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Meinung

Die Strategie des GDL-Chefs: Bahnstreik mit Hintergedanken

Dirk Walter online rahmen
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Dirk Walter

Die Lokführer streiken und eine Nation schäumt. Klar, ein Streik bei der Bahn ist immer ein maximales Ärgernis, mögen nun Ferien sein oder nicht. Liebling der Nation wird Claus Weselsky nicht mehr. Muss er aber auch nicht.

Ein Lokführer-Chef muss für die Interessen seiner Mitglieder kämpfen. Das macht Weselsky zweifellos auch. Wobei: Was die eigentlichen Themen des Tarifstreits betrifft (Lohnsteigerung, Betriebsrenten), so liegen die Streitparteien gar nicht weit auseinander.

Doch hat der Streik auch eine tiefere Ursache, nämlich das auf Betreiben des DGB eingeführte Tarifeinheitsgesetz. Es besagt, dass für Tarifabschlüsse nur jeweils die stärkste Gewerkschaft in einem Betrieb zuständig ist. Dumm nur, dass die Deutsche Bahn rechtlich gesehen nicht ein Betrieb ist, sondern in 90 Einzelunternehmen (DB Cargo, DB Netz etc.) zerfällt – wo mal die DGB-nahe EVG, mal die GDL führend sind.

Das Tarifeinheitsgesetz muss reformiert werden

Die Strategie von CDU-Mitglied (!) Weselsky ist es offenbar, durch provokative Streiks und fast klassenkämpferische Töne Eisenbahner – die Fahrdienstleiter zum Beispiel – auf seine Seite zu ziehen. Wenn man so will, dient der Streik also auch der Mitgliedergewinnung.

Dieser Hintergrund des Tarifkampfes kann dem Fahrgast egal sein. Aber: Wer künftige Tarifkonflikte bei der Bahn auf ein Normalmaß zurückfahren will, der muss das Gesetz reformieren oder gleich ganz abschaffen – es hat die Situation nicht befriedet, sondern erst angeheizt.

Dirk.Walter@ovb.net

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