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Pfullendorfer Staufer-Kaserne

Generalinspekteur prüft Gewaltexzesse bei der Bundeswehr

Generalinspekteur Volker Wieker (l) und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (r).
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Generalinspekteur Volker Wieker (l) und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (r).

Berlin/Pfullendorf - Der Skandal um Misshandlungen, Mobbing und sexuelle Nötigung in einer baden-württembergischen Kaserne ruft den ranghöchsten Soldaten der Bundeswehr auf den Plan. Verteidigungsministerin von der Leyen nannte die Vorfälle „widerwärtig“.

Generalinspekteur Volker Wieker werde "in den nächsten Tagen" in die Pfullendorfer Staufer-Kaserne im Landkreis Sigmaringen fahren, um sich die Vorgänge schildern zu lassen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

In dem Elite-Ausbildungszentrum gehen Bundeswehr und Justiz derzeit Hinweisen auf Gewaltexzesse und schwerwiegendes Fehlverhalten nach. Sieben Soldaten wurden vom Dienst suspendiert und sollen fristlos entlassen werden, zudem wurden mehrere Disziplinarverfahren und Versetzungen angeordnet. Zuerst hatte “Spiegel online“ über die Vorfälle berichtet. 

“Sexuell-sadistische Praktiken“

Demnach gab es in Pfullendorf unter anderem “sexuell-sadistische Praktiken“ sowie Gewaltrituale. Es gebe

Die Staufer-Kaserne in Pfullendorf.

zudem Hinweise auf Mobbing. Außerdem seien im Zuge sogenannter "Aufnahmerituale" Soldaten misshandelt worden. Vorgesetzte seien nach derzeitigem Stand der Ermittlungen an den Geschehnissen nicht beteiligt gewesen, hieß es weiter. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) reagierte empört: "Die Vorgänge sind abstoßend und sie sind widerwärtig", sagte sie am Freitagabend am Rande einer CDU-Veranstaltung in Hessen. Die Ministerin kündigte an, die Vorfälle "mit aller Härte" aufzuklären.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), kündigte an: „Es wird jetzt hart durchgegriffen“. Er nannte die Vorfälle in Pfullendorf „absolut inakzeptabel“. Bartels sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, möglicherweise habe es dort „noch Restbestände von einem Machoverhalten“ gegeben und betonte: „Trainingsmethoden müssen immer mit der Menschenwürde vereinbar sein.“

Bundeswehr stellt Anzeigen gegen Soldaten

Die Bundeswehr stellte Anzeige gegen mehrere Soldaten. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hechingen am Freitag mit. Bei den Anzeigen gehe es um den Verdacht auf Freiheitsberaubung und Nötigung. Die Bundeswehr habe die Fälle bereits intern untersucht, formelle Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gebe es derzeit aber noch nicht. „Das wird noch geprüft“, sagte der Sprecher der Anklagebehörde.

Es habe auch Versetzungen innerhalb und jenseits des Ausbildungszentrums gegeben, so die Sprecherin des Ausbildungskommandos. Ermittlungen liefen. Im vergangenen halben Jahr seien verschiedene Vorfälle bekannt geworden.

dpa/AFP

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