Junge Menschen versetzen Tiere in Panik

Landwirt wütend über Internet-Challenge: "Habens euch alle ins Hirn gesch***?"

Österreich - Ein neuer Trend in den sozialen Medien, die sogenannte "Kulikitaka"-Challenge, sorgt dafür, dass Tiere für ein kurzes Video in Panik versetzt werden. Ein österreichischer Bauer zeigt sich jetzt fassungslos darüber. Auf der Videoplattform TikTok macht Georg Doppler jetzt seinem Ärger Luft:

In Österreich kommt es immer wieder zu Kuhattacken, bei denen die Tiere Wanderer angreifen. Viele Spaziergänger laufen oft direkt durch die eingezäunten Weiden. Die Mutterkühe versuchen dann ihre Kälber zu verteidigen und gehen daher auf die Menschen los. Eine neue Challenge, eine Herausforderung bei einem neuen Trend mitzuziehen und ein Video dazu zu drehen, auf der Videoplattform TikTok könnte nun dazu führen, dass die Zahl der Angriffe steigt. 


Kühe werden bei der "Kulikitaka"-Challenge erschreckt

Denn die sogenannte "Kulikitaka"-Challenge geht derzeit viral. Während die TikTok-Nutzer anfangs noch normale Tanzvideos zu dem Song "Kulikitaka" von Toño Rosario posteten, ist man nun dazu übergegangen, mit den ruckartigen Tanzbewegungen Tiere zu erschrecken. Nach den eigenwilligen Bewegungen laufen die meist jungen Personen zum Abschluss schnell auf die Tiere zu und versetzen sie somit in Panik. Besonders Kühe sind momentan "beliebte Objekte" für diese Challenge. 


Landwirt fassungslos: "Gibt es überhaupt noch Grenzen?"

Einigen Bauern und Almbesitzern reicht es jetzt. Auch Georg Doppler, ein Landwirt aus Oberösterreich, ist fassungslos über die "Kulikitaka"-Challenge. Auf Instagram macht er daher seinem Ärger Luft: "Was kommt als nächstes? Gibt es überhaupt noch Grenzen? Darf denn jeder alles tun? Ohne Konsequenzen? Einfach weil's grad cool ist und viele Likes bringt? Diese #scaringcowchallenge auf #tiktok ist nur ein neuerlicher Auswuchs unserer Gesellschaft. Aber wehe, es passiert mal was, dann wird gleich nach der Mami gerufen, bzw. nach dem Anwalt und dann sucht man nach dem Schuldigen weil 'irgendwer muss ja verantwortlich' sein."

Dazu postet er ein Video, in dem er die Teilnehmer der TikTok-Challenge direkt anspricht: "Grüß euch, liebe gehirnamputierte Vollpfosten auf TikTok und ich weiß nicht wo noch überall. Ich weiß nicht, ob ihr des schon mitbekommen habt, es gibt wieder eine neue Challenge - ganz was cooles. (...) Man steigt in eine Weide oder geht auf eine Alm und erschreckt dort die Kühe - mega cool."

Georg Doppler: "Schaltet mal wieder euer Hirn ein"

Der österreichische Landwirt ist entsetzt über die Personen, die die Tiere für ein Video erschrecken, um dafür dann Anerkennung im Internet zu erhalten: "Sagts mal ernsthaft, habens euch alle ins Hirn gesch***?" Er warnt davor, dass die Kühe ihre Kälber und ihr Revier verteidigen: "Die rennen über euch drüber, so schnell könnt ihr gar nicht schauen". Dass die Menschen nicht nur sich selbst, sondern auch andere Wanderer damit in Gefahr bringen, ist ihnen offenbar nicht bewusst. "Schaltet wieder mal euer Hirn ein", so Georg Doppler abschließend. 

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Auch Österreichs Jungbauern-Landesobmann Christian Lang ist fassungslos über die Personen, die an der "Kulikitaka"-Challenge teilnehmen: "Ich bin entsetzt über dieses rücksichtslose Verhalten der Jugendlichen und kann nur an all jene appellieren, die sich in eine unterschätzte Gefahrensituation begeben: Lasst die Tiere in Ruhe und begegnet ihnen mit einem angemessenen Respekt", sagt er gegenüber meinbezirk.at

Viele Nutzer auf TikTok und Instagram stimmen der Sichtweise von Landwirt Georg Doppler zu. So heißt es: "Endlich moi oaner, der sich traut was zum sagn", "Danke dafür. Dem ist nichts hinzuzufügen" oder "Super! ich finde die Challenge mit egal welchem Lebewesen absolut daneben!"

jg

Rubriklistenbild: © Collage (Screenshot: tiktok.com/@georg.doppler/YouTube

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