Gespaltenes Medienecho

Presse zu Tsipras-Besuch: "Dialog der Gehörlosen"

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Am Dienstag traf sich Alexis Tsipras mit Außenminister Steinmeier.

Berlin - Der Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Tsipras schlägt in ganz Europa hohe Wellen. Das Echo in den Medien ist gespalten. Ein Überblick.

Bis in die Nacht haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras am Montag über die Lage in Griechenland und die Beziehungen in der EU gesprochen. Die internationale Presse zieht Bilanz.

- „Ethnos“ (Athen): „Das Eis ist gebrochen“

- „Efimerida ton Syntakton“ (Athen): „Lebenspartnerschafts-Abkommen“

- „Kathimerini“ (Athen): „Griechenland würde in einer viel besseren Position sein, wenn er (Tsipras) von Anfang an die gestrige Taktik gehabt hätte.“

- „La Stampa“ (Turin): „Versöhnlicher Ton, aber eine harte Linie“

- „El País“ (Madrid): „Merkel und Tsipras inszenieren eine Einstellung der Feindseligkeiten. Es mussten zwei Monate vergehen mit einer endlosen Serie von Vorwürfen, Missverständnissen und gegenseitigen Attacken, bis der griechische Regierungschef Berlin besuchte.“

- „El Mundo“ (Madrid): „Merkel und Tsipras sammeln das zerschlagene Geschirr auf.“

- „ABC“ (Madrid): „Merkel und Tsipras führen einen Dialog der Gehörlosen über Griechenland.“

„El Periódico“ (Barcelona): „Merkel und Tsipras mit Seidenhandschuhen: Die Regierungschefs vermeiden einen rauen Ton, treffen aber keine Übereinkommen. Der Wille zu einem Einvernehmen ist vorhanden, aber die Differenzen sind groß.“

- „Les Echos“ (Paris):  „Deutschland will die Eurozone erhalten, doch Merkels christdemokratische Partei und die deutsche Bevölkerung liebäugeln zunehmend mit einem Austritt Griechenlands aus dem Euro.“

-„Le Monde“ (Paris): „Angela Merkel scheint entschlossen, eine schwere Krise mit Athen vermeiden zu wollen. Sie will auf keinen Fall als Verantwortliche für einen „Grexit“ gelten, der sich als fatal für den europäischen Aufbau herausstellen könnte.“

- „Guardian“ (London): „Die fehlende Einigung in Berlin deutet auf eine Verschärfung des harten Kurses auf beiden Seiten hin, die zu einem Scheitern der Verhandlungen führen könnte.“

- „The Times“ (London): „Tsipras will in allererster Linie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu bewegen, die Anforderungen an Griechenland abzuschwächen, öffentliche Ausgaben zu senken und die Staatsschulden zu verringern. Doch in Wirklichkeit hat Tsipras nicht begriffen, wieso Griechenland wirtschaftlich leidet.“

- „Neue Zürcher Zeitung“ (Zürich): „An der zerstörerischen Wirkung der Missverständnisse und Verleumdungen kann keiner Seite gelegen sein.“

- „Tiroler Tageszeitung“ (Innsbruck): „Letztendlich wird es (...) vor allem an der Lösungsbereitschaft Athens hängen, ob es zu weiteren Geldspritzen mit gleichzeitig weiteren Reform-Einschnitten kommt oder zur Staatspleite.“

dpa

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