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News-Ticker zum Kriegsgeschehen

Bei Reise mit Baerbock nach Kiew: Niederländischer Außenminister muss in Bombenkeller gebracht werden

Der US-Geheimdienst geht davon aus, dass Putin im Ukraine-Krieg bald zu drastischeren Mitteln greift. Fünf russische Gouverneure legen indes am Dienstag ihr Amt nieder. Der News-Ticker.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Alle weiteren militärischen Entwicklungen im Russland-Ukraine-Krieg lesen Sie in diesem News-Ticker. +++

Update vom 11. Mai, 14.20 Uhr: In den vergangenen 24 Stunden wurden in der ukrainischen Region Mykolajiw neun Menschen nach mutmaßlich russischen Angriffen verletzt. Das berichtet die Ukrainska Pravda. Damit lägen nun 159 verwundete Menschen in der Region im Krankenhaus. Mykolajiw liegt in der Südukraine zwischen den Städten Odessa und Cherson.

Update vom 11. Mai, 12 Uhr: Der Gouverneur der Region Charkiw, Oleg Synegubow, gab an, die Stadt Charkiw sei nun „dank der erfolgreichen Aktionen der ukrainischen Streitkräfte und der Befreiung von einigen Ortschaften relativ ruhig“. Allerdings müsse man weiterhin „wachsam“ bleiben und nicht unnötig auf die Straße gehen, wurde der Gouverneur von The Guardian zitiert. Außerdem sei es auch gefährlich, in vor kurzem von russischen Truppen befreite Ortschaften zurückzukehren, da das Gebiet voller Minen sei. Russische Truppen hätten auch in Schulen, Kindergarten und privaten Haushalten Minen gelegt, so Synegubow. Derzeit seien Spezialeinheiten mit der Entfernung von Minen beschäftigt. Zuvor meldete die Ukraine die Befreiung von vier Ortschaften um Charkiw.

Ukraine-Krieg: Russland greift Slowjansk mit Raketen an - offenbar keine Verluste

Update vom 11. Mai, 9.45 Uhr: Russische Truppen setzten Raketenangriffe auf ukrainische Städte im Donbass fort. Nach ukrainischen Angaben wurden zwei Gebiete in der Stadt Slowjansk von russischen Raketen getroffen. Derzeit gebe es noch keine Verluste, erklärte Bürgermeister Wadym Liakh laut dem US-Sender CNN. Die Stadt Slowjansk nimmt einen wichtigen Platz in den militärischen Plänen Russlands für die Ostukraine ein.

Ukraine-Krieg: Ukraine meldet neue Zahlen zu russischen Verlusten

Update vom 11. Mai, 8.45 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat neue Zahlen zu russischen Verlusten in der Ukraine veröffentlicht. Demnach seien bislang rund 26.350 russische Soldaten getötet worden. Der Generalstab behauptete zudem die Zerstörung von 1.187 Panzern, 2.856 gepanzerten Truppenwagen, 528 Artilleriesystemen und 185 Mehrfachraketenwerfern. Daneben habe man auch 87 Luftverteidigungssysteme, 199 Flugzeuge, 160 Helikopter, 390 Drohnen, 94 Marschflugkörper und 12 Boote der russischen Armee zerstört. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

Ukraine-Krieg: London warnt vor russischer Dominanz im Schwarzen Meer

Update vom 11. Mai, 8.35 Uhr: Im aktuellsten Bericht zur Situation im Ukraine-Krieg fokussierte sich das britische Verteidigungsministerium auf die Lage rund um die Schlangeninsel im Schwarzen Meer. Russische Truppen würden versuchen, ihr ungeschütztes Garnison auf der Insel zu verstärken, hieß es in dem auf Twitter veröffentlichten Kurzbericht. „Die Ukraine hat russische Luftverteidigungssysteme und Nachschub-Boote mit Bayraktar-Drohnen erfolgreich getroffen“, betonte das Ministerium in London. Nach dem Verlust des Kreuzers „Moskwa“ habe sich die russische Marine in Richtung Krim zurückgezogen, weshalb russische Boote im westlichen Schwarzen Meer nun „minimalen Schutz“ haben würden, unterstrich das britische Ministerium außerdem in dem Bericht.

Darüber hinaus würden Moskaus Versuche, russische Einheiten auf der Insel zu stärken, der Ukraine nun mehr Möglichkeiten bieten, um russische Truppen und Ausrüstung anzugreifen. „Falls Russland ihre Position auf der Schlangeninsel mit strategischer Luftverteidigung und Marschflugkörpern zur Küstenverteidigung konsolidieren sollte, so könnten sie das nordwestliche Schwarze Meer dominieren“, warnte der Bericht des britischen Verteidigungsministeriums.

Ukraine-Krieg: Kiew meldet Erfolge um Charkiw - vier Ortschaften von russischen Truppen befreit

Update vom 11. Mai, 7.05 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben Geländegewinne rund um die zweitgrößte Stadt Charkiw im Osten des Landes vermeldet. „Die Besatzer werden nach und nach aus Charkiw zurückgedrängt“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht zum Mittwoch in einer Videobotschaft. Er lobte die „übermenschliche Stärke“ der ukrainischen Armee und warnte seine Landsleute zugleich davor, schnelle Erfolge im Kampf gegen die russischen Truppen zu erwarten. „Die Ortschaften Tscherkassy Tyschky, Rusky Tyschky, Rubischne und Bayrak wurden befreit“, erklärte der ukrainische Generalstab auf Facebook.

Während die russischen Streitkräfte dadurch die Stadt Charkiw „noch weniger“ mit Artiellerieangriffen treffen könnten, habe die „Intensität der Bombardierungen im Bezirk Charkiw zugenommen“. Die russischen Truppen hinterlassen nach Angaben der ukrainischen Regionalverwaltung zudem „Todesfallen“ - Minen.

Ukraine-Krieg: USA teilen neue Einschätzung - „Russland hat keines ihrer strategischen Ziele erreicht“

Update vom 11. Mai, 6.50 Uhr: Nach Angaben eines hochrangigen US-Verteidigungsbeamten hat die russische Invasion der Ukraine bislang keines ihrer strategischen Ziele erreichen können. In einem auf der Internetseite des US-Verteidigungsministeriums veröffentlichten Briefing gegenüber Reportern führte der US-Beamte an, Russland liege außerdem nach einer Einschätzung der USA zwei Wochen hinter dem festgelegten militärischen Zeitplan der Invasion.

Derzeit fokussiere sich Russland hauptsächlich auf das Gebiet zwischen den Städten Isjum und Slowjansk, erklärte der Pentagon-Beamte. Er bestätigte zudem Russlands Kontrolle über die Stadt Popasna. In Isjum sei der russische Angriff ins Stocken geraten, weshalb sich Putins Truppen in den letzten 24 Stunden mehr gegen Slowjansk verlagert hätten. Darüber hinaus befürchte Washington, Russland wolle auch in Richtung Kramatorsk und Dobropillja vorstoßen.

Über die langfristigen Absichten des russischen Machthabers Wladimir Putin sei man sich nicht „absolut sicher“. Es sei möglich, so der Beamte, dass er einfach einen Sieg im Donbass ankündigen oder aber die Kontrolle über die Region für weitere Angriffe nutzen werde. Zum zukünftigen Schicksal der ukrainischen Hauptstadt Kiew sagte der US-Beamte: „Wir wissen nicht, ob er Kiew aufgegeben hat. Es ist noch nicht ganz klar.“ Doch das russische Militär habe weiterhin die nötigen Fähigkeiten, um Kiew erneut anzugreifen.

Ukraine-Krieg: Russischer T-90M-Panzer in die Luft gejagt - mehr als vier Millionen Euro wert

Update vom 10. Mai, 21.49 Uhr: Aktuelle Drohnenaufnahmen zeigen, wie ukrainische Truppen einen hochmodernen russischen Panzer des Modells T-90M in die Luft jagen. Die ukrainischen Streitkräfte gaben an, dass die schwedische Panzer-Abwehrwaffe „Carl Gustaf“ für die Sprengung des russischen Panzers in der Nähe der Stadt Charkiw zum Einsatz kam. Dies geht aus einer Meldung des ukrainischen Verteidigungsministeriums am Donnerstag auf Twitter hervor. Die Angaben konnten zunächst nicht von unabhängiger Seite überprüft werden. Das T-90M-Modell soll über vier Millionen Euro wert sein, die schwedische Panzer-Abwehrwaffe wird von der DailyMail mit etwa 21.000 Euro beziffert.

Die „Carl Gustaf“ wird vom Saab-Konzern hergestellt, zu dem bis 1990 auch die bekannte Auto-Sparte gehörte. Kurz nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine lieferte Schweden neben 5000 Panzer-Abwehrwaffen auch Helme, Schutzwesten, Feldrationen und im Anschluss 5000 Haubitzenan die Ukraine .

Ein russischer Panzer des Modells T-90M bei der Militärparade am 9. Mai am Roten Platz in Moskau. Russland begeht am „Tag des Sieges“ den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg.

Niederländischer Außenminister bei Besuch in Kiew wegen Luftalarm im Bombenkeller

Update vom 10. Mai, 21.10 Uhr: Der niederländische Außenminister Wopke Hoekstra hat wegen eines Luftalarms bei seinem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eine Zeit lang in einem Bombenkeller verbringen müssen. Der 46-Jährige brachte sich am Dienstagabend vor einem geplanten Treffen mit Bürgermeister Vitali Klitschko in Sicherheit, als die Sirenen vor russischen Luftangriffen warnten.

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, traf am Dienstag (10. Mai) die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock und ihren niederländischen Amtskollegen Wopke Hoekstra in der ukrainischen Hauptstadt.

Hoekstra war mit dem Zug gemeinsam mit Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) nach Kiew gereist und hatte mit ihr einige Termine wahrgenommen. Baerbock selbst war dem Vernehmen nach nicht betroffen von der Schutzmaßnahme. Die Ministerin hatte zuvor erklärt, dass auch nach dem Abzug der russischen Truppen aus der Region Kiew der Krieg in der Ukraine nicht vorbei sei. „Es kann an jedem Ort dieses Landes eine Rakete einschlagen“, sagte sie.

Ukrainische Soldaten in Deutschland eingetroffen: Ausbildung an Panzerhaubitze beginnt

Update vom 10. Mai, 21.06 Uhr: Ukrainische Soldaten sind zur Ausbildung an der Panzerhaubitze 2000 in Deutschland eingetroffen. Die künftigen Besatzungen des Waffensystems und technische Fachleute landeten am Dienstag in Rheinland-Pfalz. Sie sollen am Mittwoch in die Ausbildung an der Artillerieschule der Bundeswehr in Idar-Oberstein eingewiesen werden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Berlin erfuhr.

Zur Verteidigung gegen den russischen Angriff wollen Deutschland und die Niederlande der Ukraine insgesamt zwölf Panzerhaubitzen übergeben, die als eines der modernsten Artilleriegeschütze weltweit gelten - mit Schussentfernungen von bis zu 40 Kilometern. Die Artilleriefahrzeuge werden jeweils von fünf Soldaten bedient. Die Zahl der für die Schulung vorgesehenen Soldaten beträgt demnach mehr als 60. Dazu kommen technische Fachleute sowie Übersetzer. Nach früheren Angaben soll die Ausbildung etwa 40 Tage dauern, abhängig vom Kenntnisstand der Soldaten auch weniger. Sie müssen lernen, die Panzerhaubitze zu fahren, mit ihr zu schießen und Störungen im Betrieb zu beseitigen.

Eine Panzerhaubitze 2000 (kurz PzH 2000) der Bundeswehr fährt während der Übung „Wettiner Heide“ am 10. Mai in Niedersachsen auf einem Übungsplatz.

Ungewöhnliche Rücktrittswelle mehrerer Gouverneure in Russland: Spekulationen über Motive

Update vom 10. Mai, 20.23 Uhr: In Russland hat eine ungewöhnliche Rücktrittswelle von regionalen Gouverneuren für Aufsehen gesorgt. Am Dienstag erklärten innerhalb weniger Stunden insgesamt fünf Gebietschefs in verschiedenen Landesteilen, entweder zurückzutreten oder nicht zur Wiederwahl antreten zu wollen.

Als erste verkündeten Sergej Schwatschkin aus dem sibirischen Tomsk und sein Kollege Igor Wassiljew aus dem rund 1000 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegenen Kirow ihre Rücktritte. Dann folgten die Chefs von Saratow und der autonomen Republik El Mari. Der Gouverneur des Gebiets Rjasan, Nikolai Ljubimow, wiederum erklärte, nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren zu wollen.

Insgesamt besteht Russland aus mehr als 80 so genannten Föderationssubjekten - das sind etwa Gebiete und autonome Republiken. Als offizielle Begründung für ihre Rücktritte nannten die einzelnen Gouverneure unter anderem ihr Alter oder sie verwiesen auf recht lange Amtszeiten, die bereits hinter ihnen lägen.

Rücktrittswelle sorgt für Spekulationen: Wollen Gouverneure wirtschaftliche Folgen nicht mittragen?

Bei vielen Bürgern aber sorgte die Rücktrittswelle für Verwunderung und auch Spekulationen. Im Nachrichtendienst Telegram fragten sich mehrere Nutzer, ob die Gebietschefs möglicherweise den seit zweieinhalb Monaten andauernden Krieg gegen die Ukraine und die wirtschaftlichen Folgen für Russlands Provinzen nicht länger mittragen wollten. Durch die Sanktionen des Westens haben sich viele Unternehmen aus Russland zurückgezogen. Menschen verlieren massenhaft ihre Beschäftigung.

Diese Welle könne in der aktuellen Situation ein Anzeichen dafür sein, dass das Schiff ins Kentern gerate und die „Ratten wohl lieber von Bord gingen“, meinte der Politologe Abbas Galljamow. Andere spekulierten, dass die fünf Politiker sich eventuell nicht loyal genug gegenüber dem Kreml verhalten hätten und nun auf Entscheidung von ganz oben ihre Posten räumen müssten.

Ukraine-Konflikt: Mehr als acht Millionen Menschen flüchteten vor Krieg

Update vom 10. Mai, 17.35 Uhr: In der Ukraine sind inzwischen mehr als acht Millionen Menschen als Folge des russischen Angriffskriegs innerhalb des Landes vertrieben worden. Das berichtete die UN-Organisation für Migration am Dienstag. Zusätzlich haben gut 5,9 Millionen Menschen die Landesgrenzen auf der Flucht ins Ausland überquert, wie aus der Statistik des UN-Flüchtlingshilfswerk hervorgeht. Vor dem russischen Einmarsch am 24. Februar hatte die Ukraine etwa 44 Millionen Einwohner.

Ukraine-Krieg: US-Geheimdienst mit Prognose zu Putins weiteren Plänen - „Nukleare Rhetorik“ werde nicht aufhören

Update vom 10. Mai, 16.37 Uhr: Eine eventuelle Eroberung des Donbass würde nach Auffassung der amerikanischen Geheimdienste wohl nicht das Ende von Russlands Krieg gegen die Ukraine bedeuten. Putin bereite sich auf einen längeren Konflikt im Ukraine-Krieg vor. Er wolle immer noch Ziele erreichen, die über die Ostukraine hinausgingen, sagte US-Geheimdienst-Koordinatorin Avril Haines am Dienstag bei einer Anhörung des Senats in Washington.

„Wir gehen davon aus, dass sich die strategischen Ziele Putins wahrscheinlich nicht geändert haben“, so Haines. Die Verlagerung der russischen Streitkräfte in den Donbass sei wohl nur vorübergehend.

Russlands Präsident Wladimir Putin: Welche Pläne verfolgt er in der Ukraine?

Haines warnte vor einer Eskalation des Konflikts. Der Kampf entwickle sich zu einem ungewissen Zermürbungskrieg. Putins Ambitionen und die militärischen Fähigkeiten Russland stünden in einem Missverhältnis. Dies bedeute einen „unvorhersehbaren und potenziell eskalierenden Kurs“ in den kommenden Monaten, so die Geheimdienst-Koordinatorin.

„Der derzeitige Trend erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Präsident Putin sich drastischeren Mitteln zuwendet, einschließlich der Verhängung des Kriegsrechts, der Umorientierung der Industrieproduktion oder potenziell eskalierenden militärischen Optionen“, sagte die US-Geheimdienstdirektorin

Zu einer diplomatischen Lösung äußerte sich der US-Geheimdienst pessimistisch: „Da sowohl Russland als auch die Ukraine glauben, dass sie militärisch weiter vorankommen können, sehen wir zumindest kurzfristig keinen gangbaren Verhandlungsweg“, sagte Haines. Putin rechne wahrscheinlich damit, dass die Entschlossenheit der USA und der EU angesichts von Inflation und Lebensmittelknappheit nachlasse.

Avril Haines, Direktorin des US-Geheimdienstes, verkündete pessimistische Prognosen zum Ukraine-Krieg.

Die USA seien außerdem immer noch der Ansicht, dass Moskau auch künftig eine „nukleare Rhetorik“ einsetze, um die USA und den Westen davon abzuhalten, die Unterstützung für die Ukraine zu erhöhen. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass Präsident Putin den Einsatz von Atomwaffen wahrscheinlich nur dann genehmigen würde, wenn er eine existenzielle Bedrohung für den russischen Staat oder das russische Regime wahrnehmen würde“, sagte Haines.

Ukraine-Krieg: Offenbar schwerer Beschuss des Stahlwerks in Mariupol

Update vom 10. Mai, 15 Uhr: Aus dem belagerten Stahlwerk Asow-Stahl in der Hafenstadt Mariupol haben die letzten ukrainischen Kämpfer über schweren Beschuss durch russische Truppen berichtet. Die ganze Nacht lang sei das Gelände aus der Luft angegriffen worden, sagte der Vizekommandeur des Asow-Regiments, Swjatoslaw Palamar, der Zeitung Ukrajinska Prawda. Es gebe viele Schwerverletzte. Sie müssten dringend in Sicherheit gebracht werden, forderte er.

Entgegen jüngster Berichte über die vollständige Evakuierung aller Zivilisten aus dem Mariupoler Werk erklärte der regionale Verwaltungschef Pawlo Kyrylenko am Montagabend, es seien doch noch 100 Menschen dort, die keine Kämpfer seien. Darüber hinaus harren in der Stadt, die vor dem Krieg mehr als 400.000 Einwohner zählte, auch außerhalb des Geländes weiter Zivilisten aus.

Ukraine-Krieg: „Mariupol ist das große schwarze Loch“- Dramatische Berichte

Update vom 10. Mai, 12.59 Uhr: In Mariupol sind nach Überzeugung der UN-Menschenrechtsbeauftragten in der Ukraine Tausende Zivilisten ums Leben gekommen. „Mariupol ist das große schwarze Loch“, sagte Matilda Bogner. „Wir gehen davon aus, dass es dort Tausende Tote gab, Zivilisten, die wegen der Kämpfe umgekommen sind.“

Dramatische Berichte gibt es aus der zerstörten Stadt Mariupol, im Hintergrund das Stahlwerk, in der sich immer noch ukrainische Kämpfer verschanzen.

Die Leiterin der Kommission, die die Menschenrechtslage in der Ukraine seit 2014 untersucht, sagte am Dienstag in Genf, bislang habe die Sicherheitslage es nicht erlaubt, die Fälle einzeln zu dokumentieren. Daran werde aber gearbeitet. Ihr Team von knapp 60 Expertinnen und Experten habe seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs zahlreiche Menschenrechtsverletzungen dokumentiert. Darunter könnten auch Kriegsverbrechen sein, sagte sie. Bislang seien knapp 4000 Todesfälle dokumentiert. Die wahre Zahl liege um Tausende höher.

„Menschen berichten uns, dass Verwandte, Nachbarn und Freunde getötet, verletzt und festgenommen wurden und einige verschwunden sind“, sagte Bogner. Sie berichtete von einer fünfköpfigen Familie, von denen drei Angehörige bei der Flucht im Auto von russischen Soldaten erschossen worden seien. Ein 70-jähriger Mann habe von seinem Zufluchtsort im Keller einer Schule berichtet, der so überfüllt gewesen sei, dass er im Stehen schlafen musste und sich an ein Geländer band, um nicht umzufallen.

Menschenrechte würden auch verletzt, wenn Alte und Kranke keine medizinische Versorgung hätten, so Bogner. In einem Dorf seien etwa zehn ältere Menschen im Keller einer Schule gestorben, weil sie dort teils Wochen ausharren mussten und nicht versorgt werden konnten.

Es gebe anhaltende Berichte über Vergewaltigungen, überwiegend von Mädchen und Frauen, aber auch Jungen und Männern. Mindestens 204 Menschen seien gegen ihren Willen verschleppt worden, darunter 169 Männer, 34 Frauen und ein Junge, sagte Bogner.

Täter seien fast ausschließlich russische Soldaten und mit ihnen verbündete Gruppen etwa in der Ostukraine gewesen. Es gebe aber auch glaubhafte Berichte, dass russische Soldaten in ukrainischem Gewahrsam misshandelt und gefoltert worden seien.

Ukraine-Krieg: Offenbar noch über 1000 Soldaten im Asow-Stahlwerk

Update vom 10. Mai, 12.40 Uhr: In dem von russischen Truppen belagerten Industriekomplex Asow-Stahl in Mariupol befinden sich nach Angaben der ukrainischen Regierung noch mehr als tausend ukrainische Soldaten. „Hunderte sind verletzt“, sagte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Einige der Soldaten seien „schwer verletzt“ und müssten „dringend“ aus dem Stahlwerk herausgeholt werden, sagte Wereschtschuk. „Die Situation verschlimmert sich täglich.“

Ukraine-Krieg Moral in Putins Armee schwindet offenbar weiter - Viele Soldaten missachten laut Pentagon Befehle

Kiew - Das US-Verteidigungsministerium sieht Anhaltspunkte dafür, dass die Moral innerhalb der Armee von Wladimir Putin im Krieg gegen die Ukraine weiter schwindet. Im aktuellen Hintergrundbericht, der auf der Homepage des Ministeriums zu lesen ist, ist die Rede davon, dass viele russische Soldaten die Befehle ihrer Kommandanten missachten würden.

Das Ignorieren von Anweisungen beträfe vor allem mittlere Dienstgrade innerhalb der russischen Truppen. Aber auch Kommandeure ganzer Bataillons würden teilweise die Anweisungen ihrer Vorgesetzten missachten, heißt es in dem Bericht. Die Soldaten würden Befehle entweder komplett verweigern oder sie nicht in dem Maße ausführen, wie es eigentlich zu erwarten sei.

Ukraine-Russland-Krieg: Putin gelingt es laut Pentagon, seine Truppen zu ersetzen

In dem Bericht heißt es außerdem, dass Russland mittlerweile 96 Bataillone in der Donbass-Region einsetze. Dies seien mehr als in der Vorwoche, und ein Hinweis darauf, dass es Putin gelänge, seine Truppen teilweise aufzufrischen oder zu ersetzen.

Russische Soldaten auf einer Straße in Mariupol, das im Ukraine-Krieg fest komplett zerstört wurde.

In der Hintergrundanalyse berichtet das US-Verteidigungsministerium außerdem über die anhaltenden Militärschläge Russlands auf Mariupol und Odessa. Odessa wurde in der Nacht auf Dienstag (10. Mai) von mehreren Explosionen erschüttert, unter anderem soll ein Einkaufszentrum beschossen worden sein. Dabei soll die Armee von Russlands Präsident Putin auch Hyperschallraketen eingesetzt haben.

Ukraine-Russland-News: Angriffe auf Odessa während Besuch von EU-Ratspräsident Charles Michel

Sogar während eines Besuchs von EU-Ratspräsident Charles Michel waren am Montag mehrere Raketen in der Hafenstadt im Süden der Ukraine eingeschlagen. Michel sowie der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyha mussten daraufhin Schutz vor den Angriffen Russlands suchen. (smu)

Rubriklistenbild: © Mikhail Klimentyev / Sputnik / AFP