Politologe erklärt

Darum könnte Bayern-Wahl Union Stimmen kosten

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Für die Union ist Horst Seehofers Wahlsieg vielleicht gar nicht so gut

Berlin - Für den Ministerpräsidenten Seehofer sind 47,7 Prozent bei der Landtagswahl in Bayern ein Grund zur Freude. Der Union könnte das Ergebnis im Bund allerdings schaden. Ein Politologe erklärt, warum:

Der Ausgang der bayerischen Landtagswahl könnte die Union im Bund laut Expertenanalyse einige Prozentpunkte kosten - zugunsten der FDP. „Wähler, die die FDP als Anwalt des Mittelstandes weiter im Bundestag haben wollen, werden das Ergebnis sicher als Anlass nehmen, die Liberalen zu wählen“, sagte der Passauer Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter der „Passauer Neuen Presse“ vom Dienstag. „Die Union wird schlucken müssen, dass sie zwei oder drei Prozent an die FDP verlieren wird. Dafür bleibt ihr favorisierter Koalitionspartner dadurch im Bundestag.“

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"Sollte es für Union und FDP nicht reichen(...), droht Rot-Rot-Grün"

Bei der Wahl am Sonntag war die FDP mit nur 3,3 Prozent aus dem bayerischen Landtag geflogen. Im Bund wollen die Liberalen nun ihr politisches Überleben mit einer massiven Zweitstimmenkampagne auf Kosten der Union sichern.

In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung vom Dienstag erklärten FDP-Chef Philipp Rösler und Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP), es gehe darum, den Fortbestand der schwarz-gelben Koalition zu sichern. „Sollte es für Union und FDP im Bund nicht reichen, kommt keine Große Koalition. Sondern es droht Rot-Rot-Grün“, sagte Rösler. Westerwelle ergänzte, es sei daher „klug, wenn sich die CDU auf die Erststimme konzentriert und die FDP auf die Zweitstimme“.

"Nur FDP garantiert, dass die Union nicht völlig sozialdemokratisiert"

FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr sagte der „Rheinischen Post“ vom Dienstag: „Nur die FDP garantiert, dass die Union nicht völlig sozialdemokratisiert.“ Auch Spitzenkandidat Rainer Brüderle betonte in dem Blatt: „Nur die FDP ist in der Lage, die Union auf marktwirtschaftlichem Kurs zu halten.“ Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Christian Lindner sprach sich in der „Welt“ (Dienstag) ausdrücklich für Absprachen in Wahlkreisen zwischen FDP und Union aus.

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Bilder vom Wahlabend in Bayern

Bilder vom Wahlabend in Bayern

Im Hinblick auf das FDP-Wahlergebnis gab Lindner sich optimistisch: „Ich glaube, dass ein Ergebnis in Richtung acht Prozent möglich ist.“ Auch der FDP-Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher vertraut auf einen Wiedereinzug der Liberalen in den Bundestag. „Die Wähler wissen, unser Land braucht die liberale Partei“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

dpa

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