SVE - SVK: Ein außergewöhnliches Duell

Weit mehr als nur ein Spitzenspiel

Wenn am kommenden Sonntag der Tabellendritte der Landesliga Südost, der SV Erlbach, aus dem Landkreis Altötting an der Grenze zu Niederbayern auf den Tabellenführer SV Kirchanschöring aus dem Landkreis Traunstein trifft, wird das wieder ein Fußballfest, wie so oft in Südostbayern. Bis zu 1000 Zuschauer könnten kommen, ins Erlbacher Waldstadion, der Stadionsprecher wird sie alle „heiß“ machen und es wird ein Flair geben, das die Zuschauer sonst nur aus den Profi-Arenen in München und Salzburg kennen. Egal ob nach Erlbach oder Kirchanschöring: Die Zuschauer reisen von weit her, beide Mannschaften genießen überregionales Interesse und beide „Teams hinter dem Team“ arbeiten hart daran, dass sie dem auch gerecht werden.

Berg trifft auf bekannte Gesichter Selbst sportlich verbindet die beiden Vereine einiges miteinander: SVE-Trainer Robert Berg war lange in Kirchanschöring und führte die Gelb-Schwarzen in die damalige Landesliga Süd. Beide Vereine haben in relativ kleinen Orten einen Zuschauer- Zustrom, ohne finanziell großzügige und großspurige Sponsoren und sorgen so für ein miteinander, nach dem sich scheinbar viele Menschen sehnen. Der Zuschauerboom hat allerdings nichts damit zu tun, dass die Menschen in der Region Inn- Salzach weiter von der Allianz Arena entfernt wären, als die Fußballfans im Ballungsraum München. Wer die Medienarbeit von beiden Vereinen verfolgt, merkt ganz schnell: Hier sind Könner und Liebhaber am Werk! Die haben von den großen Vereinen in München gelernt und versuchen mit kleinen Mitteln und viel organisatorischem Aufwand, ihre Amateur-Fußballer professionell darzustellen.

"Rundum"-Programm für alle Fans Erlbach und Kirchanschöring, das sind beides Zuschauer-Magneten der Landesliga Südost. Hier herrscht keine Tristesse wie an manchen anderen Amateur-Fußballplätzen. Hier finden sich sogar Jahreskarten-Inhaber der Münchner Profi-Vereine, von 1860 und dem FC Bayern, die Länderspielpausen nutzen und dafür das Flair an der heimischen Sportanlage genießen. Dazu gehört ein Rundum-Programm, mit guter Verpflegung, Service für die Zuschauer, ein „mia san mia Gefühl“ und eben alles, was die Fans bei Besuchen in den Profi- Arenen genießen. Als der SV Erlbach vergangenes Wochenende vor „nur“ 250 Zuschauern beim Ex- Liga- Primus in Hallbergmoos spielte, waren  mindestens 50 Fans aus Erlbach vor Ort. Die einen fuhren mit dem Mannschaftsbus, andere mit dem Auto hinterher.

Wer einmal "infiziert" ist, der kommt wieder Der SV Kirchanschöring war in Töging mit 200 Fans vertreten, es fuhr ein eigener Bus für die Fans, während die Mannschaft in Kleinbussen frühzeitig anreiste. Der Rest der mitgereisten Schlachtenbummler kam mit der Südostbayernbahn über Mühldorf oder dem Pkw. Zum Inn- Salzach- Derby in Erlbach wird voraussichtlich wieder ein Bus eingesetzt. Bei derlei Fakten können andere Vereine und deren Spieler nur vor Neid erblassen und sich wünschen „ach wäre es doch bei uns einmal so“. Wer einmal bei solchen Spielen von der Atmosphäre „infiziert“ wurde, kommt auch wieder.

Da muss sogar die Feuerwehr anrücken In Erlbach muss neuerdings sogar die Feuerwehr bei großen Spielen die Anfahrt zum Raiffeisenstadion „managen“. Der Bus aus Kirchanschöring, mit 50 Fans, wird sich in Erlbach „anmelden“ müssen, um parken zu können. Verhältnisse, wie bei einem Bundesligaspiel. Das Waldstadion wird prall gefüllt sein, die Musik wird die Zuschauer anpeitschen. Erlbach und Kirchanschöring ähneln sich sogar kulinarisch: Hier bekommt man noch beste, frisch zubereitete Verpflegung für nicht ganz so viel Geld. Alles in allem ein sportlich brisantes Inn- Salzach- Landesliga- Derby: Dritter gegen Ersten und für das drum herum, sorgen schon die Zuschauer, die genau wegen diesem Flair den Fußball hier so lieben…

Mölzl voller Vorfreude

Einder der Protagonisten ist sicher SVK-Spielertrainer Patrick Mölzl, der sich vor dem Spiel zu Wort meldet:

Patrick, Ihr habt nach der unglücklichen Niederlage gegen Hallbergmoos im Heimspiel gegen Freising zweimal einen Rückstand egalisiert, obwohl die Tore zu ungünstigen Zeitpunkten fielen. Mental ein Wahnsinn. Was zeichnet diese Mannschaft aus? Patrick Mölzl:Ja, Du hast es grad selber beschrieben. Die Mannschaft zeichnet aus, dass sie an sich glaubt, dass sie in der Lage ist, jederzeit ein Spiel noch umzudrehen und vor allen Dingen sich so viel Selbstvertrauen erarbeitet hat, in solchen Situationen nicht nervös zu werden. Das ist das Entscheidende.*

Das Spiel in Erlbach wird wieder ein Fußball- Fest in Südostbayern. Ex- SVK- Trainer Robert Berg hat gegen den SVK noch keinen Sieg eingefahren. Du selbst hast schon in Erlbach ein Tor erzielt- wie eng wird die Partie am Sonntag?Patrick Mölzl: Das wird ganz, ganz eng. Das wird ein unfassbar schweres Spiel gegen einen sehr, sehr starken Gegner! Definitiv eine ganz enge Kiste. Mehr braucht es gar nicht, um das Spiel zu beschreiben!

Erwartungshaltung hin oder her- eine Motivation muss der Tabellenstand ja schon sein?Patrick Mölzl: Jein. Wir werden uns relativ auf uns besinnen und auf das was wichtig ist. Die Tabelle bleibt dabei außen vor. Vielmehr dass das eine Herausforderung ist für uns als Mannschaft, dort zu bestehen, eine top Leistung abzuliefern und unseren Weg weiter zu gehen.

Pressemitteilung SV Kirchanschöring

Quelle: rosenheim24.de

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