Firma reagiert

Lego-Produkt sorgt für Wirbel: Proteste vor Geschäften - „Wer das Produkt kauft, finanziert Waffenhersteller“

Lego wurde wegen eines real getreuen Spielzeug-Militärflugzeugs kritisiert. Aktivisten demonstrierten vor Filialen. Nun lenkte das Unternehmen ein.

  • Lego plante ein Spielzeugmodell eines Militärflugzeuges herauszubringen, das in Wirklichkeit im Einsatz ist.
  • Der Deutschen Friedensgesellschaft passte das gar nicht.
  • Durch Aktivismus brachte der Verein Lego zu einer überraschenden Reaktion.

Stuttgart - Der Spielzeughersteller Lego wollte erstmals ein Militärflugzeugmodell auf den Markt bringen, das im Original tatsächlich in Kriegsgebieten im Einsatz ist. Vor allem, dass es sich um eine offizielle Kooperation mit Rüstungsfirmen handelte, störte den Verein „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“. Mit einer Kampagne gingen Aktivisten gegen das Produkt vor - mit Erfolg.

Lego plante für August 2020 die Veröffentlichung eines Militärflugzeugs mit dem Namen „LEGO Technic 42113 Bell-Boeing V-22 Osprey“. Es handelt sich dabei um ein Modell eines Flugzeuges, das in der Realität im Einsatz ist. Die „Bell-Boeing V-22 Osprey“ wurde in den 80er entwickelt. Seit 2005 setzt die amerikansiche Luftwaffe und Marine die Maschinen ein.


Lego-Produkt sorgt für Wirbel - „Wer das Produkt kauft, finanziert Waffenhersteller“

Die Deutsche Friedensgesellschaft kritisierte vor allem, dass das Produkt mit offiziellen Lizenzen von den Rüstungsfirmen Boeing und Bell ausgestattet sein sollte. „Rüstungskonzerne sind keine geeigneten Kooperationspartner für einen Spielzeughersteller“, erklärte Michael Schulze von Glaßer, politischer Geschäftsführer des Vereins. Wenn Lizenzgebühren von Lego an Boeing und Bell gezahlt würden, „dann finanzieren die Lego-Kundinnen und -Kunden auf einmal reale Waffenhersteller mit", so Schulze von Glaßer.

Außerdem würde Lego mit dieser Handlung gegen seine eigenen Grundsätze verstoßen. Der Verein beruft sich auf einen Bericht von 2010, in dem Lego seinen Umgang mit Spielzeug, das Kriegssituationen nachbildet, beschreibt. „Das grundsätzliche Ziel ist es, realitische Waffen und militärisches Equipment, das Kinder wiedererkennen könnten, zu vermeiden“, heißt es in Legos Progress Report 2010.

Friedensgesellschaft vs. Lego im Streit um Militärflugzeug: Online-Petitionen und Protest vor Filialen

Um die Veröffentlichung des Produkts zu verhindern, startete der Verein eine Online-Petition und demonstrierte vor Lego Filialen. Ein Mensch, der in einem Kostüm einer Lego-Figur steckte, zielte in Tarnkleidung und mit einer Pistole bewaffnet auf ein buntes Peace-Zeichen, das die Aktivisten aus Lego-Steinen angefertigt hatten. Auf seiner Facebook-Seite postete der Verein Fotos von Aktionen in Hamburg und Berlin.

Der Einsatz der Aktivisten hat sich gelohnt. Selbst überrascht von Legos Reaktion, teilte die Deutsche Friedensgesellschaft auf Twitter mit, dass sich das Unternehmen dazu entschieden hat, das Set nicht auf den Markt zu bringen.

Bei WhatsApp*, Instagram und TikTok treibt derzeit ein Horror-Goofy sein Unwesen. Besonders Kinder bringt er in Gefahr - Kriminologen warnen bereits. Das BKA nutzte offenbar eine beliebte WhatsApp-Funktion um Chat-Verläufe mitzulesen. Doch es lässt sich unter Umständen prüfen, ob jemand mitliest. Dafür freuen sich einige Nutzer bereits jetzt auf eine Funktion, die WhatsApp angekündigt hat. (lb) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Video: LEGO: Keine Werbung für das Weiße Haus und die Polizei

Rubriklistenbild: © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

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