Video: Massenschlägerei nach Spielabbruch in Prutting

Prügelspiel in Prutting: BFV schaltet Konfliktmanager ein!

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Prutting - Brutalo-Szenen in der A-Klasse: In Prutting fliegen Fäuste, Tritte und Flaschen. Im Anschluss an die Partie SV Prutting gegen Türk Spor Rosenheim kam es am Sonntagnachmittag zu einer wilden Massenschlägerei. Der letztendliche Auslöser ist weiter heftig umstritten - das Ergebnis jedoch war dramatisch: Zahlreiche Sanker rückten an - mehrere Verletzte mussten im Krankenhaus behandelt werden. Zuvor war die Begegnung nach etlichen Platzverweisen gegen die Gäste abgebrochen worden.

UPDATE, Mittwoch 13.56 Uhr: Was passiert bei "Boykott-Haltung"?

Auch was den Bayerischen Fußball-Verband angeht und mögliche Folgen sowie Konsequenzen des Skandalspiels in Prutting und der heftigen Vorkommnisse nach dessen Abbruch, gibt es natürlich nach wie vor sowohl Spekulationen als auch Klärungsbedarf. Grund genug für uns, nach einer ersten Stellungnahme des BFV zu den schlimmen Vorfällen am Pruttinger Sportplatz (siehe unten), noch einmal gezielt bei der Pressestelle des Verbandes in München nachzufragen.

Beinschuss: Ist für den Verband jetzt hinsichtlich möglicher verbandsrechtlicher Konsequenzen aus dieser Sache lediglich der Spielabbruch als solches interessant beziehungsweise relevant - oder sind es auch alle Vorgänge danach? Was wird also hauptsächlicher Gegenstand der Betrachtungen des Verbands sein?

BFV: "Die Vorkommnisse  werden wie gesagt vollumfänglich aufgearbeitet. Das heißt, dass alle Ereignisse sportgerichtlich gesondert und detailliert betrachtet und aufgeklärt werden (die Platzverweise, der Spielabbruch, die Vorkommnisse auf und neben dem Platz im Rahmen des Meisterschaftsspiels)."

Beinschuss: Weil ja viele rund um den Fußball im Spielkreis derzeit ihre Meinungen zum Besten geben - und immer wieder auch pauschale Aussagen wie „immer das gleiche mit denen“ fallen: Ist Türk Spor Rosenheim dem BFV bereits in der Vergangenheit durch ähnliche Vorfälle aufgefallen beziehungsweise wurde Ähnliches gemeldet? Sprich: Handelt es sich beim Verein aus Verbandssicht um einen erstmals oder selten auffälligen Club - oder ist er beim Verband ein "schwarzes Schaf"?

BFV: "Bei der Beurteilung der Ereignisse wird natürlich auch die „Historie“ eines Vereins beziehungsweise eines Spielers einbezogen. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Wiederholungen dabei in der Regel strafverschärfend auswirken. Ob das im aktuellen Fall relevant ist, ist Teil der laufenden Ermittlungen der unabhängigen Sportgerichtsbarkeit und entzieht sich aktuell unserer Kenntnis."

Beinschuss: Folgt man ersten Aussagen aus dem Umfeld des Vereins, wollen sich die Pruttinger eventuell weigern in der Rückrunde beziehungsweise überhaupt noch einmal gegen Türk Spor anzutreten oder überlegen dies zumindest. Auch machen Gerüchte die Runde, es wollten angeblich weitere Vereine aus der Liga nicht mehr gegen den Club antreten. Man hört, dass dieser Vorfall diesbezüglich "das Fass zum Überlaufen gebracht" habe.

Wie steht der Verband dazu - beziehungsweise wie geht er damit um? Hätten diese Vereine verbandsseitig mit einer Sanktionierung wegen Nichtantritts zu rechnen? Was würde passieren, wenn es zu einer solchen "Boykott-Haltung" käme? Oder ist es gar denkbar, dass Türk Spor aus dem Spielbetrieb ausscheidet?

BFV: "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu möglichen Zukunftsszenarien in der Liga und von Vereinen gegenüber den Medien getätigten Aussagen aktuell nicht äußern. Der Fokus liegt völlig auf der Aufarbeitung der Vorkommnisse.

Selbstverständlich wurde neben der sportgerichtlichen Aufarbeitung auch das bayernweite Netzwerk der Konfliktmanager aktiviert! Die Kolleginnen und Kollegen helfen als neutraler Vermittler dabei, die Vorfälle vollumfänglich aufzuarbeiten - aber auch umgehend mit allen Verantwortlichen geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die schnellstmöglich die Rückkehr zu einem geregelten und ordnungsgemäßen Spielbetrieb erlauben. Dies ist im Interesse aller Beteiligten."

UPDATE, Mittwoch 12.38 Uhr: "Pruttinger haben Beweise aufgeräumt!"

Dies sind die Bilder, welche vom Verein Türk Spor Rosenheim in seiner Offiziellen Erklärung zu den Vorfällen (siehe weiter unten) als Beweisfotos angeführt werden. Auf den Aufnahmen ist jedoch wenig zu erkennen – recht viel mehr als die Scherben zerbrochener Tassen sieht man nicht.

Scherben vor dem Pruttinger Sportheim.

Ob diese allerdings aufgrund eines Hagels von Wurfgeschossen vom Balkon des Pruttinger Sportheims (wie in der Erklärung von Türk Spor zu lesen) dort liegen oder von den Wurfgeschossen des freidrehenden Türk Spor-Anhängers gegen den Balkon und auf Personen beziehungsweise den Boden (siehe Pruttinger Video zu den Wurfgeschossen) stammen, lässt sich nicht klären.

Dazu heißt es von Seiten von Türk Spor Rosenheim: „Da waren noch mehr Scherben – aber die Pruttinger haben es extra aufgeräumt, bevor die Polizei kam!“

Scherben vor dem Pruttinger Sportheim.

UPDATE, Dienstag 16.58 Uhr: Video zeigt Wurfgeschosse eines Türk Spor-Anhängers

Im Zuge der Ausschreitungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen nach dem Spielabbruch zwischen dem SV Prutting und Türk Spor Rosenheim ist es auch zu Attacken mit Wurfgeschossen auf Personen gekommen. Diese berichten beide an der Massenschlägerei beteiligten Parteien übereinstimmend.

Was sich allerdings dramatisch unterscheidet, ist die Schilderung, von wem diese gefährlichen Würfe mit Gegenständen ausgegangen sind, beziehungsweise stammten. Während die Pruttinger sagen, sie seien von Türk Spor-Anhängern mit Flaschen und Tassen beschmissen worden - erklärt Türk Spor Rosenheim in seinem offiziellen Statement "Danach mischten sich die Zuschauer - von beiden Seiten - ins Geschehen ein. Vom Balkon des Sportheims, wo viele Pruttinger Zuschauer saßen, regnete es Glasflaschen und Kaffeetassen."

Nun ist ein Neues Video von den Vorfällen aufgetaucht, welches diesbezüglich etwas mehr Licht ins Dunkle bringen könnte. Ob Zweiteres sich zugetragen hat, lässt sich anhand dieses Mitschnitts nicht beurteilen - ausgeschlossen ist es deswegen allerdings nicht.

Was jedoch mit Sicherheit stimmt ist Ersteres: Denn der Film zeigt (ab 2:01) einen durchdrehenden Anhänger von Türk Spor, der eine Flasche oder Tasse mit voller Wucht gegen den Balkon des Pruttinger Sportheims wirft, so dass diese direkt vor den dort stehenden Menschen in tausend Teile zerbirst. Auch danach kann der junge Mann nur mit Mühe zurückgehalten werden, auf weitere Leute loszugehen - und schleudert eine Tasse vor einer unmittelbar vor ihm stehenden Person auf den Boden.

Ebenfalls aufschlussreich ist auch die Tonspur des Streifens - denn auf dieser sind zuvor vom Balkon stammende Beschimpfungen wie "Des san die scheiss Türken!" und Ähnliches aus dem Lager der Pruttinger zu hören. Dass von oben auch etwas nach unten geworfen wurde, ist jedoch - zumindest in diesem Video - nicht zu erkennen.

UPDATE, Dienstag 13.10 Uhr: Auch Türk Spor Rosenheim erklärt sich öffentlich

Offizielle Stellungnahme Türk Spor Rosenheim:

"Auch wir von Türk Spor Rosenheim wollen uns von unserer Seite aus offiziell zu den traurigen Vorkommnissen rund um das Spiel in Prutting äußern.

Zunächst zum Spiel:

Bereits von Spielbeginn an war uns klar, dass der eingeteilte Schiedsrichter kein neutrales Spiel leiten würde. Bereits in der 11. Spielminute zeigte er unserem Torwart für die gelbe Karte, wobei wir bis heute noch nicht den Grund dafür kennen. Nichts desto trotz haben wir es trotz dieser Widrigkeiten sportlich geschafft in Führung zu gehen (0:2).

Noch in der ersten Halbzeit, bekamen wir dann die erste gelb-rote Karte für einen unseren Spieler (44.). Für uns eine vollkommen überzogene und ziemlich lächerliche Entscheidung – aber schlussendlich liegt die Entscheidung beim Schiedsrichter.

In der 59. Spielminute dann der nächste Platzverweis durch den Schiedsrichter – diesmal glatt Rot. Angeblich sein dem ein hartes Einsteigen unseres Spielers vorausgegangen. Jedoch waren beide Spielertrainer, sowohl Kus als auch der Pruttinger Buchner, übereinstimmend der Meinung, dass das Foulspiel allerhöchsten mit einer Gelben Karte bestraft hätte werden dürfen. Durch den daraus folgenden Freistoß fiel umgehend der Ausgleich. Daraufhin folgte gleich die nächste Rote Karte - für die frustrierte Aussage eines unserer Kicker: „Danke Schiri!“.

Dass das Spiel dann abgebrochen wurde, weil wir nach drei absolut unberechtigten und hanebüchenen Platzverweisen noch vier weitere wegen verbalen Reaktionen einiger unserer Spieler - die so vollkommen zugegebenermaßen nicht in Ordnung gehen - ist die eine Sache. Das was danach passiert ist, eine ganz andere - und die hat auch nichts mehr mit dem abgebrochenen Spiel oder dem Schiedsrichter, der zu keiner Zeit körperlich attackiert worden ist, zu tun.

Zu den Vorkommnissen nach dem Abbruch:

Die 'eigentliche' Eskalation begann, als ein ehemaliger Pruttinger Vorstand unseren Spielertrainer und Ersten Vorstand Kus, mit einem Faustschlag voll ins Gesicht traf. Auf dem Video, was bereits in allen sozialen Netzen die Runde macht, kann man genau beobachten, wie alles mit diesem Faustschlag beginnt.

Daraufhin wollen unsere Spieler ihren Spielertrainer in Schutz nehmen und verteidigen. Danach mischten sich die Zuschauer - von beiden Seiten - ins Geschehen ein. Vom Balkon des Sportheims, wo viele Pruttinger Zuschauer saßen, regnete es Glasflaschen und Kaffeetassen (Beweisfotos liegen uns vor).

Unser Trainer Kus, wurde von dem ihn seitlich ins Auge treffenden Schlag so schwer verletzt, dass der noch am Abend in die Augenspezialklinik nach Ebersberg gefahren werden musste.

Um Eines klar zu stellen: Auch wir sind der Meinung dass die Vorfälle traurig sind und nichts mit dem Sport zu tun haben! Wir sind ebenfalls der Meinung, dass der Bayerische Fußball-Verband (BFV) die richtigen Entscheidungen treffen und die richtigen Konsequenzen ziehen wird.

Was die zivilrechtlichen Fragen nach Körperverletzungen angeht: Die Polizei wurde auch bereits eingeschaltet und die Ermittlungen laufen.

Und zu guter Letzt: Nicht zu vergessen ist, dass zu einer Rauferei immer zwei Parteien gehören - und man sich nicht immer öffentlich als Unschuldslamm darstellen sollte!"

Das zeigen die bisherigen Video-Bilder:

Nach Sichtung des uns vorliegenden Videomaterials durch unsere Redaktion, kommen wir allerdings - wie bereits gestern weiter unten geschildert - zu dem Schluss, dass nicht alleine der Fausthieb Ausgangspunkt der Eskalation gewesen sein kann:

Weil er einen seiner schwarzafrikanischen Spieler habe schützen wollen, der von einem zu diesem Zeitpunkt nicht gekennzeichneten Pruttinger Ordner angegangen worden sei (auf dem Video im Gewühl nicht verifizierbar), schubste Türkspor-Coach Kus den Pruttinger zur Seite weg - und dieser stolperte im Anschluss rückwärts zu Boden.

Links im Bild ist dann zu sehen, dass der zu Boden gegangene Pruttinger bereits gleichzeitig zu besagtem fiesen Faustschlag in Kus' Auge (rechts im Bild) einen nicht minder brutalen Tritt eines Türkspor-Spielers gegen den Kopf bekam - und verletzt liegen blieb. Auch diese Tat, die sehr viel schlimmer hätte ausgehen können, dokumentiert das Video relativ eindeutig.

Da diese beiden bösen Attacken sich gleichzeitig ereignen, hat keine die jeweils andere bedingt - ansonsten gilt, was wir bereits gestern dazu geschrieben haben: Auch wenn der Schubser von Kus relativ harmlos war - manch einer könnte durchaus auch zu der Interpretation gelangen, dies sei der Ausgangspunkt der Auseinandersetzungen gewesen. Dem hält Kus entgegen: "Überflüssig war der leichte Schubser nicht. Ich wollte ihn ja von meinem Spieler wegbekommen - sonst wäre der Mann, der keine Ordnerbinde trug, auf ihn losgegangen. Das wollte ich eigentlich lediglich verhindern!".

UPDATE, Montag 18.00 Uhr: Erste Stellungnahme des Bayerischen Fußball-Verbandes

Offizielle Stellungnahme der BFV-Pressestelle:

"Aktuell hat das zuständige Kreis-Sportgericht des BFV die Ermittlungen aufgenommen. Das heißt, dass derzeit Beweismittel gesichert und Zeugenaussagen sowie Stellungnahmen der beteiligten Vereine/Personen eingeholt werden. Es handelt sich somit um ein schwebendes Verfahren, zu dem wir aktuell noch keine detaillierte Auskunft geben können.

Zudem macht es aktuell keinen Sinn, über Folgen, die über die sportgerichtliche Aufarbeitung hinausgehen, zu spekulieren. Der Fokus liegt derzeit auf der Aufarbeitung der aktuellen Vorkommnisse. Das ist im Interesse aller Beteiligten und dies sollte auch die Basis für alle Schlussfolgerungen sein. Dafür bitten wir um Verständnis.

Fakt ist: Der Bayerische Fußball-Verband verfolgt eine Null-Toleranz-Politik bei Gewalt und Diskriminierung und wird den Fall im Rahmen seiner sportgerichtlichen Möglichkeiten lückenlos aufklären und die Verantwortlichen entsprechend zur Rechenschaft ziehen. Wir werden darüber informieren, sobald spruchreife Ergebnisse unserer Untersuchungen vorliegen.

Zu den immer wieder aufkommenden Fragen zu einem möglichen Zusammenhang zwischen solchen Vorfällen und dem ethnischen Hintergrund der Beteiligten beziehungsweise der spezifischen nationalen Identität beteiligter Vereine: Immer wieder wird - leider oftmals polemisch - das Gewaltproblem ausländischen Spielern oder deutschen Spielern mit Migrationshintergrund zugeschoben. Doch die Gewaltproblematik erstreckt sich leider Gottes quer durch alle Nationalitäten.

Gewalttätige Vorfälle jeglicher Art ereignen sich darüber hinaus spielklassenübergreifend, alters- und geschlechtsunabhängig in ganz Bayern. Grundsätzlich handelt sich dabei aber bezogen auf die Anzahl aller Fußballspiele um absolute Einzelfälle:

Demnach kam es beispielsweise in der vergangenen Saison 2016/17 in Bayern von der C-Klasse bis zur Bundesliga bei 0,024 Prozent der erfassten Partien zu einem Spielabbruch aufgrund gewalttätiger Vorfälle. 99,73 Prozent aller in Bayern erfassten Spiele verliefen absolut reibungslos.

(Dieses Ergebnis basiert auf den Angaben der Unparteiischen im Elektronischen Spielbericht (ESB). 246.783 der 282.407 Spiele im Freistaat wurden in der Saison 2016/17 über den internetbasierten Meldebogen erfasst.)"

UPDATE, Montag 16.40 Uhr: Türkspor-Trainer und -Vorstand Hakan Kus äußert sich

Naturgemäß etwas anders als die Pruttinger sehen den Vorfall die Verantwortlichen von Türkspor Rosenheim. Der im Spielkreis bekannte Spielertrainer und Erste Vorstand von Türkspor Rosenheim Hakan Kus sagt dazu Folgendes: "Dass das Spiel abgebrochen wurde - weil wir nach zwei, drei aus unserer Sicht absolut unberechtigten und hanebüchenen Platzverweisen auch noch mehrere Rote Karten wegen unseren entsetzten Reaktionen darauf und Beleidigungen, die so nicht fallen dürfen, kassieren - ist die eine Sache. Und das ist dann auch unsere eigene Schuld. Das was danach passiert ist, eine ganz andere - und die hat auch nichts mehr mit dem abgebrochenen Spiel oder dem Schiedsrichter, der zu keiner Zeit körperlich attackiert worden ist, zu tun gehabt."

Laut Kus habe die "eigentliche" Eskalation (also die Massenschlägerei nach der vorzeitigen Beendigung des Spiels), die dann so dramatisch und mit Verletzten auf beiden Seiten endete, mit einem Faustschlag eines ehemaligen Pruttinger Vorstands gegen ihn begonnen: "Auslöser war der Faustschlag gegen mich. Danach haben meine Spieler mich verteidigen wollen, dann wollten auf beiden Seiten Freunde ihren Freunden zu Hilfe eilen - und dann hat das leider alles seinen Lauf genommen." (Der brutale Fausthieb ist auch klar auf dem Video weiter unten zu sehen. Die Handgreiflichkeiten beginnen etwa ab 0:22 Laufzeit des Mitschnitts.)

Kus, der von dem ihn seitlich ins Auge treffenden Schlag so schwer verletzt wurde, dass er noch am Abend in die Augennothilfe nach Ebersberg gefahren werden musste - und jetzt krank geschrieben ist und Anzeige erstattet hat - habe laut eigener Aussage lediglich kurz zuvor einen seiner schwarzafrikanischen Spieler schützen wollen, der von einer mangels Kennzeichnung nicht als Platzordner erkennbaren Person der Pruttinger angegangen worden sei. Dabei schubste er den Pruttinger zur Seite - und dieser stolperte rückwärts zu Boden.

Was der getroffene Kus dann allerdings nicht mehr erkennen konnte, war, dass der zu Boden gegangene Pruttinger (links im Bild) bereits gleichzeitig zu besagtem Faustschlag (rechts im Bild) einen nicht minder brutalen und ganz fiesen Tritt eines Türkspor-Spielers gegen den Kopf bekam - und verletzt liegen blieb. Auch diese Tat, die viel schlimmer hätte ausgehen können, dokumentiert das Video relativ eindeutig. Die Version, dass mit dem Faustschlag erst alles begonnen habe, mag subjektiv richtig sein - objektiv halten lässt sie sich allerdings nach Betrachten der durch und durch unschönen Bilder nicht. Was danach folgte, lässt sich jedoch durch keine von beiden schlimmen Aktionen erklären.

Auch wenn der Schubser von Kus relativ harmlos war - manch einer könnte durchaus auch zu der Interpretation gelangen, dies sei der Ausgangspunkt der Auseinandersetzungen gewesen. Dem hält Kus entgegen: "Überflüssig war der leichte Schubser nicht. Ich wollte ihn ja von meinem Spieler wegbekommen - sonst wäre der Mann, der keine Ordnerbinde trug, auf ihn losgegangen. Das wollte ich eigentlich lediglich verhindern!".

Der Verein Türkspor Rosenheim will sich ebenfalls noch in einer Offiziellen Stellungnahme zu den Geschehnissen äußern.

UPDATE, Montag 16.00: Offizielle Reaktion seitens des Verbandes steht aus

Auf unsere Anfrage hin konnte die Kreisspielleitung Inn/Salzach des BFV-Bezirks Oberbayern noch keine Aussage zu den Vorfällen oder etwaigen Schlüssen oder Konsequenzen machen. Für sie steht aber zunächst der Anlass des Spielabbruchs im Vordergrund. Zu den gesamten Geschehnissen sei aber keinerlei Aussage möglich, bevor nicht die Endfassung des Berichts des Schiedsrichters mit dessen Beobachtungen vor Ort vorliege.

Ferner wurden wir für genauere Nachfragen an die Pressestelle des Bayerischen Fußball-Verbandes in München verwiesen. Bei der Rechtsabteilung des BFV in der Landeshauptstadt liegt nun auch das anhängige Verfahren - soweit es den verbandsjuristischen Teil betrifft. Wir wurden gebeten dem Verband unsere Fragen schriftlich zu übermitteln - eine Antwort von der Brienner Straße steht derzeit noch aus.

UPDATE, Montag 14.26 Uhr: 2 Türkspor-Spieler auf ungewisse Zeit gesperrt

Laut BFV-Sperrliste wurden die Türk Spor-Spieler Senol Kaya und Behaeddine Abidi vorläufig vom Spielbetrieb ausgeschlossen - ihre exakten Sperren stehen noch aus. 

Die Sperrliste dient nur der allgemeinen Information. In ihr werden keine amtlichen Veröffentlichungen vorgenommen. Bei Sperren nach Verbandsspielen kann das tatsächliche Sperrende erst unter Berücksichtigung der ausgetragenen Verbandsspiele festgestellt werden. Nur das Urteil eines Sportgerichtes ist für die Sperrzeit eines Spielers entscheidend, nicht die Sperrliste. 

UPDATE, Montag 11.23 Uhr: Facebook-Video zeigt Schlägerei

Ein auf Facebook veröffentlichtes Video zeigt die Vorkommnisse auf dem Pruttinger Sportgelände. Der SV Prutting spielte in den roten Trikots - Der Türk Spor Rosenheim in den schwarzen Jerseys.

UPDATE, Montag 10.25 Uhr: Stellungnahme des SV Prutting

Offizielle Stellungnahme des SV Prutting:

"Die Vorfälle auf dem Fußballplatz unseres Vereins sind traurig und haben mit Sport nichts zu tun. Jedoch möchte der SV Prutting gegenüber den Berichten der Presse und der sozialen Medien Stellung nehmen.

Die Polizei Rosenheim brachte um 17 Uhr einen Pressebericht heraus, bei dem unser Verein mit vier roten Karten erwähnt wurde. Das entspricht in keinster Weise den Tatsachen. Alle sieben roten Karten wurden gegen den Gegner Türk Spor Rosenheim verhängt.

Leider kam es beim Schutz des Schiedsrichters zu einer zuerst verbalen Auseinandersetzung, der dann in einem handgreiflichen Tumult endete. Unsere Ordner, welche den Schiedsrichter in seine Kabine begleiten wollten, wurden hier von gegnerischen Spielerin mit Tritten gegen den Kopf verletzt und ins Klinikum gebracht. Zudem musste noch ein Spieler des SV Prutting im Klinikum Rosenheim behandelt werden.

Desweiteren distanzieren wir uns als Verein von verbalen Angriffen im Netz gegen den leitenden Schiedsrichter. Wenn ein Schiedsrichter sich in der Kabine einsperren muss, um sich vor Angriffen zu schützen, so hat das nichts mit unserem Fußball zu tun. Worte wie "Hurensohn" - "Nazischwein" und "Arschloch" haben gegen einen Schiedsrichter nicht zu fallen.

Wir denken, der heute bereits anwesende bayrische Fußballverband wird die richtigen sportlichen Konsequenzen gegen die beteiligten Spieler finden und die zivilrechtliche Ermittlung muss durch die Polizei geführt werden.

Wir wünschen den verletzten Personen alles Gute."

UPDATE, Sonntag 17 Uhr: Korrektur: Pressemitteilung der Polizei

Eskaliert ist das Spiel des SV Prutting gegen Türkspor Rosenheim in der 60. Minuten beim Spielstand von 2:2.

Kurz davor gab der Schiedsrichter für den SV Prutting einen Freistoß, der zum Ausgleich zum 2:2 für den Heimverein führte. Das Foul wurde durch den Schiedsrichter ebenfalls mit einer roten Karte für einen Spieler von Türkspor bestraft. Nach dem Tor bedrängten die Spieler von Türkspor Rosenheim den Schiedsrichter, da nach ihrer Meinung der Freistoß unberechtigt gegeben wurde und mit dem 2:2 Türkspor benachteiligt wurde.

Anschließend mischten sich auch Spieler des SV Prutting ein und es kam zu einem Handgemenge mit gegenseitigen Schupsereien. Der Schiedsrichter zog daraufhin eine weitere rote Karte.

Übermittelte, FALSCHE INFORMATION: 

Gesamt vergab der Schiedsrichter sieben rote Karten, SV Prutting 4 rote Karten nach dem Vorfall, Türkspor 2 gelb-rote Karten vor dem Ereignis und eine rote Karte kurz vor der Eskalation.

KORREKT: 

Insgesamt zeigte der Schiedsrichter gegen Türkspor Rosenheim sieben Mal die Rote Karte, Prutting erhielt zwei gelbe Karten (hier geht es zur BFV-Statistik)

Nun stürmten auch etliche Zuschauer, Anhänger beider Vereine, auf das Spielfeld und es kam zu einer Schlägerei unter allen Beteiligten. Spieler, Zuschauer sowie der Schiedsrichter wurden leicht verletzt, sie erlitten Prellungen und Schürf-/Kratzwunden. Das Spiel wurde daraufhin in der 60. Minute abgebrochen.

Von Zuschauern wurden auch Handyvideos gefertigt, die von der Polizei als Beweismittel sichergestellt wurden. Die Polizei hat nun die Ermittlungen aufgenommen, um die Tatbeteiligungen aufzuklären.

Wir bitten Sie recht herzlich, den sich hier eingeschlichenen Fehlerteufel zu entschuldigen !

Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim

Erstmeldung - Sonntag:

Nach gut einer Stunde entschied der Schiedsrichter, beim Stand von 2:1 aus Sicht der Gäste, auf Freistoß für Prutting. Der Spieler Akkaya sah wegen groben Foulsspiels zusätzlich die rote Karte. In der Folge des Freistoß markierte Andreas Gottenoef den 2:2-Ausgleichstreffer . Danach überschlugen sich die Ereignisse. 

Erst sah Türk Spors Torwart Kaya wegen Meckerns die Ampelkarte. Daraufhin sollen Spieler des Türk Spor Rosenheim den Schiedsrichtern in einer Art und Weise, die nicht vertretbar ist, beleidigt haben. Kurz darauf sind die TSR-Spieler Ermis und Ndefeli, laut BFV.de-Statistik, mit rot des Feldes verwiesen worden. Laut Augenzeugenberichten zu folge sollen Wörter wie "Hurensohn" und "Arschloch" aus den Reihen des Türk Spor gefallen sein. 

Als sich die Situation immer noch nicht beruhigte, entschied der Schiedsrichter auf Spielabbruch. Um den Schiedsrichter vor heranstürmenden Türk Spor-Spielern zu schützen, bildeten die Akteure des SV Prutting, laut Aussagen von vor Ort, einen Kreis um den Unparteiischen. 

Dann flogen die Fäuste. Fans von beiden Lagern stürmten das Feld und die Situation eskalierte. Es entwickelte sich eine Massenschlägerei. Erst mit Eintreffen der Polizei entspannte sich die Lage. Welche Folgen dieses Spiel für die beteiligten Vereine haben wird ist noch unklar, aber vor allem auf Türk Spor Rosenheim könnten unangenehmen Fragen und Zeiten zukommen.   

Bereits im Jahr 2012 eskalierte in Rosenheim eine A-Klassen-Partie zwischen dem ESV Rosenheim und dem FC Iliria.

Quelle: rosenheim24.de

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