Nach Terroranschlag

380 Festnahmen in Chinas Unruhe-Region

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Chinesische Sicherheitskräfte bei einer Anti-Terror-Übung.

Peking - Nach einem Terroranschlag auf einen Markt hat China eine einjährige "Anti-Terror-Kampagne" gestartet. Die Bilanz nach einem Monat: 380 Festnahmen von Verdächtigen.

Im ersten Monat der Anti-Terror-Kampagne in Xinjiang im Nordwesten Chinas sind 380 Verdächtigte festgenommen worden. 38 Banden seien in der Unruhe-Region ausgehoben worden, berichteten die Behörden am Montag in einer ersten Zwischenbilanz. Die einjährige Kampagne war nach dem blutigen Terroranschlag am 22. Mai auf einen Markt in Ürümqi mit 39 Toten ausgerufen worden.

264 Sprengsätze sowie 3,15 Tonnen Explosivstoffe seien sichergestellt worden, sagte der Vizechef der regionalen Polizeibehörde, Wang Qianrong, laut Nachrichtenagentur Xinhua. Gerichte hätten 315 Angeklagte wegen Terrorangriffen, religiösem Extremismus oder der Herstellung von Waffen und Sprengsätzen verurteilt. Es wurden Todesstrafen oder zum Teil langjährige Haftstrafen verhängt.

Mehr als 400 Hinweise aus der Bevölkerung

Die Polizei habe mehr als 400 Hinweise aus der Bevölkerung bekommen. Darüber seien die 12 Terrorgruppen gefunden und mehr als 80 Verdächtige festgenommen worden, schrieb die Staatsagentur.

Die Kampagne ist eine Reaktion auf eine Reihe von Terrorakten, die China heimgesucht hat. Die Behörden werfen muslimischen Uiguren Separatismus und Terrorismus vor. Menschenrechtsgruppen warnten, dass die Repression des in Xinjiang ansässigen Turkvolks verstärkt werde. Faire Ermittlungen und Verfahren seien nicht gesichert.

dpa

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