Weltweite Bestürzung

Reaktionen: Entsetzen über Terror-Anschlag in Paris

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Die neueste Ausgabe des Satire-Magazins "Charlie Hebdo": Staatschefs aus ganz Europa sicherten Frankreich Unterstützung zu.

Paris/Berlin/München - Nach dem Anschlag auf die Redaktion der Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris äußern sich Politiker aus der ganzen Welt. Auch islamische Staaten und Organisationen verurteilen die Taten aufs Schärfste.  

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Terroranschlag scharf verurteilt. „Mit Erschütterung habe ich die Nachricht von dem niederträchtigen Anschlag auf die Zeitungsredaktion in Paris erhalten“, heißt es in einem am Mittwoch versandten Kondolenztelegramm an den französischen Staatspräsidenten François Hollande.

Sie wolle in diesen Stunden des Schmerzes die Anteilnahme der Menschen in Deutschland „und mein ganz persönliches Mitgefühl ausdrücken sowie den Hinterbliebenen der Opfer mein aufrichtiges Beileid übermitteln“, betonte Merkel.

„Diese abscheuliche Tat ist nicht nur ein Angriff auf das Leben französischer Bürgerinnen und Bürger und die innere Sicherheit Frankreichs.“ Sie stelle auch einen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit dar, „der durch nichts zu rechtfertigen ist“. Deutschland stehe eng an der Seite „unserer französischen Freunde“.

Gauck: Keine Rechtfertigung für solches Verbrechen

Bundespräsident Joachim Gauck betonte in einem Kondolenzschreiben an den französischen Präsidenten François Hollande am Mittwoch: „Auch wenn so kurz nach dem Anschlag noch nicht alle Hintergründe der Tat geklärt sind, kann ich sie nur mit Nachdruck verurteilen. Es gibt nichts, was ein solches Verbrechen rechtfertigen könnte. Möge uns bewusst bleiben, dass wir uns unermüdlich für Freiheit, Menschenrechte und Demokratie einsetzen und sie schützen müssen.“

Frankreichs Muslime verurteilen Terroranschlag

Der Rat der Muslime in Frankreich hat den Terroranschlag von Paris als „barbarisch“ verurteilt. Die Tat sei ein „Angriff auf die Demokratie und die Pressefreiheit“, schrieb die Organisation in einer Erklärung „im Namen der Muslime in Frankreich“.

Saudisches Königshaus: "Ein feiger Terrorakt"

Auch das Königreich Saudi-Arabien verurteilt den Anschlag in Paris. Der Angriff sei ein „feiger Terrorakt, der durch die Religion des Islam und alle anderen Religionen abgelehnt wird“, sagte ein Sprecher des Königshaus nach Angaben der nationalen Nachrichtenagentur SPA am Mittwoch.

Trauer und Entsetzen bei Muslimen in Deutschland 

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, sagte: "Wir sind erschüttert und schockiert über das Massaker, das an Zeitungsredakteuren, Satirezeichnern und anderen Menschen verübt wurde und wir trauern mit den Hinterbliebenen." Es sei zu befürchten, dass der Anschlag "neues Wasser auf die Mühlen von Extremisten" gießen werde, sagte Mazyek weiter. "Wir rufen alle dazu auf, dem perfiden Plan der Extremisten nicht auf den Leim zu gehen." Deren Ziel sei es, die Gesellschaft zu spalten und Hass sowie Zwietracht zwischen den Religionen zu schüren.

Mazyek betonte, dass es "in keiner Religion und keiner Weltanschauung auch nur einen Bruchteil einer Rechtfertigung für solche Taten" gebe. Die Attentäter von Paris müssten "zur Strecke gebracht" und vor Gericht gestellt werden.

Die türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) teilte mit: „Verbrecher, die ihre brutalen Morde und Angriffe mit einer Religion begründen, sind genauso Mörder wie alle anders motivierten Verbrecher. Terror und Gewalttaten im Namen einer Religion als auch Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sind nicht hinnehmbar“, heißt es weiter.

Nach Auffassung des Münchner Forums für Islam ist der Anschlag die „schwerste Form der Gotteslästerung“. Der Prophet Mohammed würde sich „von solchen barbarische Akten wie heute in Paris geschehen distanzieren und sie schärfstens verurteilen“, sagte der Vorsitzende des Forums und Penzberger Imam Benjamin Idriz am Mittwoch. „Unsere Anteilnahme gebührt den Angehörigen der Opfer, unser Mitfühlen den Verletzten.“

Cameron: An der Seite Frankreichs

Der britische Premierminister David Cameron verurteilte den blutigen Anschlag als "barbarisch". Großbritannien stehe an der Seite seines Verbündeten gegen "jegliche Form von Terrorismus", erklärte Cameron am Mittwoch im britischen Unterhaus. "Auch wenn die Details noch unbekannt sind, weiß ich, dass diese Kammer und dieses Land in ihrer Ablehnung von jeglicher Form von Terrorismus an der Seite des französischen Volkes stehen", betonte der Premierminister.

"Wir stehen voll und ganz für die freie Meinungsäußerung und die Demokratie", sagte Cameron weiter. In einer vorherigen Nachricht über den Kurznachrichtendienst Twitter hatte er den Anschlag mit zwölf Toten als "widerwärtig" verurteilt. Der britische Außenminister Philip Hammond zeigte sich "entsetzt" über die Tat.

Juncker: "Nicht hinnehmbarer Akt"

Die Europäische Kommission verurteilte den tödlichen Anschlag ebenfalls. Er sei "zutiefst schockiert über den brutalen und unmenschlichen Angriff", erklärte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Mittwoch in Brüssel. Er sprach von einem "nicht hinnehmbaren Akt" und bezeichnete die Tat als "Barbarei". Juncker sicherte Frankreich die Solidarität der EU zu.

Obama: "Jede benötigte Unterstützung" für Frankreich

US-Präsident Barack Obama sicherte Frankreich die volle Unterstützung der Vereinigten Staaten zu. Frankreich sei der "älteste Verbündete Amerikas" und habe mit den USA gemeinsam gegen die Bedrohung durch Terroristen in der Welt gekämpft, erklärte Obama am Mittwoch. Er habe seine Regierung angewiesen, den französischen Behörden "jede benötigte Unterstützung" zukommen zu lassen, um die Verantwortlichen für die "abscheuliche Attacke" zur Rechenschaft zu ziehen.

"Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern dieser Terrorattacke und der Bevölkerung Frankreichs in dieser schwierigen Zeit", fügte der US-Präsident hinzu. Zuvor hatte bereits Obamas Sprecher Josh Earnest im Fernsehsender MSNBC gesagt, dass die USA den Anschlag mit zwölf Toten "auf das Schärfste" verurteilen.

Steinmeier nennt Anschlag „abscheulich“

„Ein solcher Akt des Terrors im Herzen einer europäischen Metropole gegen Vertreter einer freien und kritischen Presse ist abscheulich“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Mittwoch zur „Bild“-Zeitung. „Das ist ein frontaler Angriff auf unsere europäischen Werte und die Freiheit unserer Gesellschaften, dem wir uns gemeinsam mit aller Kraft entgegenstellen müssen. Wir stehen in dieser schweren Stunde noch enger an der Seite unserer Freunde in Frankreich.“

Seehofer: "Bewertung noch nicht möglich"

Auch der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer zeigte sich erschüttert von dem Anschlag. "Das ist erschütternd. Man kann eine solche barbarische Tat nur verurteilen", sagte Seehofer am Mittwoch am Rande der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth vor Journalisten. Eine nähere Bewertung sei so kurz nach der Tat nicht möglich, aber natürlich müsse überlegt werden, ob Konsequenzen gezogen werden müssten.

Auch der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, der Jordanier Prinz Said Raad al-Hussein, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, die Arabische Liga und die Al-Ashar-Univbersität als wichtigste Autorität des sunnitischen Islams, verurteilten die Anschläge aufs Schärfste.

dpa/AFP

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