Ende einer Ära – Reil legt Traineramt in Kolbermoor nieder

+
Jochen Reil verlässt den SV-DJK Kolbermoor

Jochen Reil tritt zurück und ist somit nicht mehr Trainer beim Bezirksligisten SV-DJK Kolbermoor. Reil hat die Mannschaft am Donnerstagabend über seinen Rücktritt informiert. Bei beinschuss.de begründet der 44-Jährige exklusiv seine Entscheidung.

Jochen Reil tritt zurück und ist somit nicht mehr Trainer beim Bezirksligisten SV-DJK Kolbermoor. Reil hat die Mannschaft am Donnerstagabend über seinen Rücktritt und das damit verbundene letzte Spiel am kommenden Wochenende informiert.

„Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen, sie ist aber aus meiner Sicht zwingend nötig“, sagte Reil im Gespräch mit beinschuss.de.

Erfolge ja, strukturelle Weiterentwicklung nein

„Als ich mein Amt in Kolbermoor angetreten habe, war die Zielsetzung klar. Der Verein setzte auf eine langfristige Zusammenarbeit, mit dem Anspruch, auch den Aufstieg in den Folgejahren anzustreben. Mir wurde zu diesem Zeitpunkt zugesichert, dass dafür das nötige Umfeld geschaffen wird und die notwendigen Schritte unterstützt werden.

Obwohl wir auf sportlicher Ebene große Erfolge zu verzeichnen hatten und uns in wenigen Jahren zu einem Spitzenteam in der Bezirksliga etabliert haben, wurden die Ziele und Investitionen in die Infrastruktur sukzessive zurückgefahren“, ergänzte Reil.

Erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte

Reil hatte den SV-DJK zur Saison 2011/12 übernommen und daraus einen Bezirksliga-Hochkaräter geformt. In der vergangenen Saison konnte man sogar als Aufstiegsrelegant an der Landesliga schnuppern und zudem wurde zweimal in Folge der prestigeträchtige Sparkassenpokal (siehe Foto) gewonnen.

Das Engagement im Futsal wurde mit dem Titel zum bayerischen Meister und der Teilnahme an der BFV-Hauptrunde im Toto-Pokal belohnt. Damit blickt Kolbermoor auf die erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte zurück.

"Positive Zusammenarbeit überwiegt"

Neben den genannten Problemen gibt der 44-Jährige noch den fehlenden Unterbau in der Jugend an. Zudem wurden Veränderungen nicht abgestimmt und bereits getroffene Absprachen zum Teil nicht eingehalten.

„Bis hierhin konnte ich mich dafür einsetzen und es wurde von mir, mit und für die Mannschaft getragen und erfolgreich umgesetzt. Mir liegt es jedoch fern, interne Details aufzuführen oder sich darin aufzuhalten, weil die lange positive Zusammenarbeit mit den Vereinsverantwortlichen überwiegt“.

"Hoffe, die Mannschaft versteht meine Entscheidung"

Sportliche Gründe schließt Reil unterdessen aus. Nach der kräftezehrenden Relegation hat sich Kolbermoor mit 25 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz der Bezirksliga Ost eingeordnet.

„Meine Entscheidung hat nichts mit der Mannschaft zu tun, weil Moral und Wille zuletzt und in all den Jahren gepasst hat. Die Jungs und ich haben immer als echte Einheit agiert, daran hat sich bis zum letzten Tage nichts geändert. Ich hoffe fest, dass sie den Schritt verstehen und akzeptieren, auch wenn sie sich letzte Woche noch öffentlich zu mir bekannt haben. Aber es ist ein Punkt erreicht, an dem ich einfach meine Konsequenzen ziehen muss“.

Co-Trainer Grigat wurde entlassen

Denn neben den genannten Problemen wurde Reil vor zwei Wochen von der Entlassung seines Co-Trainers überrumpelt, „die ohne Absprache mit meiner Person stattgefunden hat“.

Grigat, der neben seiner Funktion als Trainer der 2. Mannschaft in den letzten vier Jahren auch als Co-Trainer verantwortlich war, wurde am Freitag den 25.09. von allen Aufgaben beim SV-DJK entbunden. Der 43-Jährige zeigte sich ob der Entwicklungen enttäuscht und stärkt Reil den Rücken.

"Diese Entscheidung ist folgerichtig"

„Ich bin nach einer so langen und insgesamt schönen Zeit enttäuscht, wie meine Entlassung verlaufen ist. Ich hatte vor der Saison die Zusage ausschließlich als Co zu arbeiten, die 2. Mannschaft eigentlich nur als Interimscoach weiter betreut und dabei frühzeitig mit Jochen auf die fehlende Breite im Kader hingewiesen. Jetzt wird mir fehlende Motivation bei der Betreuung der 2. Mannschaft zur Last gelegt, um mich von allen Aufgaben zu entbinden“, sagte Grigat gegenüber beinschuss.de und ergänzte:

„Jochens Entscheidung ist, unabhängig von meiner Entlassung, nur folgerichtig. Er hat in den vergangenen Jahren viele Aufgaben übernehmen müssen, die seinen eigentlichen Tätigkeitsbereich bei weitem überschreiten. Und es ist in den vergangenen Monaten nicht weniger geworden. Der Schritt musste zwangsläufig erfolgen.“

"Es war eine geile Zeit"

Dennoch blicken beide Trainer auf eine insgesamt schöne und erfolgreiche Jahre zurück. „Trotz aller aufgeführten Probleme bleibt unter dem Strich ein positives Gesamtbild. Es hat mir große Freude bereitet, mit den Jungs zu arbeiten. Dafür möchte ich mich bei jedem einzelnen Spieler, der unseren Weg in den vergangenen Jahren mitgegangen ist, ausdrücklich bedanken. Zudem gilt mein Dank dem Verein, dem Torwarttrainer, allen Betreuern, ehrenamtlichen Helfern und Fans, die einen großen Anteil an den Erfolgen haben“, so Reil abschließend.

Auch Grigat zieht ein positives Fazit. „Es gibt in diesem Verein viele Menschen, die dafür gesorgt haben, dass wir eine geile Zeit in Kolbermoor erleben durften. Dafür möchte auch ich mich bedanken“.

Wie es beim Bezirksligisten weitergeht, ist noch völlig unklar. Ob Reil das Team am Samstag im Auswärtsspiel gegen Freilassing noch betreuen wird, ist ebenfalls noch nicht abschließend geklärt.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Magazin

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare