Beinschuss-Direkt - "Die Enttäuschung ist riesengroß"

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Patrik Peltram ist nicht mehr Trainer in Rosenheim

Anfang November wurde Patrik Peltram als Trainer des TSV 1860 Rosenheim entlassen. Im Gespräch mit beinschuss.de beschreibt der 42-Jährige seine Gefühlslage nach der überraschenden Entscheidung des Vereins. Auch dieser meldet sich zu Wort.

Anfang November wurde Patrik Peltram als Trainer des TSV 1860 Rosenheim entlassen. Obwohl Peltram den Traditionsverein in der Vorsaison zum Klassenerhalt in der Bayernliga Süd geführt hatte und das Team in der aktuellen Spielzeit einen soliden Mittelfeldplatz belegt, musste er überraschend seinen Hut nehmen.

"Die Entscheidung seitens des Vorstands kam für mich und meinen Co-Trainer Slobodan Jezildjic aus heiterem Himmel. Als wir zum Gespräch zitiert wurden, haben wir mit allem gerechnet. Aber sicher nicht damit. Die Enttäuschung ist riesengroß", sagte der 42-Jährige im Gespräch mit Beinschuss-Chefredakteur Tobias Ruf.

Offensiver Stil trotz hochkarätiger Abgänge

Trotz hockarätiger Abgänge wie Markus Einsiedler, Slaven Jokic und Nico Helmbrecht zeichnete sich der Bayernligist durch ein authentisches Offensivspiel aus, der TSV stellt die zweistärkste Offensive der ganzen Liga.

Peltram hatte nachweislich gezeigt, dass er mit der jungen Sechziger-Mannschaft auf Erfolgskurs war. Doch eben jene Mannschaft soll bei der Entlassung eine entscheidende Rolle gespielt haben.

"Patrik hat Unglaubliches geleistet"

"Die Entscheidung ist uns wirklich sehr schwer gefallen. Patrik hat Unglaubliches für den Verein geleistet, sich auf menschlicher Ebene immer tadellos verhalten und hatte stets die Interessen des Vereins im Sinn. Am Ende waren die Abnutzungserscheinungen zwischen Mannschaft und Trainer aber zu groß und wir mussten im Sinne des TSV 1860 reagieren", sagte Rosenheims stelv. Abteilungsleiter Nicolas Foltin gegenüber beinschuss.de.

Auch diese Entwicklung hat Peltram überrascht. "Vor wenigen Wochen kam ein Teil der Mannschaft mit der Absicht auf uns zu, das erklärte Saisonziel ändern zu wollen. Einige Spieler wollten schon in dieser Saison den Aufstieg in die Regionalliga anvisieren, wir allerdings waren von dem ursprünglich ausgerufenen Saisonziel weiter überzeugt. Das war ein kurzes Gespräch, mehr ist an uns nicht herangetragen worden".

Rotationsprinzip als Anfang vom Ende

Das ursprüngliche Saisonziel sah vor, dass nach der turbulenten Vorsaison ein "ruhiges Jahr" anvisiert werde, in dem der TSV nichts mit dem Abstieg zu tun haben wolle.

"Entsprechend haben wir uns aufgestellt. Wir haben viel rotiert, um dem breiten Kader möglichst viel Spielpraxis auf allen Ebenen zu gewähren. Die vielen Verletzungen in der Vorsaison und die Tatsache, dass wir keine 2. Mannschaft haben, waren für uns ausschlaggebend, am Rotationsprinzip festzuhalten. Zudem ging es auch darum, die Stimmung im Kader hochzuhalten", begründet Peltram seine Vorgehensweise.

Dass Teile der Mannschaft mit diesem Prinzip nicht mehr einverstanden waren, lässt sich rückblickend als Stein des Anstoßes interpretieren.

"Wir gehen erhobenen Hauptes"

Dieser hat dazu geführt, dass Peltram nach fast zwei Jahren den TSV verlassen muss und mit vielen Fragen zurückbleibt. "Noch ist das schwer zu begreifen. Ich habe in den zwei Jahren viel Herzblut in meine Arbeit gesteckt und eine tolle Zeit mit den Jungs gehabt. Ich kann mir rückblickend nicht viel vorwerfen, Slobo und ich können erhobenen Hauptes von Bord gehen".

Dies können Peltram und Jezildjic in der Tat tun. Mit mehr als einem Bein stand 1860 im September 2014 in der Landesliga. Das Trainerteam hat die Rothosen mit einer beispiellosen Aufholjagd aus dem Tabellenkeller geholt und hinterlässt einen sportlich breit und qualitativ hochwertig aufgestellten Kader.

Der Dank gilt den vielen freiwilligen Helfern

"Es ist schade, dass wir die Früchte für den Neuaufbau, den wir geleistet haben, nicht ernten dürfen. Wir waren Siebter und nur sieben Punkte hinter dem Relegationsplatz für den Aufstieg“, so Peltram, der sich nicht ohne lobende Worte für die vielen freiwilligen Helfer im Verein verabschieden will.

„Ich möchte mich bei allen Helfern und Unterstützern für die Hilfe in den letzten zwei Jahren bedanken“, sagte der Übungsleiter abschließend.

Zukunft Peltrams offen, 1860 sucht Nachfolger

Wie es beim TSV 1860 weitergeht, ist weiter unklar. Bis zur Winterpause fungiert Robert Mayer als Interimscoach, anschließend werden die Innstädter einen Nachfolger präsentieren.

Peltram selbst "muss zunächst alles verarbeiten", wird aber sicher zeitnah wieder an der Seitenlinie zu sehen sein. Ausreichend Referenzen hat er nach zwei Jahren 1860 Rosenheim vorzuweisen.

 

Quelle: rosenheim24.de

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