Gegen Seehofers Vorschlag:

Städtetag: Einkaufen an Tankstelle "Schnapsidee"

München - Bayerns Städte warnen bei der Lockerung des Verkaufsverbotes an Tankstellen vor einer neuen „Schnapsidee“ und fordern: Außerhalb der Ladenöffnungszeiten soll generell kein Alkohol über die Theke gehen.

Der Vorschlag von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gehe in die falsche Richtung, kritisierte der Bayerische Städtetag am Freitag in München. Nach dem Willen des CSU-Chefs sollen Fußgänger und Radfahrer auch nach 20 Uhr und an Sonntagen wieder ungestört an Tankstellen einkaufen können.

Die Städte fordern jedoch unmissverständlich: Niemand soll sich nach Ladenschluss mit Alkohol an der Tanke eindecken können. „Diese klare Regel hat den Vorteil, dass sie sich kontrollieren lässt, dass alkoholfreie Getränke und Reisebedarf weiter verkauft werden dürfen, dass Autofahrer und Radler keinen Alkohol erhalten und eine Quelle für Sauftouren versiegt“, sagte Städtetags-Geschäftsführer Bernd Buckenhofer.

Die jetzige Regelung, wonach nur Autofahrer, aber keine Fußgänger und Radler nachts sowie an Sonn- und Feiertagen an Tankstellen Reisebedarf einkaufen können, sorgt für Irritationen. Buckenhofer: „Bevor es nun zu einer neuen Schnapsidee kommt, sollte die Staatsregierung die Chance für eine praktikable Regelung zur Eindämmung des Alkoholverkaufs nutzen.“ Der Städtetag fordert schon lange ein Alkohol-Verkaufsverbot außerhalb der Ladenöffnungszeiten.

Herrmann gegen völlige Freigabe des Alkoholverkaufs an Tankstellen

Auch nach der angekündigten Lockerung der Verkaufsverbote pocht Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf eine Einschränkung des nächtlichen Alkoholangebots. „Wir haben nach wie vor ein Problem mit der "Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit" alkoholischer Getränke“, sagte Herrmann am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. „Das gilt vor allem für hochprozentigen Alkohol, der in besonderem Maße ein Aggressionsverstärker ist.“ Die von der FDP geforderte Freigabe der Ladenschlusszeiten in Bayern lehnte Herrmann ab.

dpa

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