Weichenstellung bei Wacker: Ein Mammutprogramm

Viele Burghauser können sich Vertragsverlängerung vorstellen!

Daniel Hofstetter bleibt sicher in Burghausen: Der Abwehrspieler, der in Ebersberg geboren wurde, hat Vertrag bis 2018.
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Daniel Hofstetter bleibt sicher in Burghausen: Der Abwehrspieler, der in Ebersberg geboren wurde, hat Vertrag bis 2018.

Burghausen - Bis zum Saisonfinale der Regionalliga am 20. Mai in Garching läuft noch viel Wasser die Salzach hinunter - doch seit Anfang Dezember muss beim SV Wacker Burghausen perspektivischer denn je gedacht werden. Die Entscheidung den Fußball „weitestgehend zu amateurisieren“ wirft zahlreiche Fragestellungen auf: Wie geht es mit dem Verein weiter? Welche Spieler bleiben oder können sich das vorstellen? Welche Spieler gehen? Was ist mit Trainer Uwe Wolf?

Es gibt viel zu tun an der Salzach: Der Fußball in Burghausen soll re-amateurisiert werden. Die aktuellen Kicker des SV Wacker befinden sich derweil bereits wieder in der Vorbereitung auf die Frühjahrsrunde. Sie und ihr Trainer wollen den Kopf keineswegs in den Sand stecken - und sportlich voll angreifen. Weil es parallel dazu auch einige Veränderungen in der Vorstandschaft des Vereins geben wird und auch ein Wechsel an der Spitze der Wacker Burghausen Fußball GmbH ansteht, müssen zahlreiche Weichen gestellt werden.


Großteil der Mannschaft kann sich wohl vorstellen zu bleiben

Drei Tage nach dem ersten Punktspiel der Regionalliga-Mannschaft in Schweinfurt findet am 6. März die Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins statt, bei der zwar fast die gesamte Führungsmannschaft wieder antritt - aber der 1. Vorsitzende Dr. Christian Freyer nach 20-jähriger Tätigkeit für den Verein sein Amt zur Verfügung stellt.

Designierter Nachfolger ist Dr. Thomas Frey, derzeit einer der stellvertretenden Vorsitzenden, zu dessen Patronaten auch der Fußball gehört. „Wir haben ja bereits mit allen Spielern gesprochen, dabei hat sich herauskristallisiert, dass sich ein Großteil der Mannschaft vorstellen kann, auch über die Saison hinaus in Burghausen zu bleiben. Weniger als eine Handvoll Spieler haben dagegen signalisiert, dass sie ihre Zukunft im Profibereich sehen und deswegen wohl einen Wechsel anstreben. Aber auch mit diesen Spieler werden wir weiter reden und keineswegs jetzt schon den Gesprächsfaden abschneiden“, skizziert Frey den aktuellen Stand.


Spieler und Verein wollen Klarheit - Gespräche mit Arbeitgebern laufen

In den nächsten Wochen stehen weitere Gespräche auf der Agenda und natürlich würden sich die Verantwortlichen freuen, wenn der eine oder andere Leistungsträger frühzeitig seinen Vertrag verlängern würde. „Das hätte Signalwirkung. Die Spieler wollen ja wissen, wie die Mannschaft in der nächsten Saison aussieht und machen ihre Entscheidung auch davon abhängig“, weiß Frey.

Verträge über die Saison hinaus haben derzeit nur Daniel Hofstetter und Christoph Popp, alle anderen Verträge laufen im Juni aus. „Aktuell sind wir auch mit Firmen wegen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen im Gespräch, um den Spielern die jeweils passenden beruflichen Perspektiven zu ermöglichen“, erklärt Frey, der möglichst schnell Klarheit haben möchte: „Es wäre schön, wenn wir bereits im Februar wissen würden, welche Spieler das Konzept mittragen, es gibt aber keine starre Deadline, da werden wir uns keine Optionen nehmen. Parallel sprechen wir aber auch schon mit Spielern aus der Region und mit Spielern, die eine Burghauser Vergangenheit haben, ob sie zu uns kommen wollen.“

Uwe Wolf befasst sich mit der Zukunft

Auch Trainer Uwe Wolf wird in nächster Zeit das Gespräch mit den Spielern suchen: „Ich werde jedem Spieler meine Meinung sagen und meine Einschätzung abgeben. Da werde ich ganz offen sein. Wenn ich denke, dass Spieler das Zeug zum Profi haben, werde ich es ihnen ebenso sagen, wie umgekehrt, wenn ich glaube, dass sie in der Regionalliga beheimatet sind. Diese Spieler sollten dann auch in Burghausen bleiben - wo sonst, außer bei den Profivereinen, gibt es in der Regionalliga solche Voraussetzungen?“

Dass sich der Trainer mit seiner eigenen Zukunft befasst, liegt auf der Hand: „Mein Plan ist auf die nächsten 13 Spiele und den Totopokal gegen Unterhaching ausgerichtet. Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen und den Pokal gewinnen. Dafür werde mein ganzes Herzblut und Fachwissen einbringen.“ Ob dann der Trainer auch in der kommenden Saison an der Salzach bleibt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Profitrainer mit zusätzlichen Aufgaben - eine zündende Option? 

„Verein und Trainer haben einen Vertrag, der sich um ein Jahr verlängert, wenn gewisse Optionen erfüllt sind. Für uns ist es wichtig, dass wir Verträge auch einhalten“, so Frey. Ob jedoch ab der kommenden Saison überhaupt noch ein Profi-Trainer von Nöten ist, steht auf einem anderen Blatt.

Für Frey durchaus vorstellbar: „Wenn weniger Trainingseinheiten anstehen, könnte ein Profitrainer ja auch noch andere Aufgaben im Verein wahrnehmen. Das muss sich der Trainer natürlich auch selbst überlegen. Aber da haben wir in den vergangenen Tagen schon sehr vernünftige Diskussionen geführt.“ Im eigenen Interesse wird Wolf versuchen, die Optionen für eine Vertragsverlängerung zu erfüllen: „Wie jeder andere Arbeitnehmer, der Provisionen bekommen kann, werde ich meine Arbeit so machen, dass die Optionen zünden.“

Schmaler Grat zwischen Perspektive und Erfolg

Was passiert aber, wenn in den nächsten Wochen Spieler verlängern, die sportlich nicht die erste Wahl des Trainers sind, jedoch in Hinsicht auf die kommende Saison Spielpraxis brauchen? „Ich werde immer so aufstellen, dass die Mannschaft den größtmöglichen Erfolg hat. Mich interessiert dabei nicht, ob alt oder jung. Wir haben sechs Punkte Rückstand auf Platz zwei, das ist unser Ansporn. Und man darf auch nicht vergessen, dass wir gegenüber anderen Mannschaften, die sich vielleicht im Abstiegskampf befinden, in der Pflicht stehen. Das ist kein Wunschkonzert“, sagt der Coach, der auch die Mannschaft in die Pflicht nimmt: „Jeder Spieler hat jetzt Gelegenheit sich für einen Vertrag anzubieten, sei es in Burghausen oder bei einem anderen Verein.“

Inwieweit sich das künftig mit den Interessen des Vereins decken wird, ist noch Spekulation. Frey: „Es wird vielleicht ein schmaler Grat zwischen Perspektive und Erfolg, aber ich bin zuversichtlich, dass wir da einen vernünftigen Spagat hinbekommen. Auch wir wollen ja den sportlichen Erfolg. In unserem Interesse als Funktionäre und im Sinne von Fans und Sponsoren.“ In Sachen Zukunftsplanung werden in nächster Zeit auch mit den U19-Spielern Gespräche geführt und die geeigneten Kandidaten sollen dann auch immer wieder Trainingseinheiten bei der Regionalliga-Mannschaft wahrnehmen können.

Geschäftsstelle: Jedlitschka geht - Hiller und Huber übernehmen

Nägel mit Köpfen wurden bereits im administrativen Bereich gemacht: Weil Werner Jedlitschka zum 1. April in den Ruhestand geht, führt Heiko Hiller - schon bisher mit Jedlitschka in der Geschäftsleitung des SV Wacker Burghausen - seit Anfang Januar das operative Geschäft und ist somit für alle Ressorts und Personalthemen im SVW verantwortlich.

Verstärkung bekommt Hiller ab 1. Februar in Person von Andreas Huber - der 28-jährige Vilsbiburger soll sich künftig als Vereinsmanager um die Themen Sportpark, Marketing, Sponsoring, Öffentlichkeitsarbeit sowie Mitgliederverwaltung kümmern. Berufserfahrung hat Huber, der erfolgreiche die Studiengänge Sportwissenschaften und Sportmanagement abgeschlossen hat, in den letzten fünf Jahren bei den Bundesliga-Volleyballen der Roten Raben Vilsbiburg gesammelt.

Jedlitschka wird sich in den letzten Arbeitswochen seiner 30-jährigen Vereinstätigkeit auf die Geschäftsführung der GmbH und auf die Staffelübergabe an Hiller konzentrieren, während Hiller wiederum Huber bis Ende März in die Aufgaben der Geschäftsstellen-Leitung einarbeiten soll.

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Michael Buchholz

Quelle: rosenheim24.de

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