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"Wie ist das Wetter bei euch da unten?"

Ex-SBR-Coach Walter Werner sprach mit der Beinschuss-Redaktion über seine Rückkehr an den Sportbund-Campus.

Sieben Jahre lang war Walter Werner der starke Mann auf der Trainerbank des Sportbund Rosenheim. Nun kehrt er mit seinem neuen Team, dem FC Unterföhring, an seine alte Wirkungsstätte zurück. Mit der Beinschuss-Redaktion sprach er unter anderem über das Wetter, die Stärke der neuen Bayernliga und das unterschiedliche Urlaubsverhalten von Rosenheimern und Münchnern.

Beinschuss: Walter, hast du Angst vor Sonntag?

Walter Werner: Warum?

Beinschuss: Dass du in die falsche Kabine gehst.

Werner: Ja, das ist nicht so leicht und kann schon passieren. Ich bin immerhin sieben Jahre Tag für Tag auf dem Sportbund-Campus gewesen und habe immer die gleiche Kabine benutzt. Es werden auf alle Fälle einige Erinnerungen hochkommen.

Beinschuss: Aber trotz der Emotionalität an diesem Tag, wirst du gegen den SBR nichts herschenken wollen.

Werner: Hergeschenkt wird gar nichts, soviel ist schon mal klar. Dafür bin ich Sportler genug und außerdem arbeite ich jetzt ja für Unterföhring. Die Frage ist, ob das Spiel wegen dem Schnee überhaupt stattfindet. Wie ist denn das Wetter bei euch da unten?

Beinschuss: Also es schneit schon – aber nicht übermäßig.

Werner: Wenn der Schiedsrichter am Sonntag zum Anstoß pfeift, dann ist es unser Ziel, auf alle Fälle einen Punkt aus Rosenheim mitzunehmen. Mein Wunschergebnis wäre ein 1:1-Remis.

Beinschuss: Das Hinspiel verlief ja sehr turbulent mit zwei Platzverweisen für den SBR.

Werner: Ja, das stimmt. Da habe ich aber nichts dafür können. Erst hat sich Daniel (Daniel de Freitas Sahdo, Anm. d. Red.) mit dem Schiedsrichter einen neuen Freund geschaffen und die rote Karte gegen den Sollo (Andreas Sollinger, Anm. d. Red.) war einfach eine Fehlentscheidung.

Beinschuss: Du hast diese Saison bestimmt schon ein paar Spiele vom Sportbund gesehen. Zuletzt warst du beim Burghausen-Spiel Zuschauer. Was hat sich von der Spielweise her seit deiner Zeit geändert?

Werner: Erst muss man sagen, dass sich der Fußball immer ändert und weiterentwickelt. Jetzt spielt der SBR offiziell mit einer Spitze und einem breiten Mittelfeld. Zu meiner Zeit haben wir meistens mit zwei Stürmern gspielt. Aber da kommt es auch darauf an, ob die Spitzen wirklich fit sind. Der Großteil des Kaders war ja schon zu meiner Zeit da und ich glaube nicht, dass diese Jungs jetzt einen komplett anderen Fußball spielen.

Beinschuss: Was unterscheidet die Spieler aus München von denen aus Rosenheim?

Werner: Vom Charakter her sind sie ein bisschen anders. In Rosenheim sind alle ein wenig mehr bodenständiger. Aber dieser Unterschied muss nicht unbedingt schlecht sein. In Rosenheim hat man zwei große Vereine, in München kannst du zu zehn Vereinen wechseln, die auf dem gleichen Niveau spielen. Und die Unterföhringer sind alle vor der Saison in den Urlaub gefahren (lacht). Beim Sportbund ist ein Onur Kaya vielleicht mal in die Türkei gefahren, war aber zum Punktspielstart wieder da. In Unterföhring waren auf einmal vier Spieler gleichzeitig im Urlaub.

Beinschuss: Ein Grund für die Trennung vom SBR im Sommer waren die unterschiedlichen Auffassungen zwischen dir und der sportlichen Leitung bezüglich der Stärke der neuen Bayernliga.

Werner: Ja und ich kann sagen, dass die neue Bayernliga so stark ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Jeder Verein hat sich individuell verstärkt. Klar, die ganz großen Traditionsmannschaften aus Franken sind jetzt nicht mehr dabei und das schwächt die Liga ein wenig ab. Dafür hast du aber niederbayerische Vereine dazu bekommen, die davor niemand kannte und einige von ihnen spielen jetzt ganz vorne mit. Zwar haben wir keine Zugpferde wie die Amateure von Bayern oder Sechzig, aber ich bin mir sicher, dass die Liga in Zukunft noch stärker wird.

Beinschuss: Traust du deiner Ex-Mannschaft den Sprung nach ganz oben zu?

Werner: Es liegt immer an einem selber was man aus einer Saison macht. Wenn der SBR Druck auf die vorderen Teams ausüben kann und seine Spiele gewinnt und die anderen gleichzeitig den einen oder anderen Punkt liegen lassen, dann ist alles möglich. Wichtig ist einfach, dass man seine eigenen Spiele gewinnt und wenn Landshut einmal patzt, dann sollte der SBR parat sein.

Beinschuss: Dann wird es auch auf deinen Nachfolger, Manfred Burghartswieser, ankommen, wie er seine Spieler einstellt.

Werner: Diese Verpflichtung war in meinen Augen ein absoluter Glücksfall. Manfred Burghartswieser ist ein junger und gut eingestellter Trainer, der selber hoch gespielt und somit die nötige Erfahrung hat. Er und sein Co-Trainer Andi Schröffel waren eine sehr gute Lösung nach meinem Abgang.

Beinschuss: Die sportliche Leitung des SBR wurde mit Stefan Kurz ebenfalls breiter aufgestellt.

Werner: Wirklich? Das habe ich gar nicht mitbekommen. Vom Name her kenne ich ihn und ich denke er kennt sich speziell auch im Jugendbereich gut aus. Ich sage immer, Namen sind wichtig, aber wichtiger ist, dass derjenige auch Engagement zeigt und mitarbeiten will. Aber ich glaube er ist ein bodenständiger Typ und passt gut zum SBR.

Beinschuss: Kannst du dir vorstellen, irgendwann mal wieder beim SBR auf der Trainerbank zu sitzen?

Werner: Da müssen auf alle Fälle erst einige Jahre vergehen. Aber man weiß nie, was im Leben passiert. Auch in der Bundesliga gibt es ja immer wieder Trainer, die an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehren. Vielleicht hilft man ja aus und tut jemand somit einen Gefallen. Aber nochmal für sieben Jahre– dafür bin ich zu alt (lacht).

Beinschuss: Wenn du dir einen SBR-Spieler aussuchen könntest, wen würdest du sofort mit nach Unterföhring nehmen?

Werner: Ich will keinen anderen schlecht reden, aber wenn ich einen nehmen könnte, wäre es der Sahdo für die Abwehr. Weil ich von der Größe her auf dieser Position einen starken Spieler bräuchte. Aber es gäbe auch andere. Der Börtschi (Christoph Börtschök, Anm. d. Red.) wäre auch stark oder ein Poschi (Matthias Poschauko, Anm. d. Red.) oder ein Onur in Topform oder ein Simon Vockensperger im Tor. (Walter Werner zählt fast noch die ganze Mannschaft des SBR auf und man merkt, dass ein Teil seines Herzens noch immer Grün-Weiß schlägt.)

Foto: BS-Archiv (Max Mayer)

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