Von Ettenhausen auf den Weitlahnerkopf

Ein unscheinbares Gipfelchen zwischen Geigelstein und Kampenwand

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Nur ein kleiner Gupf ist der Weitlahnerkopf (1.615 Meter), der den langgezogenen Grat vom Geigelsteinstock nordwärts abschließt.

Schleching – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es von der Talstation der Geigelsteinbahn auf den Weitlahnerkopf.

Ganz unscheinbar steht er zwischen seinen prominenten Nachbarn Geigelstein und Kampenwand: Der Weitlahnerkopf mit seinen 1.615 Metern. Doch während an schönen Tagen auf den anderen Gipfeln der Bär steppt, hat man am Weitlahnerkopf seine Ruhe. Ein guter Grund also, diesem Berg einen Besuch abzustatten! Auf geht’s!


Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Weitlahnerkopf, 1.615 Meter

Höhenmeter der Wanderung: Circa 1.000 Höhenmeter 


Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Parkplatz Geigelsteinbahn, Geigelsteinstraße 55, 83259 Schleching, gebührenpflichtig (2 Euro) 

Gehzeit: Dreieinhalb Stunden aufwärts, zwei bis zweieinhalb abwärts. 

Schwierigkeit: Einfache Wanderung, die im Gipfelbereich etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. 

Einkehrmöglichkeiten: Haidenholz-Alm, 1.340 Meter 

Wann sollte man aufpassen? Der Gipfel fällt steil nach Norden und Osten ab, Absturzgefahr! 

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 4,5/5 Punkte: Sofern Trittsicherheit vorhanden ist, ist die Tour auf den Weitlahnerkopf eine Empfehlung für Anfänger! 

Für Familien mit Kindern geeignet? 4,5/5: Sofern man die steilen Gipfelabstürze bedenkt, ist auch die Wanderung für Familien allemal machbar! 

Für Hunde geeignet? 5/5: Wenn Anfänger aus der Metropole München mit ihren Hundewelpen machen können, ist die Tour im Grunde für jeden Hundebesitzer machbar! 

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 4,5/5: Der Blick auf den Chiemsee bleibt leider verwehrt – da ist die Kampenwand davor – aber ansonsten ergeben sich weite Blicke über das Alpenvorland, bei sehr guten Sichtverhältnissen sogar bis in den Bayerischen Wald, über die Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, die Loferer Steinberge, die Hohen Tauern, den Wilden Kaiser und ins Karwendel!

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Einsamkeit: Während man sich bei den Nachbarn Geigelstein und Kampenwand meistens ein Wartemarkerl fürs Gipfelfoto ziehen muss, geht es am Weitlahnerkopf weit ruhiger zu. Eine tolle Tour also für diejenigen, die Menschenmassen meiden! 

Als Sommertour geeignet: Der Anstieg zieht sich nordseitig größtenteils durch den Wald und mehrere Quellen versprechen Erfrischung. Ideal also für heiße Sommertage! 

Flora und Fauna: Der Großteil des Geigelsteins steht unter Naturschutz. Das merkt man auch beim Anstieg auf den Weitlahnerkopf: Seltene Blumen und Tiere sind hier anzutreffen, mit etwas Glück sind beispielsweise Murmeltiere zu sehen!

Für wen die Tour nix ist

Wer in puncto Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gänzlich unbegabt ist, oder beim Durchqueren von Almweiden in Panik gerät, sollte diese Tour meiden.

Marsch, Marsch!

Ein verhältnismäßig großes Gipfelkreuz krönt den kleinen Gipfel.

Unser Start ist auf dem Parkplatz der seit Jahren stillstehenden Geigelsteinbahn. Aufgrund immer wieder erfolgender Renovierungsarbeiten ist davon auszugehen, der Sessellift in den kommenden Jahren wieder in Betrieb gehen wird. Für uns geht’s aber eh nicht auf den Geigelstein, sondern auf seinen Trabanten, den Weitlahnerkopf! Dabei tauchen wir erst mal in den Wald ein und folgen dem Aufstiegweg zum höchsten Berg im Umkreis. Dabei ist es egal, ob wir von der Seite der Talstation starten oder von der anderen Seite des Parkplatzes, denn die Wege führen nach gut zehn Minuten und einem überquerten Bachlauf zusammen. Auf dem Fahrweg geht es wenig spektakulär und nur wenig steil nach oben. Nach einer guten Viertelstunde gelangen wir an eine Weggabelung: Wir lassen den Aufstiegsweg zum Geigelstein links liegen und schlagen den rechten Weg ein. 

Hinauf zum Weitlahnerkopf

Nur als ein kleiner Gupf ist der Weitlahnerkopf (1.615 Meter) zu erkennen, der den auslaufenden Grat vom Geigelsteinstock nach Norden hin abschließt. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt liegt am kostenpflichtigen Parkplatz der Geigelsteinbahn (Zwei Euro). Dabei sind wir schon in aller Frühe nicht allein. © Simon Schmalzgruber
Die Zweiersessel der Geigelsteinbahn rotten seit Jahren vor sich hin. Der Besitzer ließ aber schon anklingen, dass der Betrieb in den nächsten Jahren wieder aufgenommen wird. Dann ist hier auch wieder weit mehr los... © Simon Schmalzgruber
Dreieinhalb Stunden wird's laut Wegweiser dauern... © Simon Schmalzgruber
...dafür tauchen wir erst einmal in den Wald ein. © Simon Schmalzgruber
Kurz danach überqueren wir einen Bachlauf... © Simon Schmalzgruber
...und etwas öde geht's über die Forststraße nach oben. © Simon Schmalzgruber
An dieser Weggabelung schlagen wir nun den rechten Weg ein! © Simon Schmalzgruber
Nun links! © Simon Schmalzgruber
Eine Kehre weiter... © Simon Schmalzgruber
...und der Breitenstein (1.661 Meter) zeigt sich von einer schönen Seite, wenn wir uns umdrehen. © Simon Schmalzgruber
Wir passieren ein kleines Holzdepot. © Simon Schmalzgruber
Wir halten uns wiederum links. © Simon Schmalzgruber
Laut dem Wegweiser ist schon über die Hälfte geschafft! © Simon Schmalzgruber
Wir wechseln auf Almgebiet. Auch wenn wir vor dem Findling links abbiegen, auf die Kühe müssen wir trotzdem Acht geben! © Simon Schmalzgruber
Der Weg ist nun etwas schmaler... © Simon Schmalzgruber
...aber nicht lange, dann sind wir wieder auf dem Fahrweg. Hinten taucht schon unser heutiges Ziel auf! © Simon Schmalzgruber
Nun erreichen wir die Haidenholzalm auf 1.340 Meter. © Simon Schmalzgruber
Da, wo das Gipfelkreuz steht, müssen wir auch hin! © Simon Schmalzgruber
Wir gehen auf das Almgebäude zu... © Simon Schmalzgruber
...gehen aber rechts davon den Weg weiter. © Simon Schmalzgruber
Nun tauchen wir wieder in den Wald ein.... © Simon Schmalzgruber
...und der Weg wieder schmaler. © Simon Schmalzgruber
Etwas steiler wird's nun auch! © Simon Schmalzgruber
Die durchblitzende Sonne verleiht der Szenerie eine gewisse Mystik! © Simon Schmalzgruber
Zum Greifen nah erscheint der Gipfel...doch von dieser Seite ist er für den normalen Wanderer schier unerreichbar! © Simon Schmal zgruber
Ein Übertritt. Heißt: Wir betreten wieder Almgebiet. Heißt auch: Wieder Obacht geben! © Simon Schmalzgruber
Die Markierungen geben uns die ganze Route hinauf Orientierungshilfe. © Simon Schmalzgruber
Schrofiger wird das Gelände nun auch! © Simon Schmalzgruber
Der Wald lichtet sich wieder... © Simon Schmalzgruber
...und sogleich sind wir auf dem Almboden. Und wir sind nicht alleine! Einerseits die Rindviecher... © Simon Schmalzgruber
...andererseits das Murmeltier ziehen unsere Blicke auf sich! © Simon Schmalzgruber
Nun wird der Weg noch etwas steiler... © Simon Schmalzgruber
...und zieht sich zur Scharte hoch! © Simon Schmalzgruber
Endspurt! © Simon Schmalzgruber
Wenig steil... © Simon Schmalzgruber
...und bisserl schrofig... © Simon Schmalzgruber
...ist der Gipfel in circa 20 Minuten erreicht! © Simon Schmalzgruber
Berg Heil! © Simon Schmalzgruber
Sonne-Wolken-Spiel am Hohen Göll (2.522 Meter)... © Simon Schmalzgruber
...dem Hochkalter (2.611 Meter) und dem Watzmann (2.713 Meter)... © Simon Schmalzgruber
...der Hocheisgruppe (2.523 Meter) und der Große Hundstod (2.593 Meter)... © Simon Schmalzgruber
...sowie überm Hochkönig (2.941 Meter) und der Schönfeldspitze (2.653 Meter). © Simon Schmalzgruber
Ein Blick hinüber zu den Loferer Steinbergen: Breithorn (2.413 Meter), Großes Ochsenhorn (2.511 Meter), Mitterhorn/Hinterhorn (2.506 Meter) und Rothörner (bis 2.409 Meter). © Simon Schmalzgruber
Das stark erschlossene Unterberghorn (1.773 Meter), dahinter wären die Hohen Tauern zu sehen. Diese hüllen sich heute allerdings in Wolken. © Simon Schmalzgruber
Der pyramidenförmige Aufbau des Kitzbüheler Horns (1.998 Meter) ist zu erkennen, wie auch der Rest der Kitzbüheler Alpen. Dahinter verschwimmen einzelne Gipfel im Dunst. © Simon Schmalzgruber
Der Breitenstein (1.661 Meter) steht ganz unscheinbar vor... © Simon Schmalzgruber
...den schroffen Gipfeln des Wilden Kaisers! © Simon Schmalzgruber
Die Kampenwand (1.669 Meter) ist von hier oben allerdings sehr gut zu erkennen! © Simon Schmalzgruber
Der Chiemsee ist vom Gipfel aus leider nicht zu sehen, aber immerhin der Simssee. © Simon Schmalzgruber
Die Hochries (1.569 Meter) in den westlichen Chiemgauer Alpen ist ebenso sichtbar... © Simon Schmalzgruber
...wie die östlichen Chiemgauer Alpen mit dem Wössner Talkessel, dem Bairerkopf (1.283 Meter, dem Hochgern (1.748 Meter), dem Zwiesel (1.782 Meter), dem Rauschberg (1.671 Meter)... © Simon Schmalzgruber
Hörndlwand (1.684 Meter) und Sonntagshorn (1.961 Meter). © Simon Schmalzgruber
Im Dunst verschwimmt wiederum der Untersberg (1.972 Meter). © Simon Schmalzgruber

Verlaufen können wir uns nicht, denn einerseits leitet uns der Fahrweg sicher nach oben, andererseits ist die Route auch gut beschildert. So müssen wir an der nächsten Weggabelung nach links gehen. Eine gute Dreiviertelstunde später gelangen wir an ein kleines Holzdepot, 15 Minuten später zeigt uns der Wegweiser an, dass wir zeitmäßig schon über die Hälfte geschafft haben! Kurz danach überqueren wir einen Weiderost, ab hier ist besondere Vorsicht geboten! Da es auch heuer schon zu einigen unschönen Vorkommnissen mit Rindern gekommen ist, bleibt immer wieder nur darauf hinzuweisen, sich an die Verhaltensregeln auf Almgebieten zu halten! Vor einem großen Findling schlagen wir den Weg nach links ein und über einen schmalen, aber ungefährlichen Steig geht es weiter nach oben. Der Wald lichtet sich und sogleich befinden wir uns wieder auf dem Fahrweg. Gut zehn Minuten später ist die Haidenholz-Alm auf 1.340 Meter erreicht, von drüben grüßt schon unser heutiges Ziel, der von hier aus noch ziemlich bedrohlich und abweisend erscheint. 

Siehe da, ein Murmeltier!

Der Fahrweg verliert sich in der Almlandschaft und rechtsseitig der Alm wechseln wir wiederum auf einen schmalen Steig. Wir tauchen wieder in den Wald ein und rechtsseitig eines Bachlaufs geht es nun steiler und schrofiger nach oben. Den Weitlahnerkopf, der von hier aus schon so nah erscheint, müssen wir erst einmal rechts liegenlassen, denn über die steilen Wände direttissima nach oben zu gehen, bleibt den Kletterern vorbehalten! Eine gute halbe Stunde nach der Alm müssen wir einen weiteren Übertritt meistern, heißt, dass wir in circa 20 Minuten nochmal auf eine Almweide wechseln und nochmal Obacht auf die Rindviecher geben müssen! Dieser Part wird mit der anstrengendste, da hier die Sommersonne gnadenlos auf uns herunterbrennt. Aber: Mit etwas Glück sieht man hier auch Murmeltiere! Auf dem schmalen Steig geht es weiter nach oben, bis eine weitere Weggabelung kommt: Links ginge es weiter zur Roßalm und zum Geigelstein, für konditionsstarke Wanderer sicher eine Option, aber wir begnügen uns heute mit dem Weitlahnerkopf. Über weiterhin schmalen Steig geht es in schrofigem Gelände weiter mäßig steil nach oben und nach 20 Minuten ist der Gipfel erreicht. Berg Heil! Abstieg wie Aufstieg.

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

Bitte beachtet die Regelungen, die für die Bekämpfung der Corona-Krise vorgeschrieben wurden. Alle Vorschriften zum Thema "Wandern in Zeiten von Corona" findet Ihr in diesem Artikel.

Ob auf den Wegen oder bei Einkehren in der Hütte, es gilt einige Regeln zu beachten. Sie sollen ein möglichst sicheres und angenehmes Erlebnis für alle Bergfreunde ermöglichen.

Quelle: rosenheim24.de



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