De Maizière: "Gorch Fock" bleibt Schulschiff

Berlin - Die “Gorch Fock“ bleibt der Bundeswehr als Schulschiff erhalten. Es gebe einen breiten Konsens dafür, dass die “Gorch Fock“ ihren Auftrag als Ausbildungsschiff der Marine fortsetzen werde.

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Das sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Freitag in Berlin zur Begründung seiner Entscheidung. Wann das Schiff wieder in See stechen und welche Veränderungen es an Bord geben wird, ist aber noch offen. De Maizière will erst die Auswertung eines Berichts abwarten, den eine unabhängige Kommission am Freitag in Berlin vorlegte. Die Kommission unter Leitung des Historikers Prof. Reiner Pommerin macht darin Vorschläge zur Verbesserung der seemännischen Ausbildung in der Marine. Wie das Ministerium mitteilte, enthält der Bericht Forderungen, beispielsweise zur Sicherung an Bord und in der Takelage und zur Auswahl und Ausbildung der Stammbesatzung.

Wann sie genau wieder in See stechen und welche Veränderungen es an Bord geben wird, ist noch offen. De Maizière will erst die Auswertung eines Berichts abwarten, den eine Kommission am Freitag vorlegte. Diese war eingesetzt worden, um nach dem Unfall der Kadettin im November Verbesserungsvorschläge für die seemännische Ausbildung zu machen.

Wie das Ministerium weiter mitteilte, legte die unabhängige Kommission unter Leitung des Historikers Prof. Reiner Pommerin konkrete Forderungen vor, beispielsweise zur Sicherung an Bord und in der Takelage und zur Auswahl und Ausbildung der Stammbesatzung. Unterm Strich habe sich die Kommission einstimmig für die Fortführung der seemännischen Basisausbildung auf der “Gorch Fock“ ausgesprochen.

Die Kommission war nach dem Tod einer Kadettin auf der “Gorch Fock“ im November eingesetzt worden. Die grundsätzliche Entscheidung, dass das Schiff weitersegelt, hatte sich bereits abgezeichnet. Die 25-Jährige war bei einer Übung aus der Takelage gestürzt. Ihr Tod hatte eine Affäre ausgelöst, in der es um Vorwürfe der Schikane und der sexuellen Belästigung an Bord des Dreimasters ging. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die Pommerin-Kommission eingesetzt, die nun ihre Arbeit beendete. Mit dem tragischen Todesfall und den Zuständen auf der “Gorch Fock“ hatten sich auch bereits zwei Marine-Kommissionen und die Staatsanwaltschaft Kiel befasst.

Die “Gorch Fock“ liegt seit der Rückkehr von ihrer schlagzeilenträchtigen Südamerika-Reise im Mai in ihrem Heimathafen Kiel. Kommandant Norbert Schatz war Anfang des Jahres zunächst abgesetzt worden. Er wird nicht auf das Schiff zurückkehren. Offen ist derzeit noch, wer neuer Kommandant des Schulschiffs wird.

Der Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour sagte, die Ausbildung auf der “Gorch Fock“ müsse freiwillig sein. Viele Offiziersanwärter wüssten, dass sie später im Einsatzführungsstab landeten - für sie sei der Aufenthalt an Bord nicht sinnvoll. Andere wollten unbedingt auf die “Gorch Fock“.

Der FDP-Politiker Burkhardt Müller-Sönksen erklärte, dass die Ausbildung attraktiver werde, sei von zentraler Bedeutung für eine Freiwilligenarmee, die die Bundeswehr nun ist. Der Bericht der “Pommerin“-Kommission mache dafür klare Verbesserungsvorschläge.

dpa

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