warnen: Onlinebanking wird immer gefährlicher

Computersabotage, Datenklau, Identitätsdiebstahl: Die Internetkriminalität steigt nicht nur sprunghaft an, die Täter werden auch immer professioneller.

Wie das Bundeskriminalamt am Mittwoch in Berlin mitteilte, wurden 2009 50.000 Straftaten (plus 33 Prozent) mit einem Gesamtschaden von 37 Millionen Euro registriert. Dabei ist das »Phishing«, also das Abgreifen von Kundendaten, in der Statistik noch nicht einmal erfasst - obwohl es als eines der größten Probleme gilt, seitdem das neue iTan-Verfahren beim Onlinebankung geknackt worden ist.

»Das Dunkelfeld kann auch nicht annähernd geschätzt werden«, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke bei Vorstellung der neuesten Daten zur Informations- und Kommunikationskriminalität. Hinter den Angriffen stünden häufig kriminelle Netzwerke und Organisationen, die mit Hackern und sogenannten Viren-Autoren über alle Staatsgrenzen hinweg operierten. Die Täter seien hoch spezialisiert, schnell und enorm anfassungsfähig.

Als Beispiel nannte Ziercke das »Phishing« beim Onlinebanking, das nach Einführung des iTan-Verfahrens 2008 kurzfristig zurückgegangen war, inzwischen aber wieder massiv angestiegen ist. So gebe es inzwischen mindestens drei »Familien« von Schadsoftware, die speziell auf den deutschen Markt ausgerichtet seien. Sie hebelten das iTan-Verfahren aus, indem sie sich zwischen die Kommunikationspartner schalteten und die Kontrolle über den Datenverkehr übernähmen («Man-in-the-middle/Man-in-the-browser«-Attacken).

Insgesamt wurden der Statistik zufolge 2009 fast 3.000 Fälle von »Phishing« beim Onlinebanking registriert, mit einer durchschnittlichen Schadenssumme von 4.000 Euro. Da es sich dabei um verschiedene Straftatbestände handelt, werden diese Delikte in der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht eigens erfasst.

Die Täter werden dabei immer raffinierter: Nur noch ein Drittel der Schadprogramme werden über E-Mails verbreitet, zwei Drittel hingegen über den bloßen Aufruf infizierter Webseiten. Dabei versuchten Hacker zunehmend, gerade renommierte, vertrauenswürdige Webseiten mit hohen Besucherzahlen anzugreifen, sagte Ziercke. Der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Michael Hange, riet dazu, Geldgeschäfte im Internet nur mit Chipkartenlesegeräten abzuwickeln.

Als größte Herausforderung bezeichnete es Ziercke, das Instrumentarium zur Strafverfolgung an die rasanten technischen Entwicklungen anzupassen. Deshalb sei es zu begrüßen, dass das Bundesverfassungsgericht die Onlinedurchsuchung beim Verdacht auf schwere Straftaten für zulässig erklärt habe. Dies müsse künftig aber auch für die Vorratsdatenspeicherung gelten, verlangte er.

Insgesamt wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2009 knapp 23.000 Fälle von Computerbetrug (plus 35 Prozent) registriert, 11.500 Fälle des Datenausspähens (plus 49 Prozent), 7.200 Betrugsfälle, bei denen persönliche Zugangsberechtigungen missbraucht wurden (plus 37,4 Prozent). (apn)

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