Bericht der New York Times

Donald Trump will von russischem Kopfgeld auf US-Soldaten für Taliban nichts gewusst haben

US-Soldaten sichern den Ort eines Angriffs der Taliban auf einen Nato-Konvoi ab (Archivbild von 2017).
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US-Soldaten sichern den Ort eines Angriffs der Taliban auf einen Nato-Konvoi ab (Archivbild von 2017).

Die New York Times berichtet von russischen Prämien für getötete Nato-Soldaten an die Taliban. Alle Seiten dementieren bislang mehr oder weniger die Geschichte.

  • Laut eines Berichts der New York Times hat Russland ein Kopfgeld an Taliban gezahlt, wenn sie Nato-Soldaten töteten
  • Russland weist den Bericht zurück, auch aus Afghanistan kommen Dementi
  • US-Präsident Donald Trump* soll im März über die Lage informiert worden sein

Washington - Russische Geheimdienste sollen in Afghanistan Taliban-Kämpfern Prämien gezahlt haben, wenn diese erfolgreiche Attentate auf Nato-Soldaten verübten. Die Geheimagenten zahlten demnach besonders viel Geld, wenn die Angriffe auf Soldaten der USA und Großbritanniens verübt wurden. Das berichtet die US-Zeitung „New York Times“ und beruft sich dabei auf Geheimdienstkreise in den USA.

Donald Trump soll seit März von russischen Prämien an Taliban gewusst haben

Wie die Zeitung weiter berichtet, soll US-Präsident Donald Trump bereits im März über die Kopfgeldzahlungen informiert worden sein. Trump habe daraufhin die Lage mit seinem Nationalen Sicherheitsrat erörtert und mögliche Reaktionen erarbeitet. Diese sollen von öffentlichen Beschwerden bis zu Sanktionen gereicht haben. Durchgesetzt wurde jedoch keine der Maßnahmen.


US-Soldaten sichern den Ort eines Angriffs der Taliban auf einen Nato-Konvoi ab (Archivbild von 2017).

Bislang ist nicht geklärt, ob die radikal-islamistische Gruppierung wirklich Geld für getötete US-Soldaten erhalten habe. Insgesamt sind seit Beginn der Kampfhandlungen in Afghanistan bis zum Jahr 2018 2.372 Mitglieder der US-Armee getötet worden. Im Jahr 2019 waren es laut der „New York Times“ 20 US-Soldaten, die in Kampfhandlungen gestorben sind. Im Jahr 2020 soll es noch 4 Todesfälle gegeben haben. Seit Februar dieses Jahres haben die Taliban keine amerikanischen Militäreinrichtungen oder militärisches Personal mehr attackiert.

Wladimir Putin kennt Bericht über Prämien für Taliban angeblich nicht

Laut Dmitry Peskov, Pressesprecher von Wladimir Putin, ist der Zeitungsbericht bislang kein Thema im Kreml. Man werde sich zu gegebenem Zeitpunkt zu den Anschuldigungen äußern. Die russische Botschaft in Washington erklärte den Bericht der „New York Times“ umgehend als „Fake News“, also nicht der Wahrheit entsprechend. Im Kurznachrichtendienst Twitter berichtete die Botschaft von Todesdrohungen gegen Mitarbeiter der Botschaften in Washington und London infolge des Berichts der Zeitung.

Auch die Taliban wiesen den Bericht zurück. Sie erklärten, sie stünden weiterhin zu dem im Februar mit Washington unterzeichneten Abkommen, das Basis für einen Abzug der ausländischen Truppen in Afghanistan sein soll. „Der 19-jährige Dschihad des Islamischen Emirats ist nicht der Wohltätigkeit irgendwelcher Geheimdienstorgane oder fremden Ländern geschuldet“, erklärte ein Sprecher der Taliban in Kabul. Gegenüber der New York Times gaben die Taliban an: „Unsere gezielten Tötungen haben wir schon Jahre vorher durchgeführt und uns dafür immer auf unsere eigenen Ressourcen verlassen.“ Laut eines Berichts der Nachrichtenagentur AFP gilt es als verbucht, dass die Taliban aber sehr wohl Geld vom pakistanischen Geheimdienst erhalten.

Kayleigh McEnany sagt, Donald Trump sei nicht informiert worden

Das Weiße Haus hat den Bericht der New York Times ebenfalls weit von sich gewiesen – vor allem die dort enthaltene Meldung, dass US-Präsident Donald Trump seit März von den Kopfgeldzahlungen an die Taliban gewusst haben soll. „Weder der Präsident noch der Vizepräsident* wurden über die angeblichen russischen Geheimdienst-Prämien informiert“, sagte Kayleigh McEnany, Sprecherin Trumps, bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Der New York Times warf sie Ungenauigkeiten in der Berichterstattung vor. Die Existenz der Geheimdienstinformationen schloss McEnany aber nicht aus.

Die ehemalige Sowjetunion war 1979 in Afghanistan einmarschiert und hatte dort zehn Jahre lang einen Krieg gegen islamistische Milizen geführt, die damals noch finanziell und bei der Ausrüstung von den USA unterstützt wurden. Nach einem zermürbenden Krieg zogen sich die sowjetischen Soldaten schließlich wieder zurück und überließen das Land den Milizen, die sich in der Folge zu den Taliban zusammenschlossen.

Die New York Times wirft Russland in ihrem Bericht nicht nur vor, Prämien für Angriffe auf Nato-Soldaten zu zahlen. Sich ebenfalls auf Geheimdienstberichte berufend berichtet die Zeitung auch von „verdeckten Operationen“, die russische Geheimdienstagenten in Europa durchgeführt hätten. Ziel sei es, die westliche Welt zu destabilisieren.

Donald Trump plant seit Amtsbeginn, den langjährige Einsatz von US-Soldaten in Afghanistan zu beenden. Der Abzug der Truppen war eines der bestimmenden Wahlkampfthemen* des amtierenden US-Präsidenten. (Daniel Dillmann, mit Agenturen)*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

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