Schweres Feuergefecht in Tripolis

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Tripolis - In Tripolis ist am Sonntagmorgen schweres Maschinengewehrfeuer ausgebrochen. Ob sich Staatschef Gaddafi derzeit in der libyschen Hauptstadt befindet, ist unklar.

Die anhaltenden Schüsse seien auch nahe der Residenz von Staatschef Muammar al Gaddafi zu hören gewesen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AP berichtete. Es war aber nicht klar, ob sich Gaddafi in Tripolis aufhält.

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Die Schüsse und Autohupen waren demnach in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) überall in der Stadt zu hören und dauerten über mehrere Stunden an. Es war zunächst nicht klar, wer feuerte. Ein Regierungssprecher sagte der AP, bei den Schüssen handele es sich um Freudensalven. Er behauptete, die Regierungstruppen hätten den Ölhafen Ras Lanuf wieder eingenommen. Doch Anwohner sagten, die Regierungsgegner kontrollierten den Hafen nach wie vor.

Der US-Fernsehsender CNN spielte indes Aufnahmen des libyschen Staatsfernsehens ein, die feiernde Gaddafi-Anhänger mit grünen Fahnen und Plakaten des Staatschefs auf dem Grünen Platz im Zentrum der Hauptstadt zeigten. CNN-Korrespondent Nic Robertson sagte in einer Live-Schalte, er sei nicht am Grünen Platz. Ob die Aufnahmen live seien, könne er daher zunächst nicht bestätigen. Der Sonnenaufgang, der in den Aufnahmen zu sehen sei, decke sich jedoch mit dem, den er an anderer Stelle in Tripolis sehe. 

Lage in Sawija laut CNN-Reporter unklar

Auch die Situation in Sawija sei undurchsichtig, sagte Robertson. Journalisten sei es nicht erlaubt, sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Regierungsgegner und regimetreue Truppen hatten sich am Samstag heftige Gefechte um die Kontrolle über strategisch wichtige Städte geliefert. Gaddafi-Gegner eroberten den Ölhafen Ras Lanuf, in der Stadt Sawija konnten Regierungstruppen Stellungen der Protestbewegung durchbrechen. Beobachter befürchteten, dass die Kämpfe noch Wochen oder Monate andauern und das Land in einen Bürgerkrieg abgleiten könnte.

Augenzeugen berichteten am Samstag, Ras Lanuf sei nach schweren Gefechten am Freitagabend von den Aufständischen eingenommen worden. Die Stadt liegt 140 Kilometer östlich von Sirte, einer Hochburg der Anhänger Gaddafis. Der Kampf wendete sich zugunsten der Aufständischen, als sich ihnen die Einwohner diesen anschlossen, wie einer der Kämpfer erklärte. Zwölf Aufständische seien ums Leben gekommen. Nach Krankenhausangaben wurden dagegen fünf Kämpfer getötet und 31 verletzt. 

Libysches Kampfflugzeug nahe erobertem Ölhafen abgestürzt

Unterdessen zeigte CNN Aufnahmen von Regierungsgegnern, die den Abschuss eines libyschen Kampfflugzeugs der Regierung feierten. Dieses war nach Augenzeugenberichten am Samstag nahe Ras Lanuf abgestürzt. Von den Gewährsleuten aufgenommene Fotos zeigten den Leichnam des Piloten und Wrackteile der Maschine. Wie es zu dem Absturz kam, war zunächst unklar. Doch laut CNN behaupteten die Regierungsgegner nun, sie hätten das Flugzeug abgeschossen.

dapd

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