Ex-Stoiber-Berater Spreng über CSU-Sprecher

"Strepp ist ein dummer Mensch"

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Der frühere Stoiber-Berater Michael Spreng(links) nennt CSU-Sprecher Hans Michael Strepp in einem Blog-Eintrag einen "dummen Menschen" und " CSU-Dummkopf".

München  - Äußerst hart urteilt der frühere Stoiber-Berater Michael Spreng über CSU-Sprecher Hans Michael Strepp. Dieser sei wegen seiner mutmaßlich versuchten Einflußnahme auf das ZDF ein "dummer Mensch" und ein "CSU-Dummkopf".

Das geht schon in den Bereich des Justiziablen, was Michael Spreng, seines Zeichens Ex-Berater und -Wahlkampfmanager des früheren bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Edmund Stoiber da von sich gibt. Auf seinem Blog "Sprengsatz" schreibt der renommierte Journalist Spreng unter dem Eintrag mit dem Titel "Ein CSU-Dummkopf und das ZDF" über Parteisprecher Hans Michael Strepp. Dieser soll bekanntlich mit einem Anruf in der ZDF-"heute"-Redaktion am Sonntag versucht haben, einen Fernsehbericht über den bayerischen SPD-Parteitag zu verhindern.

Grundsätzlich, so meint Spreng, sei es nichts Ungewöhnliches, wenn Parteien versuchten. die Berichterstattung der Medien zu beeinflussen: "Der Versuch, Medien unter Druck zu setzen, politischen oder wirtschaftlichen Einfluss zu nehmen, Berichte zu platzieren oder zu verhindern, ist so alt wie die Medien selbst. Auch die deutschen Parteien haben immer wieder versucht, die Berichterstattung oder die Auswahl des journalistischen Personals zu beeinflussen."

CSU-Parteitag: Hier spricht der Chef

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Wie Spreng berichtet, sei er selbst mehreren Versuchen Helmut Kohls sowei dessen Freundes, des Springer-Anteilseigners Leo Kirch ausgesetzt gewesen, ihn als Chefredakteur von "Bild am Sonntag" abzulösen. Insofern sei auch der mutmaßliche Anruf Strepps beim ZDF nichts Neues.

Trotzdem hält der Polit-Blogger es für überraschend, "dass es offenbar immer noch Sprecher und Politiker gibt, die meinen, dass solche Anrufe zum gewünschten Ergebnis führen. Und die glauben, auch noch mit Konsequenzen drohen zu können."

So ein Verhalten lässt Spreng an den geistigen Fähigkeiten des CSU-Sprechers zweifeln: "Deshalb ist Strepp zumindest ein dummer Mensch, der nicht kapiert hat, dass die Zeiten eines feudalen und autoritären Verständnisses von Pressefreiheit vorbei sind." Ihm hätte klar sein müssen, dass das ZDF sich nicht beeinflussen lasse.

Die CSU, so meint der frühere Unions-Wahlkampfmanager, müsse sich vor der bayerischen Landtagswahl 2013 schleunigst von Strepp trennen: "Allein das ist schon ein Grund, ihn sofort zu feuern. Denn nichts ist schlimmer für eine Partei als ein dummer Pressesprecher – insbesondere vor einer Landtagswahl."

Kanzlerin Merkel beim CSU-Parteitag

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Solange Strepp allein aus eigenem Antrieb beim ZDF angerufen habe, sei die Angelegenheit nicht mehr als ein Skandälchen. Aber: "Zum Skandal würde der Fall allerdings, wenn ein Politiker aus der CSU, gar der Generalsekretär, dem armen Tropf gesagt hätte: 'Ruf doch mal beim ZDF an. Die sollen das mit dem Ude sein lassen. Das macht nur die schöne Wirkung unseres Parteitages kaputt'."

Doch Spreng hält es für unwahrscheinlich, dass eine Anweisung von höherer Stelle an Strepp ans Tageslicht komme. "Notfalls gilt immer noch die politische Omerta." Letzterer Begriff bezeichnet die Schweigepflicht der Mitglieder der Mafia gegenüber Außenstehenden. Abermals starker Tobak von Spreng, die CSU mit der Mafia zu vergleichen...

Michael Spreng gilt als Experte im Bereich der Bundespolitik. Der politische Kolumnist war Chefredakteur der "Bild am Sonntag" und des Kölner "Express". 2002 war Spreng Wahlkampfmanager des Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber (CSU) und 2005 des späteren NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU).

Michael Spreng kommentiert die aktuelle Bundespolitik in seinem Blog www.sprengsatz.de.

fro

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