Seehofer: So habe ich den 9/11 erlebt

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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat erzählt, wie er den 11. September 2001 erlebte.

München - Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat erzählt, wie er den 11. September 2001 erlebte. Seiner Meinung nach muss die Bundesrepublik ihre Werkzeuge im Kampf gegen den Terror auch heute noch “scharf halten“.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sieht in den Anschlägen vom 11. September 2001 ein Symbol dafür, dass “die freie Welt ihre Werte mit größter Entschlossenheit und Konsequenz verteidigen muss“. Der CSU-Chef sagte in einem dapd-Gespräch, Terror dürfe nirgendwo “Unterschlupf finden oder auf stillschweigende Duldung stoßen“. Zudem müsse die Bundesrepublik ihre Werkzeuge im Kampf gegen den Terror “scharf halten“. Seehofer erinnert sich noch genau an den Tag der Anschläge: “Meine spontanen Gefühle waren Trauer und Bestürzung.“ Das Interview führte dapd-Korrespondent Jörg Säuberlich.

Herr Ministerpräsident, was haben Sie gerade gemacht, als Sie am 11. September 2001 von den Anschlägen in den USA erfahren haben?

Seehofer: Ich erinnere mich noch genau: Ich war damals in meinem Büro in Berlin. Meine Sekretärin kam mit Schrecken im Gesicht herein. Ich habe sofort den Fernseher angeschaltet und konnte erst gar nicht glauben, was ich sah. Nach einer Schrecksekunde war klar, was diese Bilder bedeuten: Unendlich viel Leid! Meine spontanen Gefühle waren Trauer und Bestürzung.

Wissen Sie noch, wie damals Ihre erste Reaktion war - was Sie spontan gedacht haben?

Seehofer: Mir war klar, dass dieser apokalyptische Anschlag eine doppelte Zäsur bedeutet: Eine Zäsur in der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus und eine Zäsur für die Bekämpfung des Terrors in der Welt.

Wie haben die Anschläge die Sicherheitspolitik verändert?

Seehofer: Die Anschläge vom September 2001 sind zum Symbol dafür geworden, dass die freie Welt ihre Werte mit größter Entschlossenheit und Konsequenz verteidigen muss. Alle Völker, deren Gesellschaften auf Demokratie, Freiheit, Offenheit und Toleranz gründen, haben die gemeinsame Aufgabe, in möglichst großer Geschlossenheit terroristische Bedrohungen zu bekämpfen. Terror darf nirgendwo auf der Welt Unterschlupf finden oder auf stillschweigende Duldung stoßen.

Wie bewerten Sie die aktuelle Bedrohung durch den Terrorismus?

Seehofer: Die in Deutschland nach dem September 2001 beschlossenen Sicherheitspakete waren die richtige Antwort auf die gestiegene Terrorgefahr. Und allen muss klar sein, dass bei allen Erfolgen im Kampf gegen den Terrorismus die Bedrohung nicht geringer geworden ist. Wir müssen unsere Werkzeuge im Kampf gegen den Terror deshalb scharf halten. Ich sehe das nach wie vor als eine der wichtigsten Herausforderungen der Innenpolitik. Die Sicherheit der Bürger gehört zu den Kernanliegen bürgerlicher Politik.

dapd

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