Wirbel um Essens-Plan

Veggie-Day der Grünen mit Nazi-Aktion verglichen

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Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast hat für ihre Forderung nach einem fleischfreien Tag in deutschen Kantinen viel Kritik geerntet. Nun wird der Plan auch mit Nazi-Aktionen verglichen.

München - Für ihre Forderung nach einem fleischfreien Tag in deutschen Kantinen ernten die Grünen viel Kritik. Das Blognetzwerk "Achse des Guten" und ein FDP-Politiker haben die Idee mit einer Propaganda-Aktion der Nazis verglichen.

Die Grünen wollen nach der Bundestagswahl einen fleischlosen Tag in Kantinen einführen und so den Fleischkonsum in Deutschland senken. An dem sogenannten Veggie Day solle einmal in der Woche ausschließlich vegetarisch und vegan gekocht werden, sagte die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast, der "Bild"-Zeitung vom Montag. Der "Veggie Day" sei auch gut für das Klima und trage zu mehr Qualität sowie artgerechter Tierhaltung bei.

Zur Kritik an dieser Idee von Schwarz-Gelb, der Linken sowie Industrie und Gewerkschaft kommt nun auch noch Spott im Netz hinzu. Das Blog-Netzwerk "Achse des Guten" etwa vergleicht die "Grünen"-Idee mit dem "Eintopfsonntag" der Nazis. "Alles für die Volksgemeinschaft" lautet die Überschrift des entsprechenden Blog-Eintrags.

Wer in welchem Bundesland regiert

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Der "Eintopfsonntag" wurde vom NS-Regime im Oktober 1933 eingeführt. Von Oktober bis März sollte an jedem ersten Sonntag des Monats in deutschen Haushalten nur Eintopf gegessen werden. Diese Mahlzeit durften nicht mehr kosten als 50 Pfennig pro Person. Das gegenüber einem normalen Sonntagsessen eingesparte Geld sollte dem Winterhilfswerk gespendet werden, das bedürftige "Volksgenossen" unterstützte.

Um diese Propagada-Aktion voranzutreiben, aßen Nazi-Größen wie Adolf Hitler und Propagandaminister Goebbels öffentlich karge Eintopfgerichte. Mitarbeiter der NS-Volkswohlfahrt (NSV) nahmen die Spenden in den Haushalten entgegen. In größeren Städten gab es an "Eintopfsonntagen" Gemeinschaftsessen auf öffentlichen Plätzen.  Im Zweiten Weltkrieg wurde der "Eintopfsonntag" abgeschafft. Als Ersatz wurde ein "Opfersonntag" eingeführt.

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Lars Lindemann, Gesundheitsexperte der FDP

Einen ähnlichen Vergleich wie die "Achse des Guten" hat auch der Berliner FDP-Bundestagsabgeordnete Lars Lindemann gezogen. Der Gesundheitsexperte der Liberalen veröffentlichte am Dienstagmorgen auf seiner Facebook-Seite eine Montage aus einem Grünen-Logo und einem NS-Propagandabild. Das Plakat zeigt eine Mutter, die ihren vier Kindern Stullen anbietet. "Eßt Vollkornbrot, denn es ist besser und gesunder", steht darunter. Der Appell stammt aus einer Nazi-Kampagne zur Volksgesundheit. In der oberen rechten Ecke ist das Parteilogo der Grünen zu sehen.

Zu diesem Bild postete Lindemann den Kommentar "Denken hilft". Mittlerweile ist das Bild wieder von seiner Facebook-Seite verschwunden. Wie der Berliner "Tagesspiegel" berichtet, habe der FDP-Politiker nach diesem Posting einen "kurzen, aber heftigen Anruf aus der Parteizentrale" erhalten. Gegenüber der Zeitung verteidigt Lindemann aber seine Kritik an einem "Veggie Day": Der Grünen-Vorstoß habe "totalitaristische Züge". Er betont: "Ich lasse mir von niemandem vorschreiben, was ich an welchem Tag zu essen habe." Um darzustellen wohin solche Pläne führten, habe er eben "eine Form der Überzeichnung" gewählt.

fro

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