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Krieg in der Ukraine

Putin verspricht atomwaffenfähige Raketen für Belarus und will Lukaschenkos Flieger aufrüsten

Wladimir Putin (r.) und Alexander Lukaschenko stehen auf einer Brüstung
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Zwei alte Männer und das Meer: Russlands Präsident Wladimir Putin (r.) hat den belarussischen Diktator Alexander Lukaschenko an sich gebunden.

Wladimir Putin trifft sich mit Alexander Lukaschenko und bringt seinem belarussischen Partner ein Versprechen mit. Dieses dürfte im Westen Unbehagen auslösen.

München - Es gab Zeiten, da war Wladimir Putin mehr als nur ein gern gesehener Gast unter den größten Industrienationen der westlichen Welt. In seinen ersten zweieinhalb Amtszeiten als Präsident gehörte Russland als fester Bestandteil den damaligen G8-Staaten an.

Das änderte sich infolge der Krim-Annexion. Und so sprechen Deutschland, die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Kanada in ihrer Runde seither viel über statt mit dem Kreml-Chef. Das wird auch beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau ab diesem Sonntag so sein. Denn seit des Einmarschs in die Ukraine am 24. Februar führt Russland Krieg in Europa.

Putin und der Ukraine-Krieg: In Europa hält nur noch Lukaschenko offen zum Kreml-Chef

Um Putin ist es derweil einsam geworden - nicht unbedingt mit Blick auf die gesamte Welt, denn in Asien weiß er vor allem mit China nach wie vor einen starken Verbündeten an seiner Seite. In Osteuropa hält ihm öffentlich einzig Alexander Lukaschenko die Stange. Gezwungenermaßen, denn ohne Putin wäre der belarussische Diktator wohl längst nicht mehr im Amt. Insofern ist er ein Staatsoberhaupt von Putins Gnaden.

Umso überraschter waren Beobachter bislang, dass sich Belarus nicht aktiv an der russischen Invasion in der Ukraine beteiligte. Sieht man davon ab, dass Truppen des Kreml von Lukaschenkos Territorium in die Ukraine einmarschieren durften. Wie diese Haltung im Kreml ankommt, ließ sich bislang nur erahnen.

Putin trifft Lukaschenko: Belarus bekommt atomwaffenfähige Raketen aus Moskau

Doch Putin weiß eben, was er an Lukaschenko hat. Einen Regierungschef, den er im Grunde komplett in der Hand hat. Wohl auch deshalb zeigt sich der Herrscher aus Moskau nun auf seine eigene Art erkenntlich für die lange Partnerschaft.

Bei einem Treffen mit Lukaschenko in seiner Heimatstadt St. Petersburg kündigte Putin an, Russland werde Belarus bald mit atomwaffenfähigen Raketen beliefern. Konkreter: „In den kommenden Monaten“ bekommt der treue Nachbar das Raketensystem Iskander-M, das auch mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann.

Dieses könnte Putin zufolge „sowohl ballistische Raketen als auch Marschflugkörper aufnehmen - sowohl in konventioneller als auch in nuklearer Ausführung“. Laut russischen Medien haben die Iskander-M eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern.

Video: Putsch gegen Putin? Expertin sieht Kreml-Chef geschwächt

Putin gibt Lukaschenko atomwaffenfähige Raketen: Russland will die Kampfflieger modernisieren

Damit ist dieses Versprechen selbstredend auch eine Abschreckung an den Westen und ganz Europa, denn von der belarussichen Grenze ist der Weg nach Deutschland noch einmal ein beträchtliches Stück kürzer als von Russland aus. Zudem liegt mit Polen eines der größten EU-Länder direkt vor der Haustür. Keine Frage: Putin spielt mal wieder mit der Angst im Westen, wo er sich längst den Ruf erarbeitet hat, unberechenbar zu sein.

Putin bot Lukaschenko obendrein an, dass Russland bei der Aufrüstung belarussischer Kampfflugzeuge helfen könne, damit diese künftig ebenfalls Atomwaffen transportieren können. Die Flieger vom Typ Suchoi Su-25 könnten entsprechend „verbessert“ werden, urteilte Putin. Sein Vorschlag lautet: Die Modernisierung sollte in Flugzeugfabriken in Russland vorgenommen werden, so könne zeitgleich auch schon die Ausbildung des Personals beginnen.

Raketenstart: Dieses Foto wurde im April vom russischen Verteidigungsministerium verbreitet.

Putin und die Ukraine: Berichte über Raketenbeschuss von Belarus aus

Erst wenige Stunden zuvor hatte es in der Ukraine Berichte über russischen Raketenbeschuss von belarussischem Territorium aus gegeben. Laut dem dortigen Bürgermeister seien allein in der Umgebung von Schytomyr, einer 260.000 Einwohner zählenden Stadt 120 Kilometer westlich von Kiew, 24 Raketen eingeschlagen. Auf das Dorf Desna in der Region Tschernihiw weiter nordöstlich seien 20 Raketen niedergegangen, teilte das Nordkommando der ukrainischen Armee auf Facebook mit.

Aus ukrainischer Sicht verfolgt Putin mit diesem Vorgehen ein klares Ziel: Er will mit Russland nicht länger allein im Krieg stehen. „Der Angriff von heute steht in direkter Verbindung mit den Bemühungen des Kreml, Belarus als Mitkämpfer in den Krieg in der Ukraine hineinzuziehen“, schlussfolgerte die Generaldirektion des ukrainischen Geheimdienstes, die dem Verteidigungsministerium unterstellt ist, bei Telegram.

In diesem Zusammenhang können womöglich auch die versprochenen Atomraketen für die belarussischen Kampfflieger als Anreiz Putins angesehen werden. Oder als Dankeschön, sollte Lukaschenko insgeheim den Daumen schon erhoben haben. (mg)

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