LIEBESFRAGEN: DOROTHEA PERKUSIC BEANTWORTET IHRE FRAGEN RUND UM "LEBEN" UND "LIEBE"

Ist es normal, dass ich von meinem Mann genervt bin, obwohl ich ihn liebe?

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In unserer Service-Rubrik "Liebesfragen" können Sie Dorothea Perkusic unter dem Betreff "Liebesfragen" Ihre Fragen rund um die Themen "Leben" und "Liebe" stellen. Jeder Ratsuchende bekommt von der Einzel- und Paartherapeutin eine persönliche Antwort. Ausgewählte Fragen werden immer montags hier anonymisiert veröffentlicht.

Die heutige Frage:


Ich liebe meinen Mann. Seitdem wir aufgrund der Corona-Krise mit unseren Kindern ständig alle auf einem Haufen und fast nur noch zu Hause und unter uns sind, habe ich jedoch das Gefühl, ihn nicht mehr ertragen zu können. Mir geht alles auf die Nerven, dass er ständig um mich herum ist, wie er kaut, seine vielen und bemühten Vorschläge etwas gemeinsam zu machen. Ich habe nichtmal mehr Lust auf Sex. Den ganzen Tag beschäftigen wir unsere Kinder und ich finde keinen Raum für mich. Ich habe das Gefühl jegliche Eigenständigkeit zu verlieren und werde regelrecht phlegmatisch und manchmal macht es mich aggressiv. Dabei habe ich ständig ein schlechtes Gewissen, möchte ihm das alles jedoch nicht sagen, um ihn nicht zu verletzen. Ist das normal und was kann ich tun?

Dorothea Perkusic:


Es ist völlig normal und es geht gerade sehr vielen Menschen so. Kein Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben oder damit die Liebe zu Ihrem Mann und Ihren Kindern infrage zu stellen. Ich kann Ihnen nur raten, mit Ihrem Mann darüber zu sprechen und bin sicher, dass es trotz all seiner Bemühungen auch ihm manchmal ähnlich geht und er Sie verstehen kann. Darüber zu reden schafft Ihnen sicher schon erste Erleichterung, denn geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid.

Finden Sie Möglichkeiten der Abgrenzung

Finden Sie Möglichkeiten, sich bei so viel Nähe auch immer wieder mal voneinander abgrenzen zu können. Ziehen Sie sich für einen Abend zurück, trinken Sie einen Prosecco mit Ihrer besten Freundin bei einem Videotelefonat und reden Sie sich alles von der Seele. Denken Sie nicht allein über die Einschränkungen nach, die der Hausarrest für Sie mit sich bringt, sondern überlegen Sie, welche Möglichkeiten Ihnen dadurch geboten sind. Was könnten Sie verwirklichen oder umsetzen, worauf Sie schon immer Lust hatten? Welche Ziele könnten Sie sich setzen, die Ihnen für ein oder zwei Wochen eine Aufgabe stellen?

Ausdruck der Überreizung

Dass Sie Ihren Partner gelegentlich nicht mehr „riechen“ oder hören mögen, ist lediglich Ausdruck dessen, dass Sie gestresst und überreizt sind. Wenn etwas oder jemand Sie nervt heißt das immer, dass Sie im Widerstand sind, und dem können Sie einfach auf den Grund gehen in dem Sie prüfen, wogegen sich alles in Ihnen sträubt. Und die Sexualität ist letztlich der Spiegel. Wenn Ihnen die Nähe gerade eh schon zu viel ist, kann es schwierig sein, sich gerade dieser noch mehr zu öffnen. Vielleicht können Sie etwas Schwung in die Zweisamkeit bringen, indem Sie auch hier erfinderisch werden. Schreiben Sie sich von Zimmer zu Zimmer E-Mails. Täuschen Sie Distanz vor und erzählen Sie sich gegenseitig, was Sie aneinander schätzend oder anziehend finden. Worauf haben Sie Lust, was würden Sie gerne noch erleben? Wagen Sie sich hinaus und zeigen Sie sich, das kann prickelnd sein und Ihnen neue Reize geben.

Not macht erfinderisch

Nehmen Sie sich den Abstand den Sie brauchen, so gut es eben in der jetzigen Situation geht. Die Not macht auch immer erfinderisch und Ihnen fällt sicher etwas ein! Und versuchen Sie das auch mal positiv zu sehen. Dass Sie Ihren normalen uneingeschränkten Alltag vermissen ist doch auch ein Zeichen dafür, dass Sie ansonsten glücklich zu sein scheinen und darauf können Sie aufbauen. Es ist normal, dass man sich gegenseitig auf die Nerven geht. Wir lieben auch unsere Kinder über alles und freuen uns dennoch manchmal, wenn sie endlich schlafen oder gar ausziehen.

Dorothea Perkusic

Quelle: rosenheim24.de

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Dorothea Perkusic
Praxis für Psychotherapie (HPG)

Im Zentrum meiner Arbeit stehen die systemische Therapie und insbesondere Ihre Bedürfnisse.

In der Kindheit hat sich jeder von uns unbewusst ein Verhalten angeeignet, welches für das Zusammenleben in unserer Herkunftsfamilie nötig war und uns in diesem System am besten „zurecht kommen“ ließ. Diese erlernten Verhaltensmuster und Beziehungsmuster tragen wir weiter ins Erwachsenenleben und in unsere Partnerschaft. Wir stellen fest, dass wir damit plötzlich nicht mehr klar kommen, plötzlich scheint es etwas anderes zu brauchen, Konflikte und Enttäuschungen entstehen. Durch das Erkennen dieser veralteten Muster und Verhaltensweisen, das Überprüfen deren Notwendigkeit, diese bestehen lassen zu müssen, entstehen langsam aber nachhaltig Veränderungen. Durch tieferes Verstehen und Überprüfen lösen sich Blockaden und wir können aufbrechen in eine freie, an unsere echten Bedürfnisse angepasste Beziehung.

Kontakt:


Dorothea Perkusic
Praxis für Psychotherapie (HPG)

Rathausstraße 14
83022 Rosenheim

Mobil: 0175-5611171
E-Mail: info@dorothea-perkusic.de

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