Obama steigt wieder in Wahlkampf ein

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Die letzten Tage war Barack Obama als Krisenhelfer unterwegs, nun steigt er wieder in den Wahlkampf ein

Washington - Drei Tage lang ließen Barack Obama und Mitt Romney ihren Wahlkampf wegen des Monstersturms „Sandy“ ruhen, nun wollen sie verlorene Zeit wettmachen.

Im Rennen um das Weiße Haus haben sich der US-Präsident und sein Herausforderer am Donnerstag in den Endspurt gestürzt. Obama plante Auftritte in Wisconsin, Nevada und Colorado, Romney wurde in Virginia erwartet. Der Republikaner hatte sich bei seinen Auftritten angesichts von mehr als 70 Todesopfern durch den Sturm mit verbalen Angriffen auf den Präsidenten zurückgehalten.

Obama-Sprecherin Jennifer Psaki erklärte, der Präsident werde sich weiterhin auf die Aufräumarbeiten nach dem Sturm konzentrieren. Die Tatsache, dass in fünf Tage gewählt werde, sei jedoch Realität.

Für den Amtsinhaber war die Naturkatastrophe eine einmalige Gelegenheit, kurz vor der Abstimmung am 6. November seine Führungsqualitäten unter Beweis zu stellen. Dennoch ist kaum abzusehen, welchen Einfluss Obamas dreitägiges Sonderprogramm auf den Ausgang der Wahl haben wird.

Jüngsten Umfragen zufolge liegen beide Kandidaten derzeit nahezu gleichauf. In zahlreichen der vermutlich wahlentscheidenden Swing States liegt der Amtsinhaber demnach leicht in Führung.

Die Parteikollegen des Herausforderers und seines Vizekandidaten setzten den Wahlkampf ungeachtet des Sturms fort. Scharfe Kritik zog das Romney-Lager mit einem Werbespot im heftig umkämpften Ohio auf sich. Darin wurde unterstellt, die Autohersteller General Motors und Chrysler würden nach ihrer Rettung vor der Pleite mit Staatskrediten Arbeitsplätze in China schaffen. Dies geschehe auf Kosten der US-Staaten im Mittleren Westen. Vizepräsident Joe Biden erklärte, die Spots gehörten zu den unehrlichsten, die er je gesehen habe.

Millionen haben Stimme bereits abgegeben

Die Republikaner hielten an den Werbefilmen fest. Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan erklärte in einer Stellungnahme, die amerikanische Steuerzahler könnten wegen des Umgangs des Präsidenten mit der Rettung von GM und Chrysler 25 Milliarden Dollar (19,2 Milliarden Euro) verlieren. Beide Konzerne weiteten ihre Produktion im Ausland aus, sagte er weiter.

Tatsächlich schafft Chrysler 1.100 neue Arbeitsplätze in einem Werk in Toledo. Das Unternehmen will wegen der gestiegenen Nachfrage in China die Produktion dort ausweiten - genauso wie auch japanische Hersteller in den USA für den dortigen Markt produzieren.

Mehr als 19 Millionen Amerikaner haben ihre Stimme bei der Präsidentschaftswahl schon abgegeben. Die Stimmen werden allerdings erst am 6. November ausgezählt. Einige Staaten veröffentlichten jedoch bereits die Parteizugehörigkeit der Wähler, die ihre Stimme bereits abgaben. Demnach lagen die Demokraten in Florida, Iowa, Nevada, North Carolina und Ohio leicht vorn. In Colorado waren die Republikaner im Vorteil.

dapd

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