Nach NSA-Lauschangriff auf Merkel

Sicherheits-Handys für Bayerns Politiker?

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Horst Seehofer telefoniert bisher mit einem nicht-abhörsicheren Handy - das könnte sich bald ändern

München - Nach dem NSA-Lauschangriff auf Kanzlerin Merkel ist Bayerns Politikern mulmig zumute. Innenminister Herrmann will nun die Anschaffung von Sicherheits-Handys für die Kabinettsmitglieder prüfen.

Nach dem mutmaßlichen US-Lauschangriff auf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will die bayerische Staatsregierung die Anschaffung von Sicherheits-Handys mit Extra-Verschlüsselung prüfen. Das sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der Nachrichtenagentur dpa in München.

Herrmann berichtete, dass der Freistaat sogenannte Krypto-Mobiltelefone bereits in der Vergangenheit getestet, dann aber keine Geräte gekauft habe. „Die Geräte sind damals vor allem wegen ihrer mangelhaften Sprachqualität und komplizierter Handhabung nicht angeschafft worden.“ Inzwischen aber sei das anders. „Nachdem die Technik fortlaufend weiterentwickelt wird, werde ich die Einführung solcher Geräte erneut prüfen lassen“, kündigte der Minister an.

Noch hat noch nicht einmal Seehofer ein Sicherheits-Handy

Voraussetzung für ein abhörsicheres, verschlüsseltes Telefonieren ist aber, dass beide Gesprächsteilnehmer über zusammenpassende Verschlüsselungstechniken verfügen“, betonte er. So könne man dann eine abhörsichere Verbindung beispielsweise zwischen den Mitgliedern der Staatsregierung sicherstellen. Zusätzlich sollten weitere Maßnahmen geprüft werden, etwa ein sichererer Austausch von E-Mails.

Aktuell besitzt nach Angaben des Innenministeriums noch kein Kabinettsmitglied ein modernes Sicherheits-Handy - auch nicht Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) oder der Innenminister selbst.

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dpa

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