Kredit: BW Bank widerspricht Wulff

Berlin - Neues Ungemach für den Bundespräsidenten: In Bezug auf den Privatkredit hat die BW Bank den Darstellungenvon Christian Wulffs im TV-Interview widersprochen.

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Die BW Bank hat einem Medienbericht zufolge den Darstellungen von Bundespräsident Christian Wulff in einem zentralen Punkt widersprochen. Demnach kam der Vertrag für ein langfristigesDarlehen zur Finanzierung seines Einfamilienhauses nicht bereits im November 2011 zustande, wie es Wulff am Mittwoch im Interview mit ARD und ZDF dargestellt hatte. Denn im November hatten sich die Bank und Wulff lediglich mündlich geeinigt. Dies reicht jedoch nach Auskunft der Bank nicht aus, um den Vertrag wirksam werden zu lassen: “Ein Kreditvertrag mit Verbrauchern bedarf der Schriftform“, antwortete die Bank auf eine entsprechende Anfrage der Zeitung “Die Welt“ (Freitagausgabe).

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Einen schriftlichen Vertrag habe die Bank erst am 12. Dezember an Wulff geschickt, unterschrieben habe er den Kreditvertrag am 21. Dezember und damit rund eine Woche nach den ersten Medienberichten über seine Hausfinanzierung. Bei der Bank sei der unterschriebene Vertrag am 27. Dezember eingegangen.

Wulff hatte im Fernsehinterview Vorwürfen widersprochen, der neue Kreditvertrag mit der BW Bank, der ein günstigeres Geldmarktdarlehen ablösen soll, sei deutlich später zustande gekommen als von ihm zunächst angegeben. “Denn wenn Sie am 25. November sich geeinigt haben (…), dann ist der Vertrag geschlossen“, sagte er im Interview. Es gelte “Handschlagqualität in diesem Bereich, wenn man sich mit einer Bank verständigt“.

Grüne: Kardinalfrage von Wulff nicht beantwortet

Für den Vorsitzenden der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag in Hannover, Stefan Wenzel, bleiben auch nach dem TV-Interview von Christian Wulff wesentliche Fragen weiter offen. “Dass Herr Wulff den Text seines Anrufs beim 'Bild'-Chef nicht gedruckt sehen möchte, macht seine Ausführungen in dem Interview nicht glaubwürdiger“, sagte Wenzel der “Passauer Neuen Presse“ (Freitagsausgabe): “Die Kardinalfrage, ob er als früherer niedersächsischer Ministerpräsident gegen das Ministergesetz verstoßen hat, ist nach wie vor nicht klar beantwortet.“

So habe es die Übergabe eines anonymen Schecks, einen Kredit mit einzigartigen Konditionen für den Kauf seines Hauses und viele weitere Punkte gegeben, die Fragen aufwerfen, sagte Wenzel. “Die Liste ist in den letzten Wochen immer länger geworden.“ Der Grünen-Fraktionschef kündigte an, im Landtag von Hannover einen Fragenkatalog zu den Umständen des Kredits für Wulff vorzulegen.

dapd

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