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News-Ticker

Ukraine-Krieg: Russland erobert Öl-Raffinerie in Lyssytschansk

Den russischen Armeen gelingt in der ukrainischen Großstadt ein Teilerfolg. Im Donbass tobt weiter der Krieg. Der Newsticker.

+++ 22.10 Uhr: Die Stadt Lyssytschansk befindet sich nach Angaben der örtlichen Behörden unter dauerhaftem Beschuss durch Russland. Dem Angreifer sei es außerdem gelungen, große Teile einer dortigen Öl-Raffinerie unter ihre Kontrolle zu bringen. Das meldete das ukrainische Verteidigungsministerium auf seiner Facebook-Seite.

+++ 17.55 Uhr: Mit dem Rückzug der ukrainischen Truppen aus Sjewjerodonezk tritt der Ukraine-Krieg laut einer Analyse des Nachrichtenportals Kyiv Independent in die „nächste Phase“. Man überlasse Russland zwar die geostrategisch wichtige Stadt. Den Kampf um den Donbass habe Kiew aber noch nicht aufgegeben. Stattdessen würden bereits weitere Verteidigungslinien geplant, an denen sich die russischen Truppen abmühen sollen. Dabei helfen sollen auch die neuen Waffenlieferungen aus dem Westen.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Bereits am ersten Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine werden die Gräuel des Krieges deutlich. Bomben gehen auf die Stadt Tschuhujiw nieder. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht schwer verletzt und notdürftig behandelt vor dem Krankenhaus der Stadt. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp

Ukraine-Krieg: Belarus startet „verdeckte Mobilisierung“

+++ 15.45 Uhr: In Belarus findet laut Angaben des ukrainischen Generalstabs aktuell eine „verdeckte Mobilisierung“ statt. Das berichten auch verschiedene Lokalmedien, unter anderem das Nachrichtenportal Zerkalo. Demnach wurden in diversen Regionen in Belarus zahlreiche Einberufungsbefehle verschickt. Die Aufforderung, sich bei der Truppe zu melden, seien auch an Personen gegangen, die zuvor als wehruntauglich eingestuft worden seien. Es sei zudem mit Strafen gedroht worden, sollte die Vorladung ignoriert werden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg: Erfolgreiche Offensive in Cherson

+++ 14.00 Uhr: Die ukrainische Armee berichtet, dass ein Dorf im Oblast Cherson befreit wurde. Die 60. Infanteriebrigade habe eine „erfolgreiche Offensive“ durchgeführt, hieß es am Donnerstagmittag. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Das Nachrichtenportal Kyiv Independent hat sie veröffentlicht.

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+++ 13.00 Uhr: Russland hält laut Angaben des Verteidigungsministeriums aktuell Tausende ukrainische Soldaten als Kriegsgefangene fest. Die Zahl ukrainischer Militärs, die gefangen genommen worden seien oder sich ergeben hätten, liege bei „mehr als 6000“, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Donnerstag. Er bestätigte außerdem, dass am Vortag im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen Russland und der Ukraine jeweils 144 Streitkräfte beider Seiten befreit worden seien. Die Ukraine gibt indes die Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten russischen Soldaten mit 35.600 an. Die Angaben beider Kriegsparteien lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 11.00 Uhr: Die ukrainische Armee hat die Rückeroberung der Schlangeninsel im Schwarzen Meer bekannt gegeben. „Es befinden sich keine Russen mehr auf der Schlangeninsel. Die ukrainischen Streitkräfte haben eine brillante Operation durchgeführt“, erklärte Generalstabschef Andrej Yermak. Aus Russland hieß es dazu, dass sich die Streitkräfte zurückgezogen hätten. „Heute hat das russische Militär als Zeichen des guten Willens seine Aufgaben abgeschlossen und die dort stationierte Garnison abgezogen“, vermeldete die staatliche Nachrichtenagentur RIA. Die Angaben beider Kriegsparteien lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg: Kämpfe um Lyssytschansk

+++ 10.15 Uhr: Laut einer Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums konzentrieren sich die ukrainischen Truppen nach dem Rückzug aus Sjewjerodonezk nun auf die Verteidigung der strategisch wichtigen Stadt Lyssytschansk. Ein zentraler Aspekt dessen dürfte demnach der Kampf um die örtliche Ölraffinerie sein, heißt es im Lagebericht, der auf Geheimdienstinformationen basiert. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.

+++ 09.30 Uhr: Die ukrainische Armee hat laut eigenen Angaben russische Luftabwehrsysteme und Haubitzen auf der Schlangeninsel zerstört. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent unter Berufung auf das Einsatzkommando „Süd“. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg: US-Geheimdienst mit „düsterer“ Prognose

+++ 08.45 Uhr: Der US-Geheimdienst hat eine neue Einschätzung zum weiteren Verlauf des Ukraine-Kriegs abgegeben. Russland hat demnach wohl noch weitgehende Ambitionen für die Ukraine. US-Geheimdienstkoordinatorin, Avril Haines, erklärte der Nachrichtenagentur Reuters, dass der russische Präsident Wladimir Putin sein Ziel, den größten Teil der Ukraine einzunehmen, nicht geändert habe.

Es gebe drei Szenarien für den kurzfristigen weiteren Kriegsverlauf: einen zermürbenden Konflikt, in dem Russland nur schrittweise Fortschritte, aber keinen Durchbruch erzielt, einen größeren russischen Durchbruch oder kleine Fortschritte der Ukraine in der Südukraine bei gleichzeitiger Stabilisierung der Frontlinie. „Kurz gesagt, das Bild bleibt ziemlich düster“, betonte Haines. Das US-Thinktank „Institute for the Study of War“ gab in einer Analyse an, dass Putin sich wohl nicht mit den bisherigen Gebietsgewinnen zufrieden gebe. Die russischen Streitkräfte würden weiterhin offensive Operationen nördlich von Charkiw durchführen, was darauf hindeute, dass der Kreml territoriale Ambitionen jenseits des Donbass habe. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Update vom Donnerstag, 30. Juni, 08.00 Uhr: Im Osten der Ukraine dauern nach Angaben aus Kiew die schweren Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt Lyssytschansk an. Der Feind versuche, mit Unterstützung der Artillerie die Stadt zu blockieren, teilte der ukrainische Generalstab am Donnerstagmorgen in seinem Lagebericht mit. Angriffe soll es rund um die Ölraffinerie der Stadt geben. „Die Kämpfe gehen weiter.“ Der Vertreter der Luhansker Separatisten in Moskau, Rodion Miroschnik, schrieb auf Telegram, das Gebiet rund um das Werk sei unter eigener Kontrolle. Das Militär in Kiew beschuldigte Russland, auch zivile Infrastruktur unter Beschuss genommen zu haben. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Nach Angaben der Separatisten ziehen sich regierungstreue Truppen in nordwestliche Richtung zurück.

Verwüstung in Sjewjerodonezk: Mittlerweile verlagern sich die Kämpfe in die strategisch wichtige Stadt Lyssytschansk.

Ukraine-Krieg: Russland kommt im Donbass schrittweise voran

+++ 22.45 Uhr: Der Ukraine-Krieg dauert an. Dabei verfolgt der russische Präsident Wladimir Putin nach wie vor dasselbe Ziel: Den größten Teil der Ukraine erobern. Allerdings seien die russischen Truppen so degradiert, dass sie nur schrittweise Gewinne erzielen, erklärte Avril Haines, US-Direktorin des Nationalen Geheimdienstes, am Mittwoch.

Putins Priorität sei nun, im Donbass weitere Erfolge zu erzielen. „Das Bild bleibt ziemlich düster und Russlands Haltung gegenüber dem Westen verhärtet sich“, so Haines auf einer Konferenz des Handelsministeriums. Dabei sehen die US-Geheimdienste drei mögliche Szenarien:

  • Ein erbitterter Kampf, in dem Russland nur schrittweise Gewinne erzielt, aber keinen Durchbruch
  • Einen großen russischen Durchbruch
  • Die Ukraine erzielt kleine Gewinne im Süden und stabilisiert gleichzeitig die Frontlinie

Ukraine-Krieg: Russland kesselt weitere Städte im Donbass ein

+++ 21.50 Uhr: Dem ukrainischen Generalstab zufolge versuchen russische Truppen, Lyssytschansk zu blockieren und die Kontrolle über die Autobahn Lyssytschansk-Bachmut zu übernehmen. Russische Truppen hätten subversive Gruppen in das Dorf Werchnjokamjanka in der Nähe der Stadt Lyssytschansk (Gebiet Luhansk) geschickt, die jedoch zurückgeschlagen wurden, so der ukrainische Generalstab.

Darüber hinaus würden russische Streitkräfte erfolglos versuchen, über das Dorf Spirne in Richtung der Stadt Bachmut im Gebiet Donezk vorzudringen. Angaben durch Konfliktparteien lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg – US-Geheimdienst: Putin will Großteil der Ukraine einnehmen

+++ 20.30 Uhr: Erkenntnissen des US-Geheimdienstes zufolge habt der russische Präsident Wladimir Putin nach wie vor das Ziel, den Großteil der Ukraine einzunehmen. „Wir schätzen Präsident Putin so ein, dass er im Grunde dieselben politischen Ziele verfolgt wie zuvor. Das heißt, den größten Teil der Ukraine einzunehmen“, sagt die Direktorin des US-Geheimdienstes der Nachrichtenagentur Reuters. „Ziemlich düster“ blieben daher die Aussichten für den weiteren Verlauf des Krieges.

Ukraine-Krieg: Russland kurz vor Einnahme des Donbass

+++ 19.59 Uhr: Russische Streitkräfte kämpfen darum, die letzte Hochburg des ukrainischen Militärs in der seit langem umkämpften östlichen Provinz Donbass einzukesseln, das berichtet Kyiv Indipendent. Die ukrainischen Truppen kämpfen, um ihre Einkreisung zu verhindern, während die russischen Streitkräfte auf zwei Dörfer in der Provinz Luhansk südlich der Stadt Lyssytschansk vorrücken. Angaben von Konfliktparteien sind nicht unabhängig überprüfbar.

Das britische Verteidigungsministerium erklärte, dass die russischen Streitkräfte bei ihrer Offensive zur Einnahme der Stadt „schrittweise Fortschritte“ machten. Lyssytschansk ist das letzte größere Gebiet der Provinz, das nach dem Rückzug der ukrainischen Streitkräfte aus der Nachbarstadt Sewerodonezk unter ukrainischer Konrtolle steht.

Ukraine-Krieg: Kiew will 144 Soldaten befreien – darunter 95 Asowstal-Verteidiger

+++ 18.12 Uhr: Berichten von Kyiv Indipendent zufolge steht die Ukraine vor dem bisher größten Gefangenenaustausch dieses Krieges. Somit können 144 ukrainische Soldaten freigelassen werden, teilte das ukrainische Verteidigungsministerium mit. Unter ihnen befinden sich demnach auch 95 Verteidiger der Asowstal-Anlage in Mariupol, darunter 43 Asow-Kämpfer. Die meisten der befreiten Soldaten seien schwer verletzt.

Ukraine-Krieg: Russische Truppen legen Minen in Großstadt aus

+++ 15.15 Uhr: Wie die Militärverwaltung der Region Lyssytschansk berichtet, legen russische Truppen derzeit Antipersonenminen aus. Gegenüber dem US-Nachrichtenportal CNN sagte Verwaltungsleiter Serhiy Hayday, die sogenannten „Blütenblätter“ seien äußerst gefährlich: „Sie liegen überall und jedes Kind oder jede Zivilperson, [...] kann auf sie treten und sterben oder ein Körperteil verlieren“.

Darüber hinaus finde die Bombardierung der Stadt Lyssytschansk inzwischen „Tag und Nacht“ statt. Bei der Großstadt im Osten des Landes handelt es sich um den letzten Vorposten der Region Luhansk.

Ukraine-Krieg: Rakete trifft Hochhaus in Mykolajiw

+++ 13.30 Uhr: Mindestens drei Tote und fünf Verletzte hat es laut ukrainischen Angaben bei einem russischen Angriff am Mittwochmorgen auf die Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine gegeben. Das teilte der Militärgouverneur des Gebiets Mykolajiw, Witali Kim, auf Telegram mit. „Die russischen Besatzer flogen einen Raketenangriff auf Mykolajiw.“ Eine Rakete habe ein Hochhaus getroffen. Die lokalen Behörden riefen die Menschen auf, während des Luftalarms an einem sicheren Ort zu bleiben und keine Bilder vom Ort des Angriffs zu veröffentlichen. Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich nur schwer oder gar nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg: Russland greift strategisches Ziel an – Heftige Explosionen in Mykolajiw

+++ 12.00 Uhr: Das von russischen Truppen besetzte Gebiet um die ukrainische Stadt Cherson bereitet laut der prorussischen Militärverwaltung ein Referendum für einen Beitritt zu Russland vor. Das sagte der Vizechef der Militär- und Zivilverwaltung von Cherson, Kirill Stremoussow, in einem am Mittwoch beim Nachrichtendienst Telegram veröffentlichten Video. „Ja, wir bereiten uns auf ein Referendum vor – und wir werden es abhalten.“ Cherson solle „ein vollwertiges Mitglied“ Russlands werden. Nach früheren Angaben sollte es im Herbst stattfinden. Am Dienstag war bekannt geworden, dass russische Besatzungstruppen den gewählten Bürgermeister der Großstadt Cherson, Igor Kolychajew, festgenommen haben.

+++ 08.00 Uhr: Die ukrainische Armee geht einem Lagebericht zufolge davon aus, dass Russlands Truppen vor einem Angriff auf die Stadt Lyssytschansk stehen. Parallel dazu verstärke die Armee die Bataillonsgruppe in der Region, heißt es im Bericht. Lyssytschansk gilt als strategisch wichtige Stadt, südlich von Sjewjerodonezk im Donbass. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Update vom Mittwoch, 29. Juni, 06.15 Uhr: Bei einem überraschenden Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gefordert, Russland als „Terrorstaat“ zu bestrafen. Russland müsse aus dem Sicherheitsrat ausgeschlossen werden, sagte Selenskyj, der bei einer kurzfristig anberaumten Sitzung am Dienstag in New York per Video zugeschaltet war. In der Nacht zum Mittwoch gingen die Kämpfe weiter. Die Nachrichtenagentur Ukrinform meldete zwei Raketeneinschläge in der Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine. Im Süden der Stadt sei ein Feuer ausgebrochen. Angaben über Verletzte und Schäden lagen noch nicht vor.

News zum Ukraine-Krieg: Russische Truppen nehmen Bürgermeister von Cherson fest

Lyssytschansk werde dabei weiter ständig mit Mörsern und anderer Artillerie beschossen, teilte der Generalstab mit. Russische Truppen stehen bereits am Südrand der Stadt. Vertreter der prorussischen Separatisten berichteten zudem von Kämpfen bereits im Stadtgebiet. Die Verbindungen in die benachbarte Region Donezk stehen seit Tagen unter ständigem Beschuss.

News zum Ukraine-Krieg: Frankreich schickt „signifikante Menge“ an gepanzerten Fahrzeuge

+++ 21.42 Uhr: Die Ukraine bekommt gepanzerte Fahrzeuge von Frankreich. Es soll sich laut Kyiv Independent um eine „signifikante Menge“ handeln. Das habe Frankreichs Verteidigungsminister bekannt gegeben.

Ukraine-Krieg: Russland startet nächsten Raketenangriff

+++ 19.30 Uhr: Russland hat einen Raketenangriff auf die Stadt Dnipro gestartet. Laut Walentyn Retsnytschenko, Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, suchen Rettungskräfte unter den Trümmern nach Überlebenden. Außerdem finden in der Ostukraine erbitterte Kämpfe um die Trasse von Lyssytschansk nach Bachmut statt - sie gilt als wichtige Nachschubroute für die Ukraine.

+++ 17.01 Uhr: Das russische Militär hat nach der Zerstörung eines Einkaufszentrums in der Ukraine eingeräumt, für den folgenschweren Luftangriff auf die Stadt Krementschuk verantwortlich zu sein. Die Attacke habe mehreren Hallen gegolten, in denen aus Europa und den USA gelieferte Waffen und Munition gelagert worden seien, teilte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag in Moskau mit.

Ukraine-Krieg: Kadyrow schickt vier neue Bataillone in den Krieg

+++ 15.58Uhr: Ramsan Kadyrow, der tschetschenische Staatschef und wichtige Verbündete des russischen Präsidenten Wladimir Putin, stellt vier neue Militärbataillone „mit einer beeindruckenden Personalstärke“ auf, berichtet das Nachrichtenportal Newsweek. Damit will er die russischen Truppen während des Ukraine-Kriegs unterstützen. Kadyrow erklärte am Sonntag in einem Telegramposting, dass die vier Bataillone „sehr bald“ in der Tschetschenischen Republik aufgestellt würden.

+++ 14.49 Uhr: Russland versucht laut Informationen des Nachrichtenportals Kiyv Independent, in Richtung der Stadt Slowjansk vorzurücken. Slowjansk liegt im Oblast Donezk und zählt rund 100.000 Einwohner. Russische Truppen versuchen außerdem, das Dorf Wowtschoariwka in der Nähe von Lyssytschansk (Gebiet Luhansk) und die Umgebung der Ölraffinerie zu stürmen, so der Generalstab.

Ukraine-Krieg: Russland würde Offensive „binnen eines Tages“ stoppen

+++ 13.35 Uhr: Russland würde seine Offensive gegen die Ukraine nach Kreml-Angaben im Fall einer Kapitulation Kiews sofort beenden. „Die ukrainische Seite kann alles noch vor dem Ende des heutigen Tages stoppen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau vor Journalisten. Dafür sei „ein Befehl an die nationalistischen Einheiten“, „an die „ukrainischen Soldaten zur Niederlegung ihrer Waffen“ notwendig. Kiew müsse zudem alle russischen Bedingungen erfüllen. „Dann wäre alles binnen eines Tages vorbei.“

Ukraine fordert UN-Sitzung wegen Angriff auf Einkaufszentrum - Todesopfer-Zahl steigt

+++ 10.34 Uhr: Nach dem russischen Raketenangriff auf ein Einkaufzentrum in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Regionalverwaltung am Dienstag auf mindestens 18 gestiegen. In der Nacht hatte Rettungsdienst-Chef Serhij Kruk von 16 Toten und 59 Verletzten gesprochen. Die Rettungskräfte seien weiter rund um die Uhr im Einsatz.

Krieg-News: Ukraine fordert UN-Sitzung wegen Angriff auf Einkaufszentrum 

+++ 09.36 Uhr: Vertreter der Ukraine haben für Dienstag eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt, um die jüngsten russischen Luftangriffe auf ukrainischem Boden zu erörtern, berichtet der US-Nachrichtensender CNN. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Ukraine gab es mehrere Todesopfer und dutzende Verletzte. Der Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen für politische und friedensfördernde Angelegenheiten wird den Rat auf der für 15 Uhr ET anberaumten Sitzung unterrichten, sagte ein UN-Sprecher gegenüber CNN.

Erstmeldung vom Dienstag, 28. Juni, 07.15 Uhr: Kiew – Russland steht nach dem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Ostukraine mit mindestens 18 Todesopfern im Ukraine-Krieg international am Pranger. Die Teilnehmer des G7-Gipfels im bayerischen Elmau sprachen von einem Kriegsverbrechen und drohten Kremlchef Wladimir Putin mit Konsequenzen.

In dem Einkaufszentrum in der Stadt Krementschuk hielten sich nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei dem Angriff mehr als 1000 Menschen auf. Nach dem Raketeneinschlag wurde das Gebäude von Flammen erfasst und brannte bis auf Betonpfeiler und Metallkonstruktionen aus. Die Zahl der bestätigten Toten stieg laut dem staatlichen Rettungsdienst vom Montagabend (27. Juni) erneut an. Rund 60 Menschen seien verletzt worden, davon die Hälfte schwer, teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft mit. Sie berichtete auch von mehr als 40 Vermisstenmeldungen.

Ukraine-Konflikt: Selenskyj nennt Russland „größte Terrororganisation der Welt“

Selenskyj bezeichnete Russland nach dem Angriff als „größte Terrororganisation der Welt“. Jeder auf der Welt müsse wissen, „dass es bedeutet, Terroristen Geld zu geben, wenn man russisches Öl kauft oder transportiert, Kontakte mit russischen Banken unterhält oder dem russischen Staat Steuern oder Zollabgaben zahlt“, sagte Selenskyj.

Auch die Teilnehmenden des G7-Gipfels im bayrischen Elmau verurteilen die Angriffe im Ukraine-Konflikt: „Willkürliche Angriffe auf unschuldige Zivilistinnen und Zivilisten sind Kriegsverbrechen. Der russische Präsident Putin und die Verantwortlichen werden dafür Rechenschaft ablegen müssen“. US-Präsident Joe Biden äußerte sich bei Twitter: „Der Angriff Russlands auf Zivilisten in einem Einkaufszentrum ist grausam“. Großbritanniens Premierminister Boris Johnson sagte am Rande des G7-Gipfels: „Dieser entsetzliche Angriff zeigt erneut, zu welchem Ausmaß an Grausamkeit und Barbarei der russische Staatschef fähig ist“.

Der stellvertretende UN-Botschafter Russlands, Dmitri Poljanski, sprach im Zusammenhang mit dem Angriff von einer „neuen ukrainischen Provokation im Stil von Butscha“. Moskau hat die vielfach dokumentierten Tötungen ukrainischer Zivilisten im Kiewer Vorort Butscha durch russische Truppen stets als angebliche Inszenierung abgetan. Zu Krementschuk behauptete Poljanski bei Twitter ohne nähere Erläuterung, es gebe „zu viele auffällige Unstimmigkeiten“.

Ukraine-Krieg: Explosionen im Süden - Tote bei Angriffen auf Lyssytschansk und Charkiw

Auch im Süden der Ukraine soll es Angriffe gegeben haben. Am frühen Dienstagmorgen (28. Juni) wurden Explosionen in der Stadt Mykolajiw gemeldet, wie Bürgermeister Olexander Senkewitsch im Nachrichtendienst Telegram schrieb. Über Schäden und Opfer wurde noch nichts bekannt. Er rief die Einwohner auf, sichere Orte aufzusuchen.

In einer Schlange vor einem Tankwagen mit Trinkwasser in der ukrainischen Stadt Lyssytschansk wurden bei einem russischen Raketenangriff nach Behördenangaben acht Menschen getötet. Weitere 21 seien verletzt worden, schrieb der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, beim Nachrichtendienst Telegram. In der Stadt Charkiw wurden nach Angaben des regionalen ukrainischen Befehlshabers Oleg Sinegubow bei russischem Beschuss 5 Zivilisten getötet und 22 weitere verletzt. Unter den Verletzten seien fünf Kinder, schrieb Sinegubow bei Telegram. (hg/mse/marv mit AFP/dpa)

Rubriklistenbild: © Anatolii Stepanov/afp

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