Direkt: "Man sollte froh sein, dass es zwei so gute Vereine in einer Stadt wie Rosenheim gibt!"

+
Slaven Jokic ist momentan verletzt und kann seinem Team nich im Abstiegskampf helfen

Beinschuss Reporter Christoph Herberth hat sich mit Slaven Jokic zu einem spannenden Interview getroffen.

Zum Interview der Woche hat beinschuss.de mit SBR-Torjäger Slaven Jokic gesprochen. Jokic führt trotz seiner schweren Knieverletzung mit sechs Treffern weiterhin die interne Torjägerliste beim Sportbund Rosenheim an und spricht mit Christoph Herberth über den Abstiegskampf in der Landesliga, seinen neuen Verein und seine persönlichen Ziele für die kommenden Jahre.

beinschuss.de: Hallo Slaven, zunächst einmal, wie geht es dir nach deiner schweren Knieverletzung?

Jokic: Hallo Chris, mir geht es den Umständen entsprechend ganz gut. Ich werde am 9. November am Kreuzband operiert, danach kann ich endlich mit den Rehamaßnahmen anfangen. Ich möchte mich auf diesem Wege auch noch einmal bei all denen bedanken, die sich nach der Verletzung bei mir gemeldet haben. Besonders gefreut hat es mich, dass sich auch die 60-Verantwortlichen, Franz Höhensteiger sowie die beiden Trainer Patrick Peltram und Solobo, nach meinem Wohlbefinden erkundigt haben.

Wann kann der Sportbund Rosenheim wieder mit dir rechnen?

Jokic: Wenn alles gut läuft, stehe ich im April wieder auf dem Platz. Das habe ich mir zumindest einmal persönlich als Ziel gesetzt. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Da ich oft verletzt war, weiß ich, dass man den Heilungsverlauf nie exakt vorhersehen kann. Riskieren werde ich auf jeden Fall nichts, so eine Verletzung möchte ich nie wieder erleben.

Vor deiner Verletzung war beim SBR ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen, danach ging es allerdings wieder bergab. Wie beurteilst du die derzeitige Situation?

Jokic: Ja, es ging richtig bergauf und ich bin mir auch sicher, dass wir bis zur Winterpause noch dein ein oder anderen Zähler einfahren werden. Die Mannschaft hat einfach ein bisschen Zeit gebraucht, wir sind immer noch in der Findungsphase. Viele Stammkräfte haben den Verein vor der Saison verlassen und neue Spieler sind dazugekommen. Nach dem Abstieg waren die Erwartungen an uns natürlich sehr hoch, das hat man in den ersten Spielen deutlich gemerkt. Wir waren teilweise verunsichert und konnten damit nicht wirklich umgehen.

Wie begründest du die anhaltende Talfahrt?

Jokic: Wie schon gesagt, die erste Saison nach einem Abstieg ist meistens die schwierigste. Ich bin aber guter Dinge, dass wir am Ende der Saison deutlich weiter oben positioniert sind. Wir haben ein sehr gutes Trainergespann und eine super Mannschaft.

Der Sportbund Rosenheim ist für seinen starken Zusammenhalt bekannt. Wie ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft?

Jokic: Ja, das hab ich sofort gemerkt. Auf den Zusammenhalt wird beim SBR sehr viel Wert gelegt. Trotz dem Abstieg und dem anhaltenden Negativlauf, ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft sehr gut. Nichtsdestotrotz brauchen wir unbedingt Punkte, um endlich da unten rauszukommen.

Mal abgesehen von dem derzeitigen Misserfolg, wie gefällt es dir beim SBR?

Jokic: Es gefällt mir sehr gut, ich hab meine Entscheidung zu keinem Zeitpunkt bereut. Mit den Jungs, den Trainern und auch dem Umfeld komme ich sehr gut klar. Auch nach meiner Verletzung erkundigen sich die Mannschaftskollegen und die Verantworlichen regelmäßig nach meinem Wohlbefinden, das weiß ich zu schätzen und zeigt mir, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Wenn ich spiele und meine Tore mache, ist es selbstverständlich, dass man gelobt und einem Beachtung geschenkt wird. Der wahre Charakter zeigt sich aber erst, wenn es mal nicht so gut läuft.

Du warst bisher sowohl für höher- als auch für niederklassige Vereine aktiv. Was hälst du von der Landesliga?

Jokic: Es hat beides irgendwie seinen Reiz, ich find die Landesliga aber richtig gut. Auch, wenn das meine Freunde aus Ismaning nicht so gern hören werden, es wird bis zum Schluss spannend bleiben, da jeder jeden schlagen kann. 

Gibt es Unterschiede im Vergleich zur Bayernliga?

Jokic: Ja natürlich gibt es die, auch wenn Sie zwischen der Bayern- und Landesliga nicht allzu groß sind. Viel größer ist der Unterschied meiner Meinung nach aber zwischen der Bayern- und der Regionalliga. Durch die zweiten Mannschaften der Profivereine und der Drittligaabsteiger, wie Unterhaching, Burghausen und Regensburg, ist die Qualität in der Regionalliga noch einem deutlich angestiegen. Das hat mittlerweile nicht mehr allzu viel mit Amateurfußball zu tun.

Matthias Pongratz ist für seine defensive Spielweise bekannt, wie kommst du mit seiner Spielphilosophie zurecht?

Jokic: Ich bin ein Fan von seiner Spielphilolsophie. Als ich Trainer war, habe ich das auch so ähnlich gehandhabt. Wenn du hinten drin stehst, ist es zunächst einmal wichtig, dass die Defensiv stabil ist, das ist meiner Meinung nach genau der richtige Ansatz. Ich kann über die Trainer nur Positives berichten. Auch wenn es die Tabelle nicht so wiederspiegelt, Matthias ist ein super Trainer und es tut mir Leid, dass ich ihm und der Mannschaft derzeit nicht weiterhelfen kann.

Was ist in dieser Saison noch drin für den SBR? Wo steht ihr nach dem letzten Spieltag?

Jokic: Hauptsache über dem Strich!

Mit 27 Jahren befindest du dich aktuell im besten Fußballalter. Was sind deine persönlichen Ziele für die kommenden Jahre?

Jokic: Ich habe in meiner bisherigen Laufbahn immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen gehabt. Ich möchte in den nächsten Jahren einfach nur verletzungsfrei bleiben, der Rest ergibt sich von selbst.

Unterhaching, Karlsruhe, Stuttgard, Marktschwaben, Heimstetten, Zorneding, Rosenheim und noch viele mehr... Du hast in deiner bisherigen Laufbahn einige Mannschaften und Ligen kennengelernt. An welche Station erinnerst du dich immer wieder gerne zurück und was würdest du am liebsten aus deinem Lebenslauf streichen?

Jokic: Schwere Frage, egal wo ich war, es gab viele schöne Momente an die ich mich gerne zurückerinne. Ich habe durch den Fußball viele neue Freunde dazugewonnen. Zu den weniger schönen zählt aber mit Sicherheit die letzte Zeit in Unterhaching. Dort hätte es auch ganz anders laufen können, aber gut, hier haben beide Seiten Fehler gemacht. 

Zum Abschluss, du hast in den vergangenen Monaten sowohl den TSV 1860 Rosenheim als auch den Sportbund Rosenheim kennengelernt. Was sind deiner Meinung nach die größten Unterschiede?

Jokic: Das ist natürlich ein heißes Thema. Die Vereine sind komplett unterschiedlich, ich denke aber, dass beide ihre Sache auf ihre Art und Weise sehr gut machen. Man darf nicht vergessen, dass es immer noch nur der Fußball ist. Eine gesunde Rivalität ist in Ordnung, übertreiben sollte man es jedoch nicht. Man sollte froh sein, dass es zwei so gute Vereine in einer Stadt wie Rosenheim gibt.

Slaven vielen Dank für das spannende Interview und weiterhin gute Genesung!

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Magazin

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare