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Beinschuss-Interview mit dem Bruckmühler Neuzugang

Luca Piga über sein Nationalmannschaftsdebüt: „Ich war einfach überwältigt“

Viermal spielte Luca Piga für Deutschland. Dabei erzielte er einen Treffer.
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Viermal spielte Luca Piga für Deutschland. Dabei erzielte er einen Treffer.

Luca Piga kehrt zu seinem Jugendverein SV Bruckmühl zurück. Während seines Studiums in Bayreuth fokussierte sich der 27-Jährige voll und ganz auf seine Futsal-Karriere - und das mit Erfolg. Piga spielte in der höchsten Liga und schaffte sogar den Sprung ins Nationalteam. beinschuss.de hat mit ihm über seine Karriere, das besondere am Futsal und seine Rückkehr nach Bruckmühl gesprochen.

Bruckmühl - Luca Piga kehrt zu seinem Jugendverein SV Bruckmühl zurück. Der 27-Jährige verließ 2012 den SVB und wechselte zum SV DJK Kolbermoor, wo er drei Jahre in der Bezirksliga spielte. Aufgrund seines Studiums in Sportökonomie verschob sich sein Lebensmittelpunkt nach Bayreuth, wo er bei mehreren Vereinen spielte.

Zu der Zeit fokussierte sich Piga immer mehr auf seine Karriere als Futsaler. Der Bruckmühler spielte drei Jahre lang beim SSV Jahn Regensburg in der Regionalliga Süd, der höchsten Spielklasse Deutschlands. Zudem wurde er Nationalspieler und stand insgesamt viermal für Deutschland auf dem Hallenparkett.

beinschuss.de hat mit Piga über seine Rückkehr zum SV Bruckmühl, seine Zeit in Kolbermoor, seine Karriere und seine Liebe zum Futsal gesprochen.

Hallo Herr Piga, Sie kehren nach über acht Jahren zum SV Bruckmühl zurück. Wie kam es zu dem Wechsel?

Luca Piga: Der Kontakt zum Verein und meinen Jugendfreunden die dort spielen, ist über die ganzen Jahre nie abgerissen. Nun befinde ich mich am Ende meines Studiums und sehe meine berufliche Zukunft im Rosenheimer beziehungsweise im Münchner Raum. In der letzten Zeit wurde der Kontakt noch einmal intensiver und dann hat es einfach gepasst.

Sie feierten mit Bruckmühl im Jahr 2011 sowohl die Meisterschaft in der A-Jugend, wie auch bei den Herren. Danach ging es weiter zum SV DJK Kolbermoor. Wie kam es dazu und wie war die Zeit dort?

Piga: Über Stefan Hertlein , einem guten Freund aus Abi-Zeiten der bereits in Kolbermoor spielte, kam der Transfer damals zu Stande. Plötzlich war ich mit dabei und es hat mir dort viel Spaß gemacht. Es war eine geile Zeit und ich habe viele Erfahrungen gesammelt, die mir danach weiterhalfen. Zudem hatte ich mit Jochen Reil den besten Trainer den ich je hatte. Er hat damals eine super Spielvorbereitung gemacht, die in der Bezirksliga seinesgleichen sucht. Er hat die Mannschaft immer gut bei Laune gehalten und uns einen tollen Matchplan mit an die Hand gegeben.

2014 begannen Sie ihr Sportökonomie-Studium in Bayreuth und haben dann sowohl in Kolbermoor als auch beim SV Weidenberg gespielt.

Piga: Ja genau. Ich habe mit Stefan zusammen das Studium begonnen und wir sind die ersten beiden Semester noch gependelt. Doch irgendwann haben wir gemerkt, dass wir etwas den Anschluss in Bayreuth verlieren und haben uns deshalb ein Zweitspielrecht besorgt und dann in Weidenberg in der Kreisklasse gespielt.

Doch das war nicht alles. Sie spielten auch bei der USC Bayreuth. Was hat es mit dem Verein auf sich?

Piga: Das ist ein Verein mit Studenten von der Universität Bayreuth, den ich damals mitbegründet habe. Es herrschte oft Ablehnung bei den Vereinen die Studenten aufzunehmen und zu integrieren. Die Dorfvereine hatten zwar oft Spielermangel, waren aber für Studenten nicht offen, weil diese nur eine begrenzte Zeit dort waren. Deshalb haben wir unseren eigenen Club gegründet.

Danach konzentrierten sich sich immer mehr auf den Futsal. Wie kamen Sie auf die Sportart?

Piga: Ich habe damals mit Bruckmühl und Kolbermoor bei dem Auerbräu-Futsal-Turnier mitgespielt und das hat sehr viel Spaß gemacht. Vor allem Franz Xaver Pelz hat mir sehr viel vom Futsal vorgeschwärmt und hat mich dafür begeistert. Für mich war das anfangs immer nur eine Ergänzung zum normalen Fußball, wenn eben Winter war. Aber im Laufe der Zeit habe ich mich immer mehr auf die Hallensaison gefreut und war dann irgendwann Feuer und Flamme.

Sie spielten ein Jahr Futsal bei der SpVgg Bayreuth. Dann eröffneten Sie beim selbst gegründeten USC Bayreuth eine Futsal-Abteilung.

Piga: Ja das stimmt (lacht). Wir habendie Futsal-Sparte ins Leben gerufen, als der Bayerische Fußball-Verband eine Bayernliga geplant hat. Wir wollten die Gunst der Stunde nutzen und dort dabei sein. Das klappte dann auch zwei Jahre lang, doch dann waren viele mit ihrem Studium fertig und wir mussten den Spielbetrieb leider aufgeben.

Luca Pigar spielte mit dem SSV Jahn Regensburg in der höchsten deutschen Futsal-Liga und schaffte sogar den Sprung in die Nationalmannschaft.

Daraufhin spielten Sie eine Saison lang beim TSV 1860 München und wechselten anschließend zum SSV Jahn Regensburg, wo Sie in der Regionalliga Süd, der höchsten Futsal-Liga in Deutschland spielten. Wie war die Mannschaft und das Niveau dort?

Piga: Ich war zusammen mit unserem Torwart der einzige Deutsche im Team, ansonsten waren nur Brasilianer dort. Die konnten aber richtig gut spielen, da sie mit Futsal aufgewachsen sind. Deshalb herrschte immer ein hohes Niveau, auch im Training.

Wie war das in einem Team aus beinahe nur Brasilianern zu spielen?

Piga: Wir hatten überhaupt keine Probleme miteinander, ganz im Gegenteil hatten wir ein super Teamgefüge. Leider kam 2018 eine Regel vom DFB, die besagte, dass maximal drei Nicht-EU-Ausländer im Kader sein durften. Deshalb musste die Mannschaft ordentlich umgebaut werden.

Wie war für Sie persönlich die Zeit in Regensburg?

Piga: Die drei Jahre waren wirklich sehr gut. Als ich angekommen bin, wurde der SSV in der Vorsaison Deutscher Meister und haben den Einzug in den UEFA-Cup geschafft. Ich durfte daher nach Schweden zur Vorrunde fahren. Diese überstanden wir und spielten dann die Hauptrunde in Finnland. Leider verpassten wir es eine Runde weiterzukommen, weil wir gegen den belgischen Meister, der nur aus Vollprofis bestand, kein Land gesehen haben. Am Ende habe ich mit Regensburg immer die Playoffs in der heimischen Liga erreicht und wurde einmal Vizemeister. Zweimal sind wir im Achtelfinale gescheitert.

Sie schafften sogar den Sprung in die Nationalmannschaft und feierten im September 2017 ihr Debüt gegen Slowenien. Was dachten Sie, als Sie von der Nominierung erfahren haben?

Piga: Dazu gibt es eine lustige Geschichte. Ich war zuerst nur auf Abruf nominiert worden und war deshalb in Regensburg. Doch dann haben zwei Spieler krankheitsbedingt abgesagt. Daraufhin wurde ich um 7.30 Uhr morgens auf dem Handy angerufen und mir wurde gesagt, dass ich um 13 Uhr in Frankfurt sein soll. Ich habe zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mit einem Anruf gerechnet und sagte einfach sofort, dass ich es bis dahin schaffe. Ich bin dann sofort ins Auto gestiegen, erst nach Bayreuth, wo ich meine Sachen gepackt habe und direkt weiter nach Frankfurt. Ich hab richtig Gas gegeben und war dann um 12.30 Uhr da.

Wie war das Gefühl mit dem Adler auf der Brust zu spielen?

Piga: Das Gefühl dann auf dem Platz zu stehen, kann ich gar nicht richtig beschreiben. Ich war einfach überwältigt, hatte viel Adrenalin im Körper und war etwas nervös. Ich dachte mir: hoffentlich passiert mir kein Fehler. Die Hymne zu hören, die ganzen Fernsehkameras zu sehen, war schon ungewohnt. Doch als das Spiel losging, was es wie jedes andere und die Nervosität war verflogen.

Wie bewerten Sie Ihre Zeit in der Nationalmannschaft?

Pigar: Ich habe insgesamt vier Spiele bestritten und dabei ein Tor erzielt. Der Treffer war richtig schön, aber leider nicht von Bedeutung, weil es das 2:9 gegen Tschechien war (Im Video zu sehen nach 1:55 Minuten Anm. d. Red,) Ich wäre am liebsten durchgedreht und hätte das Tor gefeiert, aber gleichzeitig war ich sauer auf das Ergebnis.

War es schon früh ein Traum von Ihnen für das deutsche Nationalteam zu spielen?

Piga: Ich habe den Plan nie wirklich ausgesprochen, aber es war schon ein Ziel von mir irgendwann einmal für Deutschland zu spielen. Ich habe mein komplettes Studium danach ausgerichtet, bin meistens um 5.30 Uhr aufgestanden und habe um 6 Uhr bereits trainiert. Ich habe hart dafür gearbeitet und bin sehr stolz darauf, mein Ziel erreicht zu haben.

Sie spielten sogar bei der Studenten-Weltmeisterschaft in Kasachstan mit. Wie war das Turnier für Sie?

Pigar: Sportlich gesehen war es nur semi-erfolgreich. Wir wurden am Ende Vorletzter und belegten den 15. Platz. Dennoch war es ein tolles Erlebnis, weil wir in einem alten Hotel untergebracht waren, das noch aus der Sowjet-Zeit stammte. Zudem waren wir mit allen Teams in einem Hotel und man konnte internationale Luft schnappen.

Was macht für Sie die Faszination Futsal aus und was muss ein Spieler mitbringen, um ein guter Futsaler zu werden?

Pigar: Im Fußball passiert meistens 90 Minuten wenig, beim Futsal dagegen kann jederzeit etwas passieren und Tore fallen. Da es nur vier Feldspieler gibt, ist der Fehler eines einzelnen oft entscheidend. Anders als beim Fußball, wo noch zehn andere den Fehler ausbessern können. Zudem ist die Spielgeschwindigkeit höher. Die meisten denken immer, dass man vor allem technisch gut sein muss. Doch es geht vor allem darum, wenig Fehler zu machen und Ruhe und Übersicht am Ball zu haben. Man muss nicht in jedes Dribbling gehen, sondern handlungsschnell sein. Da man durch das kleinere Feld schneller Druck von seinen Gegenspieler bekommt, muss man den Ball schnell kontrollieren und bereits bevor der Ball um Fuß ist wissen, was man machen will.

Nun ist also Schluss mit Ihrer Futsal-Karriere. Warum haben Sie sich zu diesem Schritt entschieden?

Piga: Zum einem geht der Beruf jetzt vor, denn nur von Futsal kann man leider noch nicht leben. Zudem merke ich, was ich meinen Körper zugemutet habe. Die Ärzte haben mir früh gesagt, dass ich es doch besser lassen sollte mit dem Fußball. Mit 13 Jahren hatte ich pfeifferschem Drüsenfieber, wodurch die Knochendichte abgenommen hat und ich mir beide Sprunggelenk doppelt gebrochen habe. Zudem habe ich mir einmal auch das Syndesmoseband gerissen. Am Ende bin ich aber froh, dass ich weiter gemacht habe und bin für die ganzen Erfahrungen, die mir der Futsal geschenkt hat, unfassbar dankbar.

Jetzt geht es beim SV Bruckmühl wieder zurück auf den Rasen. Wie groß ist die Vorfreude auf Ihren Jugendverein?

Piga: Ich freue mich sehr darauf den Ball wieder am Fuß zu haben und auf das erste Training nach dem Lockdown. Zudem freue ich mich wieder auf meine Heimat und die Berge, denn die habe ich irgendwann doch sehr vermisst. Und eines ist klar: Ich werde mein bestes geben, damit wir in die Landesliga aufsteigen.

ma

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