Südkorea räumt Kaesong-Industriepark

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Mit Sack und Pack verlassen Südkoreaner dan Industriepark Kaesong

Seoul - Der andauernde brodelnde Konflikt führt zu Reaktionen im Süden: Die letzten Beschäftigten im von Nord- und Südkorea betriebenen Industriepark Kaesong räumen das Feld.

Am Samstag verließen 125 südkoreanische Manager auf Anordnung der südkoreanischen Regierung die Grenzstadt und nahmen aus ihren Fabriken mit, was sie mit ihren Autos transportieren konnten. Die noch verbleibenden 50 für die Räumlichkeiten zuständigen Regierungsangestellten sollten am Montag gehen, teilte das Wiedervereinigungsministerium in Seoul mit.

Nachdem Nordkorea angesichts aktueller Spannungen Angebote zum Gespräch mit Südkorea ausgeschlagen hatte, rief Seoul aus Sicherheitsbedenken seine Beschäftigten aus der Sonderwirtschaftszone ab. Rund ein Jahrzehnt lang hatten mehr als 120 südkoreanische Firmen in Kaesong mit nordkoreanischen Arbeitern Gebrauchswaren und Kleidung produziert. Bis zu 53 000 Nordkoreaner und 800 Südkoreaner arbeiteten auf dem Wirtschaftsgelände auf nördlicher Seite direkt hinter der entmilitarisierten Zone, die die verfeindeten koreanischen Staaten trennt. Kaesong bot Nordkoreanern Arbeit und Geld, Südkorea profitierte von billigeren Arbeitskräften.

Spannungen nach dem jüngsten Atomtest Nordkoreas und gemeinsame Militärübungen von Südkorea und den USA vor der nordkoreanischen Grenze brachten Pjöngjang aber Anfang April dazu, seine Arbeiter komplett abzuziehen und Südkoreanern den Transport von Lebensmitteln und Rohstoffen nach Kaesong zu verwehren. Wie es mit dem Industriepark als dem letzten Projekt einer interkoreanischen Kooperation weitergeht, ist nun völlig unklar.

AP

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