BLLV fordert 20 Prozent mehr Pädagogen

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München - Der Schlagabtausch zwischen Kultusministerium und Lehrerverband über die Zahl Lehrerstellen in Bayern geht weiter. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband fordert 20 Prozent mehr Lehrer.

Das Hin und Her zwischen Kultusministerium und Lehrerverband über die Zahl der Lehrerstellen in Bayern geht weiter. Die Staatsregierung müsse mindestens 20 Prozent mehr pädagogische Fachkräfte einstellen, forderte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, am Donnerstag in München. Das wären etwa 20 000 Stellen für Lehrer, Sonderpädagogen oder Psychologen. Zudem bekräftigte Wenzel seinen Vorwurf, dass die Staatsregierung Stellen streichen wolle.

Der BLLV hatte errechnet, dass im Doppelhaushalt 2011/2012 mehr Stellen eingespart als geschaffen werden sollten. “Es ist ein Ärgernis für die Regierung, dass wir aufgedeckt haben, was verschleiert werden sollte“, sagte Wenzel. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) entgegnete in einer Mitteilung, die BLLV-Zahlen seien “schlichtweg falsch und unvollständig“. “Mit seinem Vorgehen hat sich Herr Wenzel politisch ins Abseits begeben“, betonte Spaenle.

Spaenle erklärte, die Staatsregierung schaffe jährlich 1000 neue Stellen. Dadurch gebe es heute deutlich weniger Schüler pro Lehrer, nämlich 16,8 im Vergleich zu 18,2 vor zehn Jahren.

Wenzel sagte, zwar würden Stellen geschaffen, doch andernorts auch Stellen gestrichen. Zum Verhältnis Lehrer-Schüler sagte Wenzel: “Zwar gab es noch nie so viele Lehrer, aber es gab auch noch nie so viele Probleme.“

Die Freien Wähler äußerten, falsche Angaben bei Lehrerstellen hätten in Bayern Tradition. “Seit Jahren werden auf dem Papier Lehrer vorgegaukelt“, sagte Fraktionschef Hubert Aiwanger der dpa.

Wenzel kündigte zudem die Schwerpunkte des BLLV für die kommenden Jahre an. Ähnlich wie Spaenle setze auch der Lehrerverband auf die Inklusion von behinderten Kindern. Dafür müssten jedoch mehr Lehrkräfte eingestellt werden als von der Regierung vorgesehen. 100 neue Stellen für 5000 Schulen seien zu wenig. Zudem wolle der BLLV die Lehrerbildung verbessern, das Projekt der eigenverantwortlichen Schule stärken und Schulleitungen besser vorbereiten. Wenzel will im Juni für eine neue vierjährige Amtszeit kandidieren.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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