Eine Ära neigt sich dem Ende

Interview mit Hermann Reiter: Nach 20 Trainerjahren ist erstmal Schluss

Hermann Reiter 

Der jahrelange Kreisligatrainer (aktuell FC Grünthal), DFB-Stützpunktleiter und BFV-Trainerausbilder möchte sich nach 20 Jahren intensiver und harter Arbeit eine Auszeit gönnen. Im Interview mit Beinschuss spricht er über die Vergangenheit, seine Erfolge und die Zukunft. 

Speziell für sein großes und langjähriges Engagement im Bereich der DFB-Talentförderung schätzen ihn seine Trainerkollegen und Vereinsvertreter. Seit 2005 begleitete er das Amt des Stützpunktleiters und förderte über 500 talentierte Spieler auf ihrem Weg, einmal höherklassig Fußball zu spielen. Unter anderem Manuel Omenalowski, Lukas Pöllner (Wacker Burghausen), Benjamin Kindsvater( 1860 München), Lukas Hoyer, Daniel Köck, Tobi Schild (Kirchanschöring) oder auch Stefan Mauerkirchner (SBC Traunstein) um nur einige zu nennen, profitierten im besten Lehralter zwischen 11 und 15 Jahre enorm von der individuellen Förderung an den DFB-Stützpunkten Teisendorf und Traunstein. 


Neben seiner zeitintensiven, selbstständigen Tätigkeit als Wirtschaftsinformatiker, erhielt er im Jahr 2007 mit stolzen 48 Jahren seine UEFA-A-Lizenz. Zusammen mit Ex-Profis wie Dariusz Wosz, Harry Koch und Carsten Baumann absolvierte er den anspruchsvollen Lehrgang mit Bravour. Nach den Trainerstationen in Bergen, Hammerau, Peterskirchen und Amerang landete er vor zwei Jahren beim FC Grünthal.

Interview mit Hermann Reiter

Beinschuss: Herr Reiter, wie stellt sich die aktuelle Situation beim FC Grünthal dar?


Hermann Reiter:  Zuerst möchte ich betonen, dass es für mich eine super Zeit beim FC Grünthal war. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, bei denen ich mich für deren Unterstützung bedanken möchte. Auf meinen Wunsch hin habe ich den Verantwortlichen mitgeteilt, dass ich mir zum Saisonende eine Trainerpause gönne. 

Für die nächsten Wochen haben wir ein Trainingslager am Gardasee geplant, dort wollen wir u.a. variable Angriffsmuster trainieren, um uns in den verbleibenden Rückrundenspielen mehr Torchancen zu erarbeiten. Zudem hoffe ich, dass es nicht noch einmal so spannend wird, wie im letzten Jahr, als wir erst im letzten Spiel der Relegation entkommen sind. Mein Wunsch wäre es auf einem "UEFA-Cup"-Platz die Saison zu beenden. 

(Der FC Grünthal belegt aktuell den 7. Tabellenplatz, hat bisher in der Kreisliga 1 die wenigsten Gegentore und 17 Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz)

Beinschuss: Auch dem DFB-Stützpunkt kehren Sie nach 13 langen Jahren den Rücken. Dafür bleiben Sie dem BFV erhalten. Was werden hier weitergehend ihre Aufgaben sein: 

H. Reiter: Ich hatte auch beim DFB eine wahnsinnig lehrreiche und traumhafte Zeit. Doch nach über 13 Jahren ist irgendwann die Zeit gekommen, Danke zu sagen und einen Schlussstrich zu ziehen. 

Insbesondere die Zusammenarbeit mit meinen Ex-Trainerkollegen, wie Toni Zeidler, Dominik Hausner, Wolfgang Sonnenhauser und Alex Götzinger war überragend. Die Talentförderung des deutschen Fußballs ist in ihrer Struktur weltweit einzigartig. Bei einem jungen Talent kann man nicht bzw. nur sehr schwer vorhersagen, wie es sich in seiner Leistungsfähigkeit entwickeln wird. 

Aus diesem Grund ist es notwendig eine optimale Ausbildung für die verschiedenen Entwicklungsverläufe anzubieten. Speziell in unserer Region hat die Kooperation mit annähernd 60 Vereinen und deren Jugendleiter bzw. Jugendtrainer über die vielen Jahre ausgezeichnet funktioniert.

Besonders hervorheben möchte ich noch die tadellose Zusammenarbeit mit dem Ehren-Jugend-Spielleiter (Gruppe Ruperti) Stefan Fritzenwenger.

Dem BFV möchte ich weiterhin in meiner Funktion als Mitglied der Prüfungskommission erhalten bleiben. Man trifft sehr viel "Alt-Bekannte" Trainerkollegen sowie junge talentierte Trainer, die hoffentlich einen erfolgreichen Weg vor sich haben - wie Tobi Schweinsteiger, dem ich im vergangenen Jahr zur bestandenen Trainerprüfung gratulieren durfte.  

Beinschuss: Was wünschen Sie sich für die Zukunft? 

H. Reiter: Es wird wieder Zeit meine Trainerlizenz zu verlängern, dafür muss ich im Rahmen des BDFL (Bund Deutscher Fußball Lehrer) am Internationalen Trainerkongress in Dresden Ende Juli teilnehmen. Zudem würde ich gerne mal wieder bei einem Profiverein im In- bzw. Ausland hospitieren. 

Gelegentlich werde ich noch meinen BFV-Trainerkollegen Olli Kunz an der Fußballschule Chiemsee in Rimsting unterstützen, hierbei werden fußballbegeisterte Jungs und Mädels im Alter zwischen sieben und 11 Jahre individuell gefördert.

Mein Hauptaugenmerk lege ich jetzt erstmal auf meine Freizeit, die ich in den vergangenen 20 Jahren mehr oder weniger auf dem Fußballplatz verbracht habe. Speziell möchte ich mehr Zeit zusammen mit meiner Lebensgefährtin Karin verbringen und mehr Raum und Zeit für meine eigenen sportlichen Aktivitäten nutzen. 

Nichtsdestotrotz werde ich immer ein Fußballverrückter bleiben und wer weiß ob`s mich nicht in ein paar Jahren wieder "juckt", jedenfalls ausschließen möchte ich es gänzlich nicht!


Die Beinschuss-Redaktion bedankt sich für das offene und nette Interview und wünscht Hermann Reiter viel Glück und Gesundheit für die Zukunft!!!

Quelle: rosenheim24.de



Top-Artikel der Woche: Magazin

„Den nächsten Schritt machen" - BSC Beach Boyz starten in dritte Bundesliga-Saison
„Den nächsten Schritt machen" - BSC Beach Boyz starten in dritte Bundesliga-Saison
Oberaudorfer Tobias Schweinsteiger wird Co-Trainer beim 1. FC Nürnberg
Oberaudorfer Tobias Schweinsteiger wird Co-Trainer beim 1. FC Nürnberg
Top-4-Team geschlagen: BSC Beach Boyz schreiben Beachsoccer-Geschichte!
Top-4-Team geschlagen: BSC Beach Boyz schreiben Beachsoccer-Geschichte!

Kommentare