Testspiel: FC Deisenhofen - TSV 1860 Rosenheim 3:1

Deisenhofen für müde Sechziger zu stark

Rosenheims Torschütze Josip Tomic und sein Kapitän Matthias Heiß umringt von Deisenhofener Abwehrspielern. Für den TSV 1860 gab es in Oberhaching nichts zu holen.
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Rosenheims Torschütze Josip Tomic (weiß, l.) und sein Kapitän Matthias Heiß (r.) umringt von Deisenhofener Abwehrspielern. Für den TSV 1860 gab es in Oberhaching nichts zu holen.

Oberhaching - In einem Testspiel am Samstagnachmittag beim Südost-Landesligisten FC Deisenhofen konnten die von der Trainingswoche geschlauchten Kicker des TSV 1860 Rosenheim nicht ihr gewohntes Leistungsvermögen abrufen und blieben hinter den Erwartungen zurück. Die Blauhemden aus Oberhaching hingegen legten gegen den Regionalligisten ein erstaunlich flottes erstes Testspiel hin - und gewannen am Ende verdient mit 3:1.

Auch für ihr drittes Testspiel hatten sich die Verantwortlichen des TSV 1860 Rosenheim nicht unbedingt einen leichten Gegner ausgesucht. Diesmal ging es nicht nach Unterhaching, sondern zum benachbarten FC Deisenhofen, der vor allem für seine herausragende Jugendarbeit und sein traditionell spielerisch starkes Landesliga-Team bekannt ist.


Für die Mitten in der knallharten Vorbereitung, in der zu Beginn natürlich hauptsächlich physische Grundlagen gelegt werden, steckenden Sechziger war es nicht die erste sportliche Betätigung an diesem Tag. Neben den kräftezehrenden Einheiten der Woche baten Tobias Strobl und Robert Mayer, das neue Trainergespann an der Jahnstraße, das Team auch am Vormittag vor diesem Testmatch zu einem weiteren intensiven Training.

Trainingswoche hängt den Sechzigern in den Knochen


Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Es war nämlich kein sonderlich erbauliches. Zumindest aus Sicht der Rosenheimer. Die taten sich äußerst schwer mit dem kompakt auftretenden ambitionierten Landesligisten aus Oberhaching. Der auch um einiges frischer wirkte. Den Roten hingegen war diese körperlich anstrengende Phase der Saisonvorbereitung deutlich anzumerken - die Beine waren schwer, der Kopf dadurch bedingt auch nicht ganz bei der Sache. Das galt für beide Halbzeiten, zwischen denen die Gäste kräftig hin- und herwechselten - und jeweils mit einer gemischten Truppe auftraten, die etwa zur Hälfte aus den Stammkräften der bisherigen Punkterunde bestand.

zur Spielstatistik

Dazu kam, dass sie auch heute wieder im 3-5-2 antraten - und somit weiter damit leben mussten, dass die Abläufe mit Dreierkette noch immer ungewohnt waren. Dies machte sich dadurch bemerkbar, dass die Deisenhofener zwar nicht wie ihre Hachinger Kollegen alle Unstimmigkeiten schonungslos offenlegen und gnadenlos ausnutzen konnten - jedoch ebenfalls durch präzise vorgetragenes Offensivspiel zu oft in gefährliche Räume vorstießen und für Torgefahr vor dem Rosenheimer Gehäuse sorgten.

Orientierung in der Defensive bereitet weiter Mühe

Da stimmte nach wie vor die Sortierung nicht. Natürlich kann eine solche Neuerung nach nur zwei Wochen noch nicht reibungslos funktionieren - aber es nervt ein Team natürlich trotzdem, wenn bestimmte Dinge im Spiel mehrfach nicht so klappen, wie sie sollen. Gerade gegen ein unterklassiges Team. Dies äußerte sich dann sowohl in Frust - als auch in der ein oder anderen Situation mit einem Schuss Überheblichkeit, die vielleicht ausgleichen sollte, dass man den Gegner hier nicht wie gewünscht dominierte. Beides führte nicht unbedingt dazu, dass man zu mehr Linie im eigenen Spiel fand.

Das Match hatte gerade erst begonnen, da bemühten sich die Hausherren schon darum, auch selber Akzente zu setzen - was ihnen aufgrund der weiterhin vorhandenen Löcher in der Abwehr der Sechziger auch gelang. Es dauerte nicht lange, da waren sie über halblinks durchgebrochen, drangen blitzschnell und mit Zug in den Strafraum ein, verpatzten dann aber eigentlich den Querpass am Fünfmeterraum auf den vollkommen blank stehenden Masaaki Takahara - dem allerdings der Ball von einem angeschossenen Rosenheimer Abwehrspieler vor die Füße sprang, so dass er nur noch einschieben musste (7.). 1:0 für Deisenhofen - ein Auftakt nach Maß für die Gastgeber.

FCD-Juwel Takahara fast mit dem Doppelpack

Die Blauhemden kamen auch weiter zu ordentlichen bis guten Möglichkeiten - und hätten so sogar erhöhen können, während es den Rosenheimern auf der Gegenseite so gut wie nicht gelang, Druck zu entwickeln und erfolgversprechende Torabschlüsse herauszuspielen. Takahara, der wieselflinke Japaner der Deisenhofener, zeigte sich einmal mehr als absoluter Kunstschütze - und zirkelte einen direkten Freistoß aus knapp zwanzig Metern halblinker Position ans Lattenkreuz. Danach kam ein Deisenhofener nach maßgenauer Flanke von rechts in bester Position frei zum Kopfball - und hätte eigentlich nur noch einnicken müssen. Da er dies aber nicht tat, ging es mit der 1:0 Führung für die Hausherren in die Halbzeitpause.

FC Deisenhofen - 1860 Rosenheim

FC Deisenhofen - TSV 1860 Rosenheim (Testspiel)
FC Deisenhofen - TSV 1860 Rosenheim (Testspiel) © Beinschuss
FC Deisenhofen - TSV 1860 Rosenheim (Testspiel)
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FC Deisenhofen - TSV 1860 Rosenheim (Testspiel)
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In dieser gab es wohl eine Standpauke von Rosenheims Trainer Strobl - so dass die ersten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel und dem Wechsel zahlreicher Spieler merklich engagierter aussahen. Auf sie mit Gebrüll war wohl das Motto - jedenfalls war jetzt unüberhörbar, dass die Gäste hier andere Seiten aufziehen wollten. Dies wurde auch sofort belohnt - diesmal waren es die Sechziger, die über halblinks durchbrachen, der Ball wurde fein nach Innen gebracht und am langen Pfosten musste Josip Tomic ihn nur noch hineingrätschen (46.).

Kurzes Zwischenhoch der Rosenheimer

Im Anschluss verflachte allerdings das laue Lüftchen Rosenheimer Spielfreude genau so schnell wieder, wie es aufgekommen war. Auch das den Gegner mittels energischem Pressing unter Druck setzen funktionierte nicht so gut wie bei der SpVgg Unterhaching, wo ja trotz des Ergebnisses phasenweise gute Ansätze zu erkennen waren. Davon war heute allerdings nichts zu sehen - weder eine Verbesserung hinsichtlich des ungewohnten Abwehrverhaltens, noch die Dinge, welche bei den Hachingern schon ganz gut ausgesehen hatten.

Da war weder eine sattelfeste Defensive, noch das nötige Tempo oder Kreativität im Spiel nach vorne. Letztere beiden Dinge konnten ob des doch immensen Trainingspensums nur zum Teil verwundern. Unter dem Strich war das auch abzüglich diese Punkte aber zu wenig für ein Spiel eines Regionalligisten bei einem, wenn auch starken und gut aufgelegten Landesligisten. Zumindest phasenweise hätte da trotz der nicht zu unterschätzenden Belastung mehr eigene Klasse erkennbar sein müssen.

1860 macht die Fehler - Deisenhofen ist da und gewinnt

Passend zu ihrem gebrauchten Tag auf dem Deisenhofener Kunstrasen legten die Sechziger sich die Kugel beim 2:1 durch Luca Tschaidse nach Ballvertändeln in der Vorwärtsbewegung und mehreren Missverständnissen in Folge quasi selbst ins Netz (58.). Der Landesligist spielte auf heimischem Geläuf weiter munter und mutig mit, suchte seine Chancen und nutze das aus, was die Rosenheimer ihm anboten. Dies führte schließlich zum 3:1 durch Miridon Rexhepi in der 70. Minute, dem die Sechziger nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Lediglich Sascha Marinkovic hämmerte mit ganzen Wut im Bauch noch einen Ball von der Strafraumgrenze krachend an die Latte des FCD-Gehäuses. Am Resultat änderte das nichts mehr - das 3:1 war auch das Endergebnis.

1860-Coach Strobl wollte nach der Partie angesichts der Tatsache, dass es sich um ein Testspiel nach einer harten Trainingswoche gehandelt hatte, nicht allzu hart mit seiner Truppe ins Gericht gehen. Auch wenn er merklich kritischere Töne anschlug, als zuletzt in Unterhaching: "Heute habe ich nicht all zu viel gesehen, was mir gefallen hat. Es war ein schlechtes Spiel von uns. Auch wenn es natürlich etwas verfälscht, dass wir gerade mit völlig durchmischten Mannschaften spielen - und jeder konsequent Spielzeit bekommt, auch wenn er aus der Vergangenheit nicht so viel Spielpraxis mitbringt.".

Zehn Prozent unterhalb des Limits können entscheidend sein

"Da war leider noch kein Fortschritt erkennbar, was das taktische Verhalten angeht. Und auch offensiv war das zugegebenermaßen mau. Wobei das bisher auch noch nicht im Fokus stand. Die Woche war knüppelhart. Vielleicht war wirklich nicht mehr drin. Wobei wir uns schon alle etwas mehr erhofft hatten.", so Strobl.

Auch eine Sache, die ihm gar nicht gefallen hatte, sprach er unmissverständlich an: "Dass sich einige wenige hier - gerade angesichts unserer Leistung - in manchen Situationen dann überheblich verhalten haben, geht gar nicht. Da müssen diese Jungs sich schnell reflektieren - und schleunigst wieder zurück in ihren normalen Sechziger-Modus, der aus Arme hochkrempeln und Vollgas geben besteht. Da müssen sie sich ganz einfach reflektieren. Sie waren bisher so erfolgreich, weil sie das beherzigt haben - und immer bis zum Anschlag gegangen sind. Ohne zu glauben, sie hätten schon etwas erreicht. Wenn jetzt der ein oder andere meint, es gehe auch mit zehn Prozent weniger, dann sieht man auch bei einem guten Landesligisten, wohin das führt. Aber da haben wir im Trainingslager und bis zum Punktspielstart noch genügend Zeit um dieses Bewusstsein wieder in die Köpfe zu bringen!".

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