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GameStop: Aktie erlebt zweiten Frühling – Anstieg um 100%

Nachdem die Aktie von GameStop vor wenigen Wochen kurzzeitig in die Höhe schoss, scheint sie sich jetzt erneut im Aufwind zu befinden – scheinbar ohne Grund.

Update vom 25. Februar 2021: Die Lage um GameStop wird kontinuierlich mehr zu einem echten Finanzkrimi. Nach dem ersten Höhenflug der Aktie der Spielemarkt-Kette sah es in den letzten Wochen so aus, als würde sie sich allmählich wieder beim normalen Preis zwischen 40 und 50 Dollar einpendeln. Weit gefehlt, wie sich rausstellen sollte, denn die Aktie mit der Kennung GME ist wieder auf einem steilen Weg nach oben und legt massiv an Wert zu. Woran genau das liegen könnte, darüber wird noch spekuliert.

UnternehmenGameStop
HauptsitzGrapevine, Texas, Vereinigte Staaten
CEOGeorge Sherman
Umsatz6,466 Milliarden USD (2019)
GründerGary M. Kusin, James McCurry
Anzahl an Filialen7.535 in 18 Ländern, davon 1.200 in Europa

Zur Börsenöffnung am Mittwoch, dem 24. Februar 2021, begann die GameStop-Aktie ihren Tag am US-Finanzmarkt bei moderaten 44,70 Dollar. Über den Laufe des Tages sollte sie aber wieder einen wilden Anstieg erfahren und lag zu Börsenschluss schließlich wieder bei 91,71$. Es ist der bisher höchste Wert seit dem ersten Anturm im Januar, bei dem Reddit-Nutzer und Hobbyinvestoren einen kollektiven Kauf der GME-Aktie starteten, um Hedge-Fonds riesige Verluste bereiteten, die auf einen weiter fallenden Kurs wetteten.

Warum GameStop wieder im Aufwind ist, kann sich kaum jemand so genau erklären, aber mögliche Gründe sind die kürzlichen Ausführungen von Keith Gill bei seiner Anhörung, oder auch der Rücktritt von GameStops Finanzchef Jim Bell, der wegen Unstimmigkeiten über die Strategie des Unternehmens und Druck von Investoren abgetreten ist. Aber auch auf den europäischen Aktienmarkt zeichnet sich der rapide Anstieg von GameStop ab. An der Frankfurter Börse hat die Aktie im Laufe des heutigen Tages einen Anstieg um satte 340 % verzeichnet und kletterte von 40€ zwischenzeitlich auf 137€

Update vom 19. Februar 2021: Gestern fand die Anhörung von YouTuber Keith „Roaring Kitty“ Gill per Videoschalte statt, denn schließlich ist auch in den USA das Coronavirus nach wie vor präsent. Bei seinem Eröffnungsstatement stellte Gill zunächst einmal fest, was er alles nicht ist und sorgt direkt für einen Lacher.

GameStop-Aktie: Keith Gill eröffnet Anhörung mit Verweis auf viralen Clip

Denn Keith Gill stellt fest, dass er keine Katze ist und spielt damit auf den Katzen-Anwalt* an, der während eines Zoom-Calls vergeblich versuchte einen Katzenfilter wieder auszustellen. Doch direkt danach wird Gill wieder ernst und fährt fort: „Ich bin weder ein institutioneller Investor noch ein Hedgefonds.Gill wird vorgeworfen, dass er absichtlich seine Expertise im Aktienmarkt verschwiegen und seine Follower dazu verleitet habe, in GameStop-Aktien zu investieren, nur um selbst davon zu profitieren. Dabei wiederholt Gill mit seinem Statement abermals, dass er eben kein Experte ist, sondern sein YouTube-Kanal Bildungszwecken gilt.

Anschließend ging Keith Gill darauf ein, wie er aufwuchs, sich erstmals für Aktien und den Aktienmarkt interessierte und wieso er sich letztendlich dazu entschied enorm in die GameStop-Aktie zu investieren. So führt Gill als Beweggründe für die Investition seine Liebe zu Videospielen und seinen Wunsch, weiterhin bei GameStop einkaufen zu können, an. Als er gefragt wird, ob er auch jetzt, nachdem die Aktie wieder bei ca. 45 US-Dollar gehandelt wird, in GameStop investieren würde, bejaht Gill und erklärt: „Lassen Sie [das Komitee, Anm. d. Red.] mich nur sagen, dass Investieren riskant sein kann und mein besonderer Ansatz beim Investieren eher aggressiv und möglicherweise nicht für andere geeignet ist, aber für mich persönlich, ja – ich finde es zu diesem Preis eine attraktive Investition.“

GameStop-Aktie: YouTuber eröffnet Anhörung mit Verweis auf viralen Clip

GameStop-Aktie: Gill fordert mehr Transparenz im Aktienhandel

Insgesamt scheint sich Gill dem Ernst der Lage, in welcher er gerade steckt, also durchaus bewusst zu sein. Andererseits wirkte sein Auftritt doch etwas absurd, insbesondere mit dem besonderen Eröffnungsstatement. Denn Gill nahm an der Anhörung von Zuhause aus teil, mitsamt rotem Gaming-Stuhl, einem Whiteboard im Hintergrund und einem Motivationsposter mit einem Kätzchen auf dem „Hang in there!“ – zu Deutsch: „Bleib dran!“ – zu lesen ist. Neben Keith Gill wurden auch die CEOs von Melvin Capital, Citadel, Robinhood sowie Reddit verhört. Das Komitee hat wohl insbesondere die CEOs von Robinhood und Citadel intensiv befragt. Ob es nach den Anhörungen neue Gesetze und Regeln geben wird, ist offen. Gill hat sich jedoch für mehr Transparenz im Aktienmarkt ausgesprochen. Die gesamte Anhörung kann man auf YouTube ansehen.

Erstmeldung vom 18. Februar 2021: Springfield, Massachusetts – Die Entwicklungen rund um die GameStop-Aktie hat für eine Menge Wirbel im Aktienmarkt und in den Medien gesorgt. Die ganze Situation ist so einzigartig und erstaunlich, dass bereits Filme in Planung sind, welche die Geschehnisse visuell aufarbeiten möchten. Aber wie das so ist am Aktienmarkt, waren nicht alle erfreut über die Achterbahnfahrt der GameStop-Aktie und einige haben sehr viel Geld verloren. Nun sind die ersten Involvierten angeklagt.

GameStop-Aktie: YouTuber Keith „Roaring Kitty“ Gill angeklagt

Was war passiert? Nun GameStop befindet sich (oder befand) sich auf dem absteigenden Ast, ebenso wie die GameStop-Aktie. In den USA mussten bereits einige GameStop-Läden aufgrund von Insolvenz schließen. In 2020 sank die Aktie des Videospielhändlers teilweise sogar auf unter 3 US-Dollar. Auf eben diesen Abwärtstrend hat so mancher Aktionär und Hedgefonds-Manager spekuliert und staunte nicht schlecht, als sich Reddit-User kurzerhand zusammenschlossen und zahlreiche Wertpapiere von GameStop kauften. Der Aktienkurs stieg dementsprechend natürlich wieder an, sogar so enorm, dass die Spekulanten in kürzester Zeit zu Millionären werden konnten. Dafür verloren diejenigen, die auf den Absturz von GameStop spekulierten riesige Beträge an Geld.

Dies sorgte natürlich von extremes Chaos an der amerikanischen Börse, was prompt verfilmt werden soll. So haben Netflix und MGM bereits angekündigt, eine Serie bzw. einen Film drehen* zu wollen. Auch wenn die ganze Unternehmung viel Zuspruch von Gamern erhielt, müssen sich einige Involvierte nun vor einem gerichtlichen Prozess verantworten. Denn US-Behörden untersuchen bereits eine mögliche Marktmanipulation*. So steht nun unter anderem der YouTuber „Roaring Kitty“, welcher mit bürgerlichem Namen Keith Gill heißt, vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, dass er seine Expertise verschwiegen hätte und Privatanleger zum Kauf der GameStop-Aktie bewogen hätte.

GameStop-Aktie: Kanal von YouTuber Keith Gill dient nur zu Bildungszwecken

Eine Anwaltskanzlei für Sammelklagen vertritt die Interessen derjenigen, die auf Kursverluste der GameStop-Aktie gewettet hatten, und hat nun Klage gegen Gill eingereicht. Gill wird vorgeworfen, dass er seine Expertise im Wertpapierhandel verschwiegen habe und in den sozialen Medien Privatanleger dazu bewegt hat, die besagten GameStop-Aktien zu kaufen, um selbst davon zu profitieren. Das wäre natürlich Marktmanipulation und somit strafbar. Nun muss er vor Gericht aussagen, ebenso wie der Chef der Handelsplattform Robinhood sowie die CEOs der Hedgefonds Citadel und Melvin. Bei der Anhörung will Gill jedoch keineswegs klein beigeben. So sagt er: „Ich habe hinreichend klargemacht, dass mein Kanal nur zu Bildungszwecken diente und dass mein aggressiver Anlagestil für die meisten Leute wahrscheinlich nicht geeignet war.

GameStop-Aktie: YouTuber muss sich vor Gericht verantworten

Genau das steht auch in der Kanalinfo auf Gills YouTube-Channel Roaring Kitty. Ob dieser Hinweis jedoch ausreicht, wird sich zeigen. Der Ausschuss für Finanzdienstleistungen wird nun untersuchen, wie genau die Aktien von GameStop aber auch von anderen Unternehmen in die Höhe getrieben werden konnten. Die Kleinanleger haben mit ihren konzentrierten Käufen bestimmter Wertpapiere Börsen weltweit in Unruhe versetzt und Hedgefonds teilweise um Verluste in Milliardenhöhe gebracht. So gerieten einige Fonds sogar in existenzielle Schwierigkeiten oder mussten mit einer Finanzspritze vor dem Kollaps gerettet werden. Gill wird von zahlreichen Gamern und Kleinanlegern auf jeden Fall gefeiert. *ingame.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa/Bryan Smith

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