Ursprünglicher Termin Mitte April

Coronavirus-Krise: Stichwahl im Iran wird wohl verschoben

Die Stichwahl im Iran muss möglicherweise wegen Corona verschoben werden. Auch Gesundheitsminister Iraj Harirchi ist infiziert.
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Die Stichwahl im Iran muss möglicherweise wegen Corona verschoben werden. Auch Gesundheitsminister Iraj Harirchi ist infiziert.

Wegen der Coronavirus-Ausbreitung muss die zweite Runde der Parlamentswahl im Iran voraussichtlich verschoben werden. Möglicherweise sogar um vier Monate.

  • Von der Coronavirus-Ausbreitung ist der Iran derzeit besonders stark betroffen.
  • Derzeit finden in dem Land auch Parlamentswahlen statt.
  • Wegen der Corona-Krise soll die Stichwahl nun verschoben werden. 

Teheran - Die zweite Runde der Parlamentswahl im Iran wird wegen der Coronavirus-Krise im Land* mit großer Wahrscheinlichkeit verschoben. Die Stichwahl war für den 17. April geplant, das neue Parlament sollte seine Arbeit Ende Mai aufnehmen. „Falls aber bis dahin die Krise nicht beendet ist, müsste die Stichwahl verschoben werden, (...) vielleicht sogar auf August“, sagte Regierungssprecher Ali Rabiei der Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag.

Coronavirus im Iran: Mehr als 8000 Infizierte und 291 Tote


Das Coronavirus* hat den Iran besonders hart getroffen. Bis Dienstag wurden 291 Tote und mehr als 8000 Infizierte gezählt. Wegen der Ansteckungsgefahr wurden Schulen und Universitäten geschlossen und die meisten politischen Veranstaltungen abgesagt.

Bei der Parlamentswahl am 21. Februar hatten 279 Kandidaten schon im ersten Durchgang den Sprung ins Parlament geschafft. Über die restlichen 11 von insgesamt 290 Sitzen muss noch entschieden werden. Bei der Wahl hatte die Koalition der Konservativen und Hardliner einen klaren Sieg über die Reformer um Präsident Hassan Ruhani versucht. Die meisten Iraner hatten die Wahl aus Protest gegen die Politik der Regierung allerdings boykottiert.

Coronavirus im Iran: Wahlbeteiligung liegt bei nur knapp 40 Prozent

Die Regierung hatte mit einer Wahlbeteiligung von über 60 Prozent gerechnet, es wurden am Ende aber nur knapp über 40 Prozent. Die meisten Stimmen erhielt Mohammed-Bagher Ghalibaf. Der ehemalige Polizeichef und Bürgermeister Teherans wird voraussichtlich auch zum neuen Parlamentspräsidenten gewählt.

*Merkur.de und fr.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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