Direkt: Es weht ein frischer Wind durch Schwindegg

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Julian Burghart (li) und Trainer Alex Beintvogl

beinschuss.de war in dieser Woche beim SV Schwindegg zu Gast. Dort hat sich Chefredakteur Tobias Ruf mit Abteilungsleiter Julian Burghart und Trainer Alex Beintvogl unterhalten.

beinschuss.de war in dieser Woche beim SV Schwindegg zu Gast. Dieser ist vor der Saison aus der Kreisklasse in die A-Klasse-3 abgestiegen und hat in diesem Zuge einen Umbruch vorgenommen, den es genauer zu betrachten gilt. Chefredakteur Tobias Ruf hat sich daher mit dem neuen Anteilungsleiter Julian Burghart und dem neuen Coach Alexander Beintvogl genauer unterhalten.

Alex, du bist seit dieser Saison Trainer beim SVS. Wie fällt deine erste Zwischenbilanz aus?

Alexander Beintvogl: Es hat sich nach dem Abstieg aus der Kreisklasse natürlich einiges in Schwindegg verändert. Ich bin als neuer Trainer zur Mannschaft gestoßen und habe eine eigene Spielidee mitgebracht. Wir sind auch gut aus den Startlöchern gekommen, haben dann aber einige Rückschläge erleiden müssen, die das ganze Projekt etwas ins Stocken gebracht haben.

Was meinst du damit genau?

Beintvogl: Es haben sich einige Spieler verletzt, vor allem in der Abwehr. Ich musste nach wenigen Wochen fast die gesamte Viererkette umbauen, phasenweise haben wir sogar wieder mit Libero gespielt. Unser Ziel, unter den ersten Vier zu landen, haben wir leider nicht erreicht. Aber in Anbetracht der Umstände haben wir uns doch ganz ordentlich geschlagen.

Julian, auch du bist erst seit dieser Saison Abteilungsleiter. Wie kommt man mit 22 Jahren auf solch einen Posten?

Burghart: Ich war vor dieser Saison als Jugendleiter aktiv. Mein Vorgänger ist von seinem Amt als Abteilungsleiter zurückgetreten und der Verein ist auf mich zugekommen. Dann ging alles recht schnell.

Welche Veränderungen haben sich im Zuge des Abstiegs ergeben?

Burghart: Die Rahmenbedingungen waren hier schon immer gut. Daran knüpfe ich mit meinem Team auch an. Dennoch werden wir Step by Step einige Punkte angehen. Wir haben vor der Saison beispielsweise viel in Trainingsmaterialien investiert und sind bemüht, auch abseits des Platzes viel als Verein zu unternehmen. Der Spieler soll sich auf seine sportliche Aufgabe konzentrieren, alles andere ist unser Job und unsere Hauptaufgabe.

Und aus sportlicher Sicht?

Beintvogl: Zunächst bin ich mit dem Vorhaben angetreten, einiges auszuprobieren. Nur so entwickelt man sich weiter, auch wenn es manchmal schiefgeht. Ich habe viele Spieler auf anderen Positionen etabliert. Die Jungs haben das sehr offen angenommen, das hat mich positiv überrascht.

Ihr seid Tabellenfünfter und das als Absteiger. Wäre dieser Platz am Saisonende zufriedenstellend?

Beintvogl: Nein, die Mannschaft hat wesentlich mehr Qualität. Die ersten beiden Plätze in der A3 sind unrealistisch. Wasserburg und Albaching sind einfach zu stark. Aber Rang Drei oder Vier dürfte es unter dem Strich schon sein. Das ist auch unser erklärtes Ziel.

Auffällig ist, dass Ihr keine zwei Spiele in Folge gewonnen habt. Woran liegt das?

Burghart: Das ist in der Tat komisch. Wir haben es einfach nicht konstant auf den Platz gebracht. Das hat sicher auch mit Verletzungspech in der zweiten Mannschaft zu tun. Gleich am ersten Spieltag haben sich drei Stammspieler schwer verletzt, das war auch für die erste Mannschaft ein schwerer Rückschlag.

Beintvogl: Die fehlende Konstanz hängt natürlich auch mit den vielen jungen Spielern im Kader zusammen. Gerade die Jungen spielen noch nicht auf einem konstanten Level, da gibt es viele Leistungsschwankungen.

Sehen wir 2015 zwei Schwindegger Siege in Serie?

Beintvogl: Ja, definitiv.

Auffällig ist auch eure robuste Spielweise. Vier Gelb-Rote-Karten und 35 Gelbe Karten sind Ligahöchstwert...

Burghart: Ja, ab dem fünften Spieltag hat diese Zahl zugenommen. Die Jungs waren frustriert und mit ihrer eigenen Leistung nicht zufrieden. Alles in allem waren die Karten aber aus dem Spiel heraus. Wir sind eine engagierte aber sicher keine unfaire Mannschaft.

Welcher Idee steckt hinter dem Trainer Alex Beintvogel?

Beintvogel: Wir werden Schritt für Schritt darauf hinarbeiten, die Viererkette hier zu etablieren. Außerdem wird bei mir im Training sehr viel mit dem Ball gearbeitet, das war in der Vergangenheit wohl nicht immer der Fall. Ich bin ein Fan von offensivem Fußball, lange Bälle gehen mir gewaltig gegen den Strich. Diese Art von Fußball will ich hier etablieren, das braucht aber natürlich Zeit.

Da hat der Abteilungsleiter nichts dagegen, oder?

Burghart: Sicher nicht. Der Fußball wird auch in den unteren Klassen athletischer und taktischer, diesen Übergang dürfen wir nicht verschlafen. Wir stehen voll und ganz hinter Alex' Idee, das war auch ein Grund, ihn nach Schwindegg zu holen.

Apropos. Wie ist der Kontakt zwischen dem SVS und Beintvogl zustandegekommen?

Burghart: Unser ehemaliger Trainer Weinberger und Alex kennen sich. Dann habe ich erfahren, dass Alex sein Engagement in Buchrain aufgegeben hatte und auf der Suche nach einer neuen Aufgabe war. Wir haben dann erste Gespräche geführt. Alex hat uns ein bisschen zappeln lassen (lacht), letztlich aber doch den Zuschlag gegeben.

Alex, was hat dich überzeugt?

Beintvogl: Ich habe noch nie im Mühldorfer Raum gearbeitet. Es hieß immer, dass hier der hochwertigere Fußball gespielt wird, das hat mich natürlich gereizt. Außerdem sind hier ganz junge Burschen am Ruder, die gute Ideen für die Zukunft haben und sich für den Verein den Arsch aufreißen. Die Infrastruktur ist nahezu optimal, zudem hat Schwindegg eine gute Jugendarbeit.

Haben sich die Gerüchte um den Mühldorfer Raum bestätigt?

Beintvogl: Ja. Die oberen Fünf aus unserer A-Klasse könnten im Erdinger Raum locker in der Kreisklasse mithalten.

Wann soll es wieder in Richtung Kreisklasse gehen?

Burghart: Vor der Saison war die Zielsetzung, innerhalb von zwei Jahren aufzusteigen. Daran hat sich nichts geändert.

Viel Erfolg dabei und danke für das Gespräch

Quelle: rosenheim24.de

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