Europawahl 2014

"Rettungspakete retten nur die Zocker-Banken"

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Josef Perschl (BüSo) aus Tyrlaching.

Tyrlaching - Bei der Europawahl stellen sich auch Politiker aus unserer Region zur Wahl. Deswegen haben wir einige Fragen an sie. Heute antwortet: Josef Perschl (BüSo) aus Tyrlaching.

Wenn am 25. Mai für die Europawahl 2014 an die Urnen gerufen wird, bewerben sich auch einige Kandidaten aus der Region um einen Sitz im EU-Parlament. Obwohl es bei der Europawahl nicht möglich ist, einzelne Kandidaten zu wählen, sondern nur die starre Liste einer Partei, so stellen sich trotzdem die Fragen: Wie stehen die heimischen Abgeordneten zur Europa-Politik und welche regionalen Interessen werden sie im Falle einer Wahl ins Parlament vertreten?

Drei Fragen an: Josef Perschl aus Tyrlaching (Landkreis Altötting), Listenplatz 6 der BüSo

In welchem Bereich sehen Sie in der EU-Politik konkreten Handlungsbedarf?

Die EU-Politik Deutschlands muss sich am Grundgesetz orientieren und dieses nicht in wichtigen Bereichen außer Kraft setzen lassen. Wir müssen zurück zur Idee des Europas der Vaterländer, in dem jedes Land seine Souveränität behält und nur die Dinge gemeinsam gemacht werden, die allen Ländern einen Vorteil bringen. Heute ist die EU zu einer Macht degeneriert, die nur die Interessen der Banken und Kartelle und nicht der Bürger vertritt. Diese Modell scheitert gerade, wie man in Südeuropa sehen kann. Dort werden mit den sogenannten Rettungspaketen nicht die Länder, sondern die internationalen Zocker-Banken gerettet. Der ESM-Vertrag, das sogenannte Bail-Out und das Bail-In, das Zypern-Modell, bei dem zur Rettung der Banken auch die Kontenbesitzer herangezogen werden, müssen sofort annulliert werden.

Welche regionalen Interessen werden Sie bzw. Ihre Partei in Europa vertreten?

Deutschland ist eine Industrienation und besonders bei uns im Chemiedreieck brauchen wir billige und sichere Energie und eine gute Anbindung an die internationale Infrastruktur, vor allem an die Verkehrswege nach Asien. Leider hat Bundeskanzlerin Merkel beim Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Deutschland dessen Initiative für die Eurasische Landbrücke nicht aufgegriffen und damit die deutschen Interessen an produktiven Arbeitsplätzen den geopolitischen Machtspielen der Anglo-Amerikaner geopfert.

Welches europäische Thema liegt Ihnen besonders am Herzen?

Große Sorge bereitet mir und allen Landwirten das Freihandelsabkommen der EU mit den USA. Wir brauchen nicht mehr Freihandel, heute Globalisierung genannt, der nur den internationalen Konzernen dient und die arbeitenden Menschen gegeneinander ausspielt, sondern ein protektionistisches System, das die menschliche Arbeitskraft als Quelle des Reichtums erkennt und diese Arbeitskraft durch technischen Fortschritt immer produktiver werden lässt, das heißt - wie Ludwig Erhart sagte - Wohlstand für alle schafft.

Kurzportrait Josef Perschl

Jahrgang: 1954

Familienstand: Verheiratet, drei Söhne

Wohnort: Tyrlaching (Landkreis Altötting)

Beruf: Landwirt

Das sind die Spitzenkandidaten der Europaparteien

Die Spitzenkandidaten der Europaparteien

Quelle: rosenheim24.de

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