Syrien: Schüsse auf Demonstranten

Istanbul - Unbeeindruckt von den Sanktionen der EU geht die syrische Führung weiter mit Gewalt gegen die Protestbewegung vor. Die syrische Armee feuerte nach Angaben von Augenzeugen  mit Artillerie auf ein Viertel in der Stadt Homs.

Im arabischen TV-Sender Al-Arabija und in den Internet-Foren der Opposition hieß es, zum Teil seien die Soldaten bei ihrem Angriff auf Gegenwehr gestoßen. In dem Viertel Baba Amro, in dem es in den vergangenen Wochen mehrfach Anti-Regime-Demonstrationen gegeben hatte, seien auch die Telefonleitungen und der Strom gekappt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete unter Berufung auf einen Militärsprecher, am Vortag hätten die Sicherheitskräfte ihre “Dutzende von Mitgliedern bewaffneter Terrorgruppen“ in der Umgebung von Homs festgenommen. Sie hätten außerdem Waffen, Autos und 150 Motorräder beschlagnahmt.

Blutige Proteste in Syrien

Blutige Proteste in Syrien

Die Europäische Union hatte als Reaktion auf die Gewalt gegen Demonstranten in Syrien Sanktionen gegen 13 Regimegrößen verhängt. Diese dürfen nicht mehr in die EU-Staaten reisen. Zudem werden mögliche Konten gesperrt. Präsident Baschar al-Assad ist nicht unter den Betroffenen, allerdings sein Bruder Maher, der eine führende Rolle im Sicherheitsapparat spielt. Vor der französischen Botschaft in Damaskus und vor der Vertretung der EU-Delegation gab es am Dienstag kleinere Protestkundgebungen regimetreuer Kräfte. Vor der deutschen Botschaft in Damaskus hat es bislang keine Protestaktionen gegeben, obwohl Bundesaußenminister Guido Westerwelle zu den ersten Politikern gehört hatte, die sich für Sanktionen ausgesprochen hatten.

dpa

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