Der Mitspieler des Erfolgs - Mehr als nur ein Spielertrainer

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Patrick Mölzl (schwarz) gibt nicht nur auf dem Platz alles für den SVK

Der SV Kirchanschöring steht zur Winterpause an der Tabellenspitze der Landesliga Südost. Der Erfolg der Gelb-Schwarzen ist unmittelbar mit einem Mann verbunden: Patrick Mölzl. Michael Wengler hat die bemerkenswerte Vita des charismatischen Coaches in ein lesenswertes Porträt gepackt.

Der SV Kirchanschöring steht zur Winterpause an der Tabellenspitze der Landesliga Südost. Wer bereits das Vergnügen hatte, die Gelb-Schwarzen in dieser Saison spielen zu sehen, dem dürfte nicht entgangen sein, dass dort eine ganz besondere Mannschaft herangewachsen ist.

Es ist eine fußballerische Wonne, der jungen Mannschaft bei der Arbeit zuzusehen. Kirchanschöring findet auf beinahe jede Situation eine spielerische Antwort, hohe Bälle oder unkontrollierte Aktionen sind Mangelware.

Dabei trägt das Team um Mannschaftskapitän Albert Eder eine klare Handschrift. Patrick Mölzl, der zu Beginn des Jahres 2014 den Posten als Spielertrainer beim SVK übernahm, ist das Gesicht hinter dem Erfolg der Gelb-Schwarzen.

Michael Wengler stellt einen besonderen Menschen und Fußballer in einem lesenswerten Porträt genauer vor: Mölzl hat in seinem Leben mit Anfang 30 schon viel mitgemacht. Wie es ihn in die Gegend am Waginger See verschlug, ist schnell erklärt: Ein Teil seiner Verwandten wohnt  am Hochberg bei Traunstein. In letzter Zeit sieht man seine Mutter bei den Spielen, die er dann am Kiosk ganz stolz als „meine Mama“ vorstellt. Dabei pendelt Mölzl pendelt zwischen seinen Welten: Traunstein, dem Fußball in Kirchanschöring und München. Dort hat er immer noch viele Freunde, kickt bei den Allstars des FC Bayern II. Wer Mölzl erleben darf, lernt viele Gesichter kennen. Da ist zum einen der Stolz des Ex- Fußball- Profi. Sie behacken sich, teilen aus und stecken ein. Jeder Landesligist hat Fußballer aus höheren Klassen in seinen Reihen, die sich alle kennen. Es gibt Spieler in der Landesliga, die können hier „locker“ mithalten. Andere müssen jedes Mal 110 Prozent geben. Manches "Foul" wirkt so nach außen "grob", dabei mussten gerade die Könner vorher viele kleine Nicklichkeiten einstecken.

Viele Schulterklopfer, wenige Vertraute Mölzl wirkt abseits des Fußballplatzes als ein cooler Typ, der zum Heißsporn wird. Viele Schulterklopfer neben ihm und wenige, denen er wohl wirklich vertraut. Manchen erscheint er arrogant, dabei ist er eigentlich ein netter Kerl. Mölzl schwebt beim SVK eine Art von Fußball vor, die weniger Gebolze bedeutet.

Weniger Bälle hoch und weit, sondern technisch, taktisch versierter Fußball. Er fördert die Jungen, die „Bock auf Fußball haben“ und denkt  manchmal laut. Dann, wenn er sagt, dass es seine Jungs, mit dieser Art von Fußball eine „Liga höher leichter hätten“. Wenn Bayern gegen Madrid spielt, gibt es kaum böse Fouls. Die Spieler sind auf Augenhöhe, es gilt das Können zu zeigen, das umsetzen können, was der Trainer vorgibt. Mölzl bemerkt mittlerweile beim SVK, dass die Gegner viel tiefer stehen. Die Stürmer haben es schwerer, in Szene gesetzt zu werden. Man weiß ob der früheren, langen Bälle auf die Top-Scorer um Sebastian Leitmeier und Christian Heinrich. Denen lassen sie wenig Platz, zwischen Abwehrkette und 16 Meter Raum.

"Du musst ja Geld haben"

Darum ist es Mölzls Ziel, das Spiel unabhängiger zu gestalten. Der Umgang zwischen Mölzl und seinen Spielern ist interessant. Wenn die Jungs flunkern und überschwänglich alte Lieder nach einem Sieg beim Schuhe putzen von sich geben, sagt der Trainer lustig aber bestimmt „du musst ja Geld haben“. Das ist der andere Patrick, der weiß wie das Leben laufen kann, der den Jungs Motivation gibt, sie aber zurück holt, auf den Boden der Tatsachen.

SVK-Abwehrspieler Tobi Janietz sagt: „Der Patrick kitzelt aus jedem das raus, was geht. Er bringt jeden dazu, sich voll für die Mannschaft  aufzuopfern.“ Mittelfeld-Drippler Alois Straße ergänzt: „Mir passt die Spielweise hervorragend und er hat einfach ein Talent dafür, seine  Philosophie zu vermitteln. Unter ihm hat jeder von uns einen Schritt nach vorne gemacht!“

FC Bayern, Greuther Fürth, St. Pauli, Augsburg und Ingolstadt Dass Mölzl ein kluger Kopf ist, hat er beim DFB- „B“ Trainerschein als Lehrgangsbester bewiesen. Doch Mölzl weiß, dass er Erfolg braucht.Gerade bei der alten, ruhmreichen Fußballer-Garde beim SVK. Mölzl will den Erfolg mit der neuen Art von Fußball erreichen. Eine neue Welt, für die jungen Fußballer.

Mölzls Vater war übrigens das erste türkische Gastarbeiterkind, das den Sprung in die Fußball-Bundesliga zum FC Bayern schaffte. Doch groß erwähnt haben will das Patrick nicht. Er sagt darüber nur „es war nicht alles Gold was glänzt“. Das macht ihn symphatisch. Mölzl selbst spielte bei den Bayern Amateuren, Greuther Fürth, St. Pauli Hamburg, dem FC Augsburg und in Ingolstadt.

Das gewisse Händchen Was Patrick Mölzl an jungen Spielern aus der Jugend der JFG Salzachtal oder der U23 integriert hat, trägt Früchte. Der Trainer scheut keine Namen und entscheidet nach den Leistungen im Training. Er stellt dann schon einmal wie in Ismaning oder gegen Dachau sein Team noch vor oder zur Pause um, obwohl er weiß, wie hart das für die Spieler ist. Die er, wie er betont, "persönlich sogar sehr gern mag". Sportlich haben sich die Spielerwechsel und taktischen Umstellungen bisher fast immer ausgezahlt.

Die Gelb- Schwarzen vom SV Kirchanschöring sind nach 20 Spieltagen mehr als im Soll! Hoffentlich gilt das auch für die Zukunft.

Michael Wengler / SV Kirchanschöring

Quelle: rosenheim24.de

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