Landesliga Südost: Vorschau 29. Spieltag

Mauerkirchner bleibt beim SBC - Töging fordert Ismaning

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Freude beim SB Chiemgau Traunstein: Der SBC darf sich weiter auf die Dienste von Torjäger Stefan Mauerkirchner(l.) verlassen.
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Traunstein - Bereits Freitagabend kommt es in Traunstein zum Kräftemessen zwischen SB Chiemgau und Türkgücü-Ataspor. Die Gäste schlugen vergangenes Wochenende Deisenhofen. Traunstein ist also gewarnt. Am Samstag versucht der FC Töging mit dem frischen Wind der letzten Wochen Tabellenführer FC Ismaning auf die Probe zu stellen. Der Sportbund Rosenheim will gegen den TSV Velden weitere Punkte für den sicheren Klassenerhalt sammeln.

„Das ist eine gute Mannschaft und wir müssen sie von der ersten Minute an bearbeiten“, sagt Traunsteins Übungsleiter Jochen Reil vor der Partie am Freitag (19:00 Uhr) gegen Türkgücü-Ataspor aus München. Reil war, wie so oft, auch am vergangenen Wochenende unterwegs und hat die Mannschaft der Gäste am Sonntag beim überraschenden 2:1-Heimsieg gegen Deisenhofen unter die Lupe genommen.

SB Chiemgau will Türkgücü von der ersten Minute an bearbeiten

Er zeigt sich beeindruckt: „Da haben sie wirklich super gespielt. Sie haben viele gute Einzelspieler. Aber wir brauchen uns nicht verstecken - die Aufgabe ist zu lösen!“, gibt sich Reil zuversichtlich. Vor allem hinsichtlich der Konter und des schnellen Umschaltspiels der Münchner Türken werden sich die Traunsteiner aber etwas einfallen lassen müssen. Gerade technisch versierte Spieler wie den pfeilschnellen Cengiz Ötkün in der linken Offensive wird man unter Kontrolle bringen müssen.

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Wie sich Reil das vorstellt, dürfte klar sein: Hochkonzentriert und mit der notwendigen Aggressivität und dem unbedingten Willen dagegenzuhalten und auch dann nicht nachzugeben, wenn es nicht gleich von Anfang an laufen sollte. Zur Umsetzung dieses Vorhabens kann der Trainer erfreulicherweise auf nahezu seinen kompletten Spielerstamm zurückgreifen. Nur die Dauerverletzten und der beruflich verhinderte Jochen Thudt werden fehlen.

Freude über Mauerkirchner - Geduld mit Probst

Eine Lanze bricht Reil für seinen zwar stark spielenden aber noch nicht mit gewohnter Treffsicherheit ausgestatteten Torjäger Maximilian Probst. „Da habe ich Geduld mit ihm, das ist halt auch ein längerer Prozess nach seiner Verletzung.“ Froh gestimmt ist er aber, was Stefan Mauerkirchner betrifft. Denn „Maui“ besticht derzeit geradezu durch eben diese Treffsicherheit.

„Er ist einer, der sich immer Respekt verschafft und eine positive Körpersprache ausstrahlt“, lobt Reil seinen Schützling und ist froh, dass er mit Mauerkirchner auch für die nächste Saison planen kann. „Er bleibt bei uns! Er wäre nur gewechselt, wenn er einen Profi-Vertrag bekommen hätte“, so Reil über Spekulationen hinsichtlich eines Wechsels zur SpVgg Unterhaching.

Auf alle Fälle könnte sich der SB Chiemgau mit einem Dreier weiter von der kritischen Zone in der Landesliga-Tabelle absetzen. Momentan sind es sechs Punkte Vorsprung auf die Relegationsplätze. Doch auch Türkgücü-Ataspor spekuliert auf die drei Punkte, denn genau diese Anzahl an Zählern liegt zwischen beiden Teams. Im Hinspiel war dem SBC auswärts bei Türkgücü ein 2:0-Erfolg gelungen.

Töging mit guter Laune gegen den Topfavoriten

Frohgemut geht der FC Töging ins Match gegen den Spitzenreiter aus Ismaning. Die Jungs von Trainer Adam Gawron haben auch allen Grund dazu: Mit dem wichtigen Sieg in Kirchheim vom vergangenen Spieltag und den Resultaten von den anderen Plätzen haben sie ein äußerst erfolgreiches Wochenende hinter sich. Erstmals seit längerer Zeit steht der FCT wieder über dem Strich, der die Abstiegs-Relegationsplätze vom Rest der Tabelle trennt. Auch wenn man nur einen mageren Punkt vor der Konkurrenz liegt, ist dies mit Sicherheit äußerst wichtig für die Psyche des Teams.

Große Sorgen macht man sich am Wasserschloss nicht vor dem Aufeinandertreffen mit dem Ligafavoriten aus dem Münchner Umland. "Wir haben absolut nichts zu verlieren gegen Ismaning. Eigentlich können wir nur gewinnen - entweder Punkte oder Erfahrung. Wir müssen 90 Minuten lang arbeiten und alles reinlegen. Und dann lassen wir uns einfach mal überraschen.", so Gawron. Die Entwicklung des Teams in den letzten Wochen sieht er durchweg positiv: "Mit der gleichen Leistung und dem gleichen Auftreten wie in Kirchheim bin ich zuversichtlich. Die Qualität ist da. Wir können auch Ismaning schlagen. Dass wir gegen die großen Teams der Liga gut aussehen können, haben wir gegen Hallbergmoos bewiesen. Wir müssen einfach unser Spiel spielen und mutig dagegenhalten!".

Ismaning muss sich am Wasserschloss beweisen

Eine gesunde Anspannung ist vorhanden auf Seiten der Töginger - Angst nicht: "Von uns erwartet keiner, dass wir sie schlagen. Die müssen gewinnen, wenn sie ihre Tabellenführung untermauern wollen. Und das werden wir ihnen so schwer wie möglich machen. Die Frage ist doch, wie gut ist Ismaning wirklich und wie werden sie die Aufgaben lösen, die wir ihnen stellen werden? Das ist für mich die spannendste Frage des Wochenendes!", freut sich der Töginger Coach auf die Partie am Samstag.

Ein Wermutstropfen trotz all der Zuversicht könnte der mögliche Ausfall der Leistungsträger Tim Bauernschuster und Samed Bahar sein. Bei beiden besteht derzeit der Verdacht auf Grippe. Wer die zwei in den letzten Wochen gesehen hat, weiß, dass dies ein herber Verlust für die FCT-Truppe wäre.

Velden nur auf dem Papier ein leichtes Match für den SB Rosenheim

Vor einer vermeintlich wesentlich leichteren Aufgabe steht der SB DJK Rosenheim, der ebenfalls am Samstag zuhause gegen den Vorletzten der Tabelle TSV Velden antritt. Auf das Wörtchen "vermeintlich" legt dabei besonders Sportbund-Trainer Matthias Pongratz großen Wert: "Als Außenstehender mag man die Tabelle sehen und an eine klare Sache denken. Dem ist aber mitnichten so! Diese Landesliga ist so ausgeglichen, so viele Teams sind in etwa gleich stark - da ist es keine Floskel davon zu reden, dass jeder jeden schlagen kann. Landshut gewinnt bei uns und denkt sie sind damit gerettet - dann verlieren sie daheim gegen Planegg, den abgeschlagenen Letzten, der so gut wie sicher abgestiegen ist, und stecken plötzlich wieder unten drin. Das ist das beste Beispiel!".

Pongratz ist zuversichtlich, sieht die Aufgabe des Wochenendes jedoch keineswegs als klare Angelegenheit: "Jedes Spiel in der Landesliga ist schwer. Und muss erst einmal gespielt werden. Man darf nicht den Fehler machen, irgendwen zu unterschätzen! Manchmal ist es sogar angenehmer, gegen die oberen Mannschaften zu spielen, die mehr über das Fußballerische kommen."

Pongratz sieht seine Elf auf dem richtigen Weg

Gegen jede Überheblichkeit empfiehlt er einen Blick auf Heim- und Auswärtstabelle: "Wie sieht's da aus? Auswärts top - zuhause eher so na ja! Da brauchen wir gar nicht erst anfangen von wegen 'wir spielen zuhause gegen den Vorletzten'.". Trotzdem ist er mit seinen Jungs und deren Leistung in den letzten Wochen sehr zufrieden. "Wir sind auf dem richtigen Weg, spielen konstant, präsentieren uns gut. Unabhängig vom jeweiligen Ergebnis.", so der SBR-Coach.

Dies münzt Pongratz auch auf seine Kalkulation um, der zufolge man 42 Zähler brauche, um aller tabellarischen Sorgen ledig zu sein: "Wenn man sich anschaut, wie an den vergangenen Spieltagen unten gepunktet wurde, kann es sogar sein, dass man den ein oder anderen Punkt mehr brauchen wird. Aber ganz egal, wie viele letztlich genau und wie die Partie gegen Velden ausgehen wird - wir werden die nötigen Punkte holen!"

Nicht dabei mithelfen können wird vorerst weiterhin Markus Höhensteiger. Der Leistungsträger aus dem zentralen Mittelfeld laboriert an einem Muskelfaserriss. In der Vorwoche jedoch konnte der Sportbund dies hervorragend kompensieren. Und er wird alles daran setzen, dass dies auch am Samstag auf dem heimischen Campus gelingt.

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cs / SB Chiemgau Traunstein

Quelle: rosenheim24.de

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