Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

"Jetzt geht es erst richtig los!"

Der U19-Kapitän und gebürtige Ostermünchner, Julian Weigl, hat seinen Vertrag beim TSV 1860 München bis zum Jahr 2016 verlängert. Ein Interview.

Julian Weigl wird auch noch die nächsten drei Jahre versuchen, die Fäden im Löwen-Mittelfeld zu ziehen. Ein klares Zeichen der Vereinsführung, dass sie auf ihren U19-Kapitän bauen. Mit der Beinschuss-Redaktion sprach er unter anderem darüber, was ihm diese Vertragsverlängerung bedeutet, wer ihn auf dem Teppich hält und worauf es bei einem guten Spielführer ankommt.

Beinschuss: Julian, der TSV 1860 München hat den Vertrag mit dir bis zum Jahr 2016 verlängert. Was ist das für ein Gefühl?

Julian Weigl: Es bedeutet mir eine Menge. Der Verein hat mir jetzt eine Grundlage geschaffen, die mir die Chance gibt, mich in Ruhe weiterzuentwickeln, um den Sprung in den Profikader zu schaffen.

Beinschuss: Es gab bestimmt auch andere Angebote.

Weigl: Es war schon der eine oder andere Verein dabei, der Interesse gezeigt hat. Aber für mich war es klar, dass ich hierbleiben werde. Zum einen fühl ich mich bei den Löwen sehr wohl und merke, dass mir die Verantwortlichen den Sprung zu den Profis zutrauen. Zum anderen ist die Entfernung zu meinen Eltern nicht weit.

Beinschuss: Was sind jetzt deine nächsten Ziele? Ab zu Jogi Löw?

Weigl: Nein, immer schön den Ball flach halten. Mein primäres Ziel ist es, diese Saison mit der U19 in Sachen Meisterschaft noch etwas zu reißen und bis zum Ende oben dran zu bleiben. Dann will ich mich erst einmal im Amateur-Kader etablieren.

Beinschuss: Es haben ja sämtliche überregionale Sportmedien eine Meldung über deine Vertragsverlängerung gebracht.

Weigl: Am Anfang konnte ich es gar nicht realisieren, dass da plötzlich zwischen Artikeln über Robben und dem Deutschland-Länderspiel „Weigl verlängert“ zu lesen ist, das ist ein Wahnsinnsgefühl. Aber ich weiß auch, dass es jetzt erst richtig losgeht. Die Grundlage ist geschaffen, aber jetzt gilt es weiter an mir zu arbeiten und Tag für Tag alles zu geben.

Beinschuss: Wer wird dich jetzt auf dem Boden halten, damit du nicht abhebst?

Weigl: Meine Familie spielt dabei eine ganz wichtige Rolle. Vor allem mein Vater, der sorgt schon sehr dafür, dass ich so bleibe wie ich bin und nicht meine, dass ich etwas Besseres bin, nur weil ich bei 1860 München spiele.

Beinschuss: Der Papa also.

Weigl: Ja, er ist nämlich keiner, der mich ausschließlich lobt. Er kritisiert mich und sagt mir natürlich was ich gut gemacht habe, aber eben auch was meine Schwächen waren und woran ich noch arbeiten könnte. Er ist einfach ehrlich.

Beinschuss: Es gab doch bestimmt einen Zeitpunkt, wo deiner Familie und dir klar wurde, dass du besser fußballspielst als die anderen Kinder in deinem Alter.

Weigl: Der Schritt von meinem Heimatverein SV Ostermünchen zu 1860 Rosenheim war eigentlich das erste Anzeichen, dass ich besser bin wie meine Mitspieler im Dorfverein. Das hat sich dann immer mehr gesteigert. In Rosenheim habe ich auch immer beim älteren Jahrgang mitgespielt. Von da an war uns klar, dass mein Ziel ist, in ein Hochleistungszentrum zu wechseln.

Beinschuss: Du hast bei einem D-Jugendturnier schon als F-Jugendlicher mitgespielt.

Weigl: Ja, das war so eine Sache (lacht). Da hat der D-Jugendtrainer ein klares Zeichen gesetzt und mir gezeigt, was er von mir hält.

Beinschuss: Und dieser Trainer hat dich für deinen späteren Werdegang geprägt.

Weigl: Nein, geprägt hat mich Christian Haas, als ich bei 1860 Rosenheim gespielt habe. Ich war, sagen wir mal, kein einfacher Spieler. Ich konnte schon öfters frech sein, was als Spieler auf dem Platz ja eigentlich gut ist – aber ich habe auch im Training über die Stränge geschlagen. Christian Haas war ein absoluter Disziplin-Fanatiker und hat es geschafft, mich in den Griff zu bekommen. Das prägt mich heute noch.

Beinschuss: Schaffst du es regelmäßig Spiele von deinen alten Vereinen zu besuchen oder interessiert dich das nicht?

Weigl: Also das ist auf jeden Fall interessant. Jetzt ist es eher schwierig, weil ich ja auch in der U21 dabei bin. Wenn ich freie Zeit habe, dann nutze ich die eher mit meiner Familie. Aber da mein Vater eher fußballverrückt ist, fahren wir schon manchmal zu den Heimspielen vom SVO. Es macht immer Spaß die Spiele anzuschauen, Ostermünchen ist einfach ein cooler Verein mit seinen Fans und dem ganzen Umfeld.

Beinschuss: 1860 Rosenheim spielt in der Regionalliga Bayern. Da spielt eure U21 auch. Was sagst du zu Spielern in deinem Alter, die wegen des Geldes zu einem unterklassigen Verein wechseln, oder weil sie einfach nicht kämpfen wollen?

Weigl: Also ich bevorzuge es bei 1860 München zu spielen. In dem Geschäft Fußball geht es einfach unheimlich schnell und man muss als Spieler geduldig sein. Manchmal reicht ein Trainerwechsel oder eine Verletzung von einem Mannschaftskollegen aus und man ist wieder voll dabei. Deswegen ist es einfach wichtig, dass die Spieler immer weiter trainieren und an sich arbeiten, damit sie bereit sind, wenn sich die Chance bietet.

Beinschuss: Was ist als Kapitän wichtiger, die Leute auf dem Platz zu kritisieren oder zu motivieren?

Weigl: Motivieren ist auf jeden Fall wichtiger. Viele von uns brauchen das, damit sie sich etwas zutrauen. Aber es ist auch mal angebracht, jemanden zu kritisieren und ihm zu sagen, dass er jetzt aufwachen soll. Wir zanken uns auch im Training, aber das ist danach wieder vergessen.

Interview: Mano Bonke

Foto: TSV 1860 München

Kommentare